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Studie: Schlechter Geruchssinn im Alter Hinweis auf erhöhtes Sterberisiko

Volker Blasek
Verfasst von Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek, Medizinischer Fachredakteur
1. Mai 2019
in News
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Geruchssinn als Indikator für erhöhte Sterbegefahr

Ältere Menschen, die einen schlechteren Geruchssinn haben als für ihr Alter üblich, haben ein stark erhöhtes Risiko, innerhalb der nächsten zehn Jahre zu sterben. Zu diesem Ergebnis kommt ein amerikanisches Forschungsteam in einer aktuellen Untersuchung. Die Forschenden schlagen einen Geruchstest als Standarduntersuchung für Senioren vor.

Eine neue Studie der Michigan State University weist erstmals darauf hin, dass ältere Menschen mit einem unterdurchschnittlichen Geruchssinn ein rund 50 Prozent erhöhtes Risiko haben, innerhalb der nächsten zehn Jahre zu sterben, verglichen mit Senioren, die einen guten Geruchssinn haben. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in der Zeitschrift „Annals of Internal Medicine“ veröffentlicht.

Ablauf der Studie

Das Forschungsteam um den Epidemiologen Honglei Chen überprüfte die Daten von rund 2.300 Teilnehmenden im Alter zwischen 71 und 82 Jahren über einen Zeitraum von 13 Jahren. Alle Probandinnen und Probanden mussten einen Geruchstest mit zwölf Gerüchen absolvieren und wurden dann in die Kategorien guter, mäßiger oder schlechter Geruchssinn eingeordnet. Im Vergleich dieser Gruppen zeigte sich, dass älteren Erwachsenen mit einem schlechten Geruchssinn nach 10 Jahren ein um 46 Prozent höheres Sterberisiko hatten als diejenigen mit gutem Geruchssinn.

Geruchssinn hängt mit dem Sterberisiko zusammen

„Ein schlechter Geruchssinn wird mit zunehmendem Alter immer häufiger und es besteht ein Zusammenhang mit einem höheren Todesrisiko”, fasst Honglei Chen die Studienergebnisse in einer Pressemitteilung zusammen. Faktoren wie Geschlecht und Lebensstil beeinflussen laut der Studie das Ergebnis nur geringfügig. Die Studie sei die erste Untersuchung, die mögliche Zusammenhänge zwischen dem Geruchssinn und einer erhöhten Sterblichkeit im Alter untersucht.

Genaue Ursachen nur zum Teil bekannt

Ein schlechter Geruchssinn ist außerdem als frühes Zeichen für die Parkinson-Krankheit sowie Demenz bekannt und gehe mit Gewichtsabnahmen einher, betonen die Forschenden. Diese Beeinträchtigungen könnten jedoch nur 28 Prozent des erhöhten Sterberisikos erklären. „Wir kennen die Gründe für mehr als 70 Prozent des erhöhten Risikos noch nicht“, erklärt Chen, der das Geheimnis in zukünftigen Studien lüften will.

Zeigt der Geruchssinn den Gesundheitszustand an?

Chen vermutet, dass ein schlechter Geruchssinn ein frühes und empfindliches Zeichen für eine Verschlechterung der Gesundheit ist, noch bevor es zu Beschwerden kommt, die ein Arzt diagnostizieren kann. „Ein gestörter Geruchssinn bei älteren Erwachsenen könnte mehr Auswirkungen auf die Gesundheit haben, als wir es bisher wussten”, so der Forschungsleiter. Er schlägt vor, einen Geruchstest bei routinemäßigen Arztbesuchen ab einem gewissen Alter einzuführen. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Volker Blasek

Volker Blasek

Neben dem Studium als Technischer Redakteur hat Volker Blasek eine Ausbildung zum Gärtner und ein freiwilliges Jahr auf einem Biobauernhof absolviert. Dort und in vielen Reisen baute er sein Interesse an der Natur aus. Das Thema Naturschutz liegt ihm besonders am Herzen. Daneben schreibt er auch gerne über Psychologie und Wissenschaft. Als medizinischer Fachredakteur bei Heilpraxis.de kann Volker seine Kenntnisse und Erfahrungen einbringen, um fachliche, gut recherchierte und auch unterhaltsame Berichte zu schreiben.

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