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Neuer Schnelltest erkennt Tuberkulose zuverlässig

Nina Reese
Verfasst von Dipl. Sozialwiss. Nina Reese
29. Oktober 2013
in News
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„Xpert MTB/RIF“ erkennt Krankheit schnell und präzise

29.10.2013

Ein neu entwickelter Test kann offenbar schnell und zuverlässig die gefährliche Lungenkrankheit Tuberkulose erkennen, an der sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allein im letzten Jahr weltweit 8,6 Millionen Menschen infiziert haben. Zu diesem Ergebnis ist eine südafrikanische Studie gekommen, die aktuell im britischen Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht wird. Denn den Verlauf der Krankheit konnte eine schnelle Erkennung jedoch nicht positiv beeinflussen.

Test ermöglicht schnellere Behandlung
Ein neuer Test ist offenbar in der Lage, schnell und präzise die weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit Tuberkulose (TB) zu erkennen. Zu dieser Erkenntnis ist nun ein Team südafrikanischer Wissenschaftler um Keertan Dheda von der Universität Kapstadt gekommen. Dabei handelt es sich um den von der kalifornischen Firma „Cepheid“ entwickelte Schnelltest mit der Bezeichnung „Xpert MTB/RIF“, der auf einer automatisierten „Echtzeit-Polymerasekettenreaktion“ (real-time PCR) basiert und Tuberkulose-Erreger innerhalb von zwei Stunden nachweisen kann. Der große Vorteil läge den Forschern nach vor allem in der Handhabung, denn „Xpert MTB / RIF kann genauso von einer Krankenschwester in einer allgemeinen Ambulanz verabreicht werden, was zur Folge hat, dass mehr Patienten am selben Tag mit der Behandlung beginnen, mehr Patienten mit einer positiven Bakterienkultur therapiert werden und insgesamt weniger Zeit bis zur Behandlung vergeht“, so die Wissenschaftler im Fachmagazin „The Lancet“.

83% der Tuberkulose- Fälle richtig diagnostiziert
Die Forscher hatten für ihre Studie insgesamt 1502 Patienten mit klinischem Verdacht auf Tuberkulose in Südafrika, Simbabwe, Sambia und Tansania untersucht: Bei 758 Probanden wurde für den Nachweis der Krankheit eine herkömmlichen mikroskopische Analyse des Bronchien-Sekrets (Sputum-Untersuchung) vorgenommen, bei der anderen Gruppe (N=744) wurde hingegen das neue Testgerät angewendet. Das Ergebnis: Das neue Gerät zeigte eine höhere Empfindlichkeit als die Mikroskopie und diagnostizierte in 83 Prozent der Fälle die Tuberkulose richtig – bei der konventionellen mikroskopischen Untersuchung waren es hingegen nur die Hälfte, wie die Forscher schreiben.

Krankheitsverlauf jedoch nicht positiv beeinflussbar
Zwei und sechs Monate nach den Tests erfolgten die nächsten Untersuchungen. Dabei zeigte sich schließlich, dass es trotz der schnellen und zuverlässigen Diagnostik durch den Xpert MTB/RIF im weiteren Krankheitsverlauf keinerlei Unterschiede zwischen den beiden Patientengruppen gegeben hatte – weder in Hinblick auf die Schwere des Verlaufs noch hinsichtlich der Sterberate. Stattdessen waren nach Angaben der Forscher sogar in beiden Gruppen jeweils acht Prozent der Patienten gestorben. Demnach werde "der mögliche Langzeiteffekt dieses Tests vermutlich überschätzt", so die Einschränkung der Autoren. Laut Christian Wejse von der Universität im dänischen Aarhus sei zudem zu bedenken, ob der Einsatz neue, relativ teure Test gerade in ärmeren Ländern überhaupt sinnvoll sei, denn eine "teure Ausrüstung in Gesundheitszentren zu stellen, bei denen der Strom ausfallen kann oder in denen das Personal schlecht ausgebildet und bezahlt ist, könnte eine heikle Angelegenheit sein“, so Wejse in einem Kommentar zu der südafrikanischen Studie. (nr)

Bild: Bernardo Peters-Velasquez / pixelio.de

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Nina Reese

Nina Reese

Online-Redakteurin

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