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Radikale Maßnahme: Dicke und Raucher sollen ein Jahr auf Routine-Operationen warten

Alfred Domke
Verfasst von Alfred Domke, Redakteur für Gesundheits-News
5. September 2016
in News
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Routineeingriffe bei Übergewichtigen und Rauchern müssen warten
Übergewichtige und Raucher sollen in manchen Kliniken Großbritanniens künftig länger auf Routine-OPs warten müssen. Wegen Sparmaßnahmen sollen sie nur noch sekundär behandelt werden. Experten sprechen von „diskriminierenden“ Maßnahmen.

Eingeschränkte Gesundheitsversorgung für Dicke
Menschen, die zu dick sind, haben nicht nur mit den körperlichen Folgen zu kämpfen. Starkes Übergewicht erzeugt auch psychische Erkrankungen. Darüber hinaus fühlen sich Betroffene diskriminiert. Und in Teilen Großbritanniens soll sogar ihre Gesundheitsversorgung eingeschränkt werden.

Übergewichtige und Raucher müssen auf OPs warten
Medienberichten zufolge plant ein britischer Klinikverband in Vale of York übergewichtige Menschen und Raucher künftig sekundär zu behandeln und Operationen abzulehnen. Laut „BBC“ müssten Betroffene dann bis zu einem Jahr auf Routineeingriffe wie Knie- oder Hüftoperationen warten. Betroffen wären Personen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 und höher. Bei schwerwiegenden Krankheiten oder Verletzungen sollen die Richtlinie nicht gelten.

Diskriminierende Maßnahmen
Den Angaben zufolge soll mit den Maßnahmen das britische Gesundheitswesen entlastet werden. Shaw Somers, ein Chirurg aus Portsmouth , sagte gegenüber „BBC“, dass es ein logischer Schritt sei, Geld zu sparen, aber es sei auch kurzfristig und diskriminierend. „Adipositas ist eine Krankheit“. Betroffene wachen nicht jeden Morgen auf und fragen sich, „wie bleibe ich dick?“

„Die große Mehrheit von ihnen versucht, Gewicht zu verlieren“, ihnen medizinische Maßnahmen aufgrund ihres Gewichts zu verweigern, sei Diskriminierung.

Regelungen sind falsch
Laut dem Berufsverband der Chirurgen handele es sich um die gravierendsten Einschränkungen, die es in diesem Bereich je gegeben habe. Der Präsident des Verbandes, Clare Marx, erklärte, Raucher und Übergewichtige müssten unterstützt werden, mit dem Rauchen aufzuhören beziehungsweise Gewicht zu verlieren. „Die Einführung allgemeiner Regelungen, die den Zugang zu lebensverändernden Operationen verzögern, ist falsch“, so Marx.

Den Angaben zufolge will der britische Gesundheitsdienst NHS nun prüfen, ob die Pläne der Vale of York Clinical Comissioning Group mit den nationalen Richtlinien vereinbar seien. Ein NHS-Sprecher meinte: „Von der Reduzierung von Fettleibigkeit und des Rauchens würden nicht nur die Patienten profitieren, auch der NHS und die Steuerzahler würden Millionen von Pfund sparen“. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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