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Pro Tag 5.000 Infektionen: Schlimmste Cholera-Epidemie im Jemen breitet sich schnell aus

Alfred Domke
Verfasst von Alfred Domke, Redakteur für Gesundheits-News
27. Juni 2017
in News
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Bürgerkriegsland: Weltweit schlimmster Cholera-Ausbruch im Jemen
Der seit Jahren andauernde Bürgerkrieg im Jemen hat dazu geführt, dass das Gesundheitssystem des Landes weitgehend zusammengebrochen ist. Die Missstände tragen zu einer rasanten Ausbreitung der Cholera-Epidemie bei. Jeden Tag infizieren sich rund 5.000 Menschen. Über 1.300 Patienten sind bereits an der gefährlichen Infektionskrankheit gestorben.

Zahl der Infizierten bald bei 300.000
Jemen wird derzeit von dem weltweit schlimmsten Cholera-Ausbruch heimgesucht. Wie das UN-Kinderhilfswerks UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärten, gibt es mittlerweile mehr als 200.000 Verdachtsfälle. Täglich infizierten sich rund 5.000 Menschen neu. Den Angaben zufolge seien seit Beginn der Epidemie Ende April mehr als 1.300 Menschen im Jemen an Cholera gestorben – ein Viertel davon Kinder. Die Zahl der Todesopfer werde vermutlich weiter steigen. Bis Ende August werde mit rund 300.000 Infizierten gerechnet.

Zerstörtes Gesundheitssystem und kein sauberes Wasser
Cholera-Bakterien werden vor allem über Wasser verbreitet, das mit menschlichen Fäkalien verunreinigt ist. Die Infektion führt unter anderem zu schwerem Durchfall und Erbrechen. Durch den extremen Flüssigkeitsverlust kann die Krankheit auch zum Tode führen.

Eigentlich kann Cholera relativ einfach und erfolgreich behandelt werden, doch in dem Bürgerkriegsland wird die Epidemie nach Einschätzung der WHO nur schwer unter Kontrolle zu bekommen zu sein.

Das Gesundheitssystem im Jemen sei im Zuge der gewalttätigen Konflikte in den letzten Jahren nahezu weitreichend zerstört worden. Weniger als die Hälfte der Gesundheitszentren des Landes sei noch voll funktionsfähig.

Es fehlt an Medikamenten und das medizinische Personal hat seit Monaten kein Gehalt mehr bekommen. Zudem fehlt es großen Teilen der Bevölkerung an Wissen darüber, wie man einer Ansteckung vorbeugt.

Viele Bewohner des Landes sind geschwächt, weil sie nicht genug zu essen haben. Und etwa zwei Drittel der rund 27 Millionen Einwohner habe keinen Zugang zu sauberem Wasser. Auch die Abwassersysteme und Müllbeseitigung funktioniere oft nicht mehr.

Fatale Folgen insbesondere für Kinder
Vor allem für Kinder hat die aktuelle Cholera-Epidemie fatale Folgen. „Kinder machen die Hälfte der vermuteten Cholera-Fälle und ein Viertel der gemeldeten Todesfälle aus“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung von UNICEF.

Dr. Meritxell Relano, UNICEF-Repräsentant im Jemen, erklärte in einer früheren Meldung: „Der Ausbruch macht eine schlechte Situation für Kinder drastisch schlechter. Viele der Kinder, die an der Krankheit gestorben sind, waren auch akut unterernährt.“

Heute sei das Leben für Kinder im Jemen mit Cholera, Unterernährung und der unerbittlichen Gewalt des Bürgerkrieges eher ein verzweifelter Kampf ums Überleben.

Die Lage wird sich vermutlich nicht so schnell bessern. Laut politischen Beobachtern sind die Bemühungen um Friedensverhandlungen derzeit zum Erliegen gekommen.

Die Maßnahmen zum Eindämmen der Cholera-Epidemie müssen sich in den kommenden Monaten enorm erhöhen. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Alfred Domke

Alfred Domke

Alfred Domke absolvierte 2013 ein Praktikum bei der heilpraxis-Redaktion und stieg anschließend in das Team ein. Er ist seitdem Autor für Gesundheits-News. Persönliche Schwerpunkte sind Themen, die sich mit gesunder Ernährung und der damit einhergehenden Vorbeugung von Krankheiten beschäftigen. Und auch die Themen Naturschutz und Nachhaltigkeit liegen ihm besonders am Herzen.

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