Hausmittel bei Magen-Darm-Grippe

Dr. Utz Anhalt
Eine Magen-Darm-Grippe eignet sich besonders, um Hausmittel einzusetzen, da diese die Beschwerden nachhaltig lindern können. Sie können allerdings die Krankheitsdauer nicht verkürzen. Das ist aber auch nicht unbedingt notwendig, da eine solche Erkrankung nach einigen in aller Regel von allein abklingt.  In dieser Zeit sind die Symptome aber sehr unangenehm: Starker Durchfall, Gefühl, sich erbrechen zu müssen oder Übelkeit.

Vorsicht: Bei hohem Fieber oder blutigem Durchfall sind Arzneinen wie Antibiotika, Infusionen und ärztliche Medizin gegen Bauchkrämpfe angebracht. Außerdem sollten Sie bei blutigem Durchfall immer zum Arzt, da diese auch ein Symptom für schwer wiegende Krankheiten sein können. Treten die Beschwerden nach einer Fernreise auf, gehen Sie bitte umgehend zu einem Mediziner. Viele ernste Tropenkgrankheiten beginnen mit ähnlichen Beschwerden wie eine Magen-Darm-Grippe.

Magen-Darm-Grippe kann mit natürlichen Hausmitteln begegnet werden. Bild: nikodash – fotolia

Gegen den Durchfall

Adsorbentien binden Bakterien und Viren, die scheiden die Betroffenen dann zusammen mit dem ot aus. Zu diesen Hausmitteln gehören Heilerde, Pektine und weißer Ton. Um geprüfte Arzneimittel handelt es sich dabei allerdings nicht.

Pektine

Pektine sind in vielen Pflanzen enthalten, zum Beispiel in Zitrusfrüchten, Bananen, Äpfeln, Aprikosen oder Karotten. Bei einer Magen-Darm-Infektion können Sie Äpfel essen, eine Möhrensuppe zubereiten oder einen Obstsalat mit Orangen und Bananen zu sich nehmen.

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Heilerde

Heilerde ist geriebener Sand, der Aluminium und Silicium enthält. Die feine Körnung führt zu einer großen Oberfläche, die Giftstoffe umhüllt. Sie können solche Heilerde in der Apotheke kaufen, ein bis zwei Teelöffel in kaltem Wasser oder Tee verrühren und trinken.

Heilerde lindert Beschwerden einer Magen-Darm-Grippe. Bild: womue – fotolia

Quellstoffe

Quellstoffe binden Wasser im Darm, vergrößern das Volumen des Stuhl und wirken so dem Durchfall entgegen. Der Stuhl kann so auch Bakterien umhüllen und Ausscheiden. Flohsamenschalen und Leinsamen sind klassische Quellstoffe, die sie in Supermärkten kaufen können. Sie können diese Samen mit Teelöffeln pur essen, aber auch zum Beispiel mit einem Glas Milch zu sich nehmen.

Quellstoffe und Leinsamen können Sie auch ausgezeichnet gleichzeitig zu sich nehmen und außerdem noch gut essen. Sie können zum Beispiel ein Müsli zubereiten mit Haferflocken, klein geschnittenen Aprikosen, Apfelspalten wie Bananen, Leinsamen hinzu geben und alles mit Milch anrühren. Getrocknete Heidelbeeren enthalten außerdem Gerbstoffe, und die bauen an der Darmschleimhaut eine Eiweißschicht auf und verhindern so giftigen Bakterien den Zugang.

Salbei, Fenchel und Kamille

Aus getrockneten Heidelbeeren lässt sich auch Tee zubereiten, um dem Darm die Gerbstoffe zur Verfügung zu stellen. Dafür übergießen Sie zwei Teelöffel zerstoßene Beeren mit 150 ml kochendem Wasser und lassen Sie zehn Minuten ziehen. Davon trinken Sie bis zu sechs Tassen täglich.

Fenchel-, Salbei- und Kamillentee hemmen die Entzündung und beruhigen den Magen. Salbeiblätter enthalten ein Sammelsurium an Stoffen, die die Symptome vieler Krankheiten lindern und die Heilung unterstützen Ätherisches Öl, Kampfer, Salviol, Betulin, Asparagin, Bitterstoff, Borneol, Carnosinsäure, Flavonoide, Fumarsäure, Gerbstoff, Gerbsäure, Ledol, Menthol, Oleanolsäure, Saponine, Thymol, Zink und verschiedene Vitamine Salbei wirkt antibakteriell, antiinfektiös und treibt den Harnfluss.

Salbeipastillen und Medikamente auf Salbeibasis gibt es zwar in der Apotheke, am besten ist es aber, sich ein paar Pflanzen zu Hause, auf dem Balkon oder im Garten zu ziehen, und einen Vorrat an getrockneten Blättern zu lagern. Sie können die Blätter aber genauso frisch verwenden.

Für einen Tee legen Sie drei bis vier Salbeiblätter in eine Tasse mit heißem Wasser, lassen diese zehn Minuten oder länger ziehen und trinken dann in kleinen Schlucken. Der Geschmack von Salbei ist nicht jedermanns Sache, ein wenig gepresster Zitronensaft und Honig mildern ihn ab. Außerdem gibt es inzwischen Salbeizüchtungen in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Ananas-Salbei, die lecker schmecken und die gleichen Wirkstoffe enthalten.

Salbeitee lässt sich gut mit Ingwer kombinieren. Geben Sie in die Tasse zusätzlich zum Salbei einige Scheiben frisch geschnittenen Ingwers. Dessen

Gingerole eignen sich, um Magenprobleme anzugehen, denn sie wirken gegen Infektion und hemmen das Wachstum schädlicher Magen-Schleimhaut-Bakterien.

Auch „normaler“ Grün- wie Schwarztee enthält Gerbstoffe, ebenso Brombeerblätter, und sie alle helfen gegen Magen-Darm-Grippe.

Trinken

Es geht nicht nur darum, was Sie trinken – wichtig ist, dass Sie trinken, und zwar viel. Der Durchfall dient dazu, die Krankheitserreger los zu werden, doch die Erkrankten verlieren dabei viel Flüssigkeit. Haben Sie starken Durchfall, dann trinken Sie drei Liter pro Tag.

Lauwarmer Tee und Wasser ohne Kohlensäure sind am besten geeignet. Weniger geeignet sind Milchprodukte und Fruchtsäfte und Drinks mit Kohlensäure. Allerdings versorgen Zitrusfrüchte den Körper auch mit wichtigen Vitaminen, die bei einer Magen-Darm-Infektion ebenfalls dringend notwendig sind. Deshalb sollten Sie auf Orangen, Limetten oder Zitronen nicht verzichten.

Verzichten sollten Sie hingegen auf Alkohol, da dieser den angegriffenen Magen zusätzlich reizt.

Trinken kann auch bedeuten, Suppe zu essen. Gemüsesuppen mit Sellerie, Brokoli, Zwiebeln oder Möhren versorgen den Körper mit reichlich Flüssigkeit und zudem mit wichtigen Nährstoffen.

Durch den Durchfall gehen Mineralien verloren. Die alte Hausregel, deshalb Salzstangen zu essen, lehnen Ärzte heute meist ab, denn eine einseitige Zufuhr von Salz kann sogar schädlich sein.

Eine Leserin auf dem Forum chefkoch.de empfiehlt als Hausrezept gegen Durchfall.

3 Eßl. Rohrzucker 1/2 Eßl. Kochsalz 1 TL Backpulver 1 Glas Orangensaft 1 Liter Wasser. Alles gut mischen und dann trinken.

Brei und Eintopf

Eine Haferschleimsuppe schont den Magen und enthält zudem Nährstoffe. Dafür müssen Sie lediglich 12 Gramm Haferflocken mit einem Liter Wasser kochen, Salz oder, je nach Geschmack Zucker hinzufügen und fertig ist das Frühstück für die Kranken. Sie können auch in den fertigen Haferschleim frische Apfelspalten hinzu geben.

Ein Gemüsebrei zum Beispiel aus gekochten und pürierten Kartoffeln und Möhren, mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt, dient ebenfalls der Gesundheit.

Warm halten

Gegen Bauchkrämpfe bei einer Magen-Darm-Grippe hilft Wärme, weil sich dadurch die Bauchmuskeln entspannen. Wärmedecken, Wärmflaschen und warme Kleidung unterstützen die Heilung.

Ein altes Hausmittel ist ein Kartoffelumschlag. Dazu kochen sie vier bis acht Kartoffeln, zerstampfen sie, wenn sie weich sind und legen sie auf ein Tuch. Sie lassen die Maße lauwarm auskühlen, legen sie dann auf den schmerzenden Bauch und binden die Auflage mit einem zweiten Tuch zu.

Was essen?

Betroffene können auf eine Vielzahl an Lebensmitteln zurück greifen, die den Magen schonen oder sogar die Symptome lindern, weil sie Bakterien binden oder dem Durchfall entgegen wirken.

Zu empfehlen sind: Haferschleim, Weißbrot, Suppe, Kartoffeln, Reis, Zwieback und Babybrei. In der Hochphase können Sie gekochtes Gemüse pürieren, zum Beispiel Kartoffeln, Karotten mit Salz, Pfeffer und Petersilie, oder sie essen Nudeln mit Erbsen, Rührei, Kartoffelbrei mit Champignons etc.

Auch Gemüse sollte Sie jetzt besser dünsten oder dämpfen statt es in viel Öl anzubraten. Für Karotten allerdings brauchen Sie ein wenig Öl, da sie ihre Nährstoffe nur in Verbindung mit Fett frei setzen können. Schmortöpfe oder das Garen im Ofen bei niedrigen Temperaturen sind besonders gegeignet.

Generell gilt: Nicht sehr süß und / oder fettig essen, starke Gewürze vermeiden und stattdessen frische Kräuter verwenden (auch Ingwer kund Salbei können Sie zum Würzen nutzen). Nehmen Sie mageres Fleisch und schneiden Sie sichtbares Fett weg, essen Sie keine Sahne, keinen fetten Käse und wenig Butter.

Auch wenn Sie sonst gerne beim Imbiss halt machen: Verzichten Sie, bis Sie wieder gesund sind, auf Friteusen-Food – keine Pommes Frites, fritierte Kalamari, Currywürste oder Chicken Nuggets.

Diät halten bei Magen-Darm-Infekten. Bild: bit24 – fotolia

No Goś während einer Magen-Darm-Infektion sind: fettes, geräuchertes, gepökeltes und scharf angebratenes Fleisch, Ente, Gans, fette und geräucherte Wurstwaren wie Leber- und Knappwurst. Auf Eisbein und Haxe sollten Sie einige Zeit verzichten.

Ungeeignet sind auch fette Fische wie Aal, Hering, Lachs, außerdem Räucherfisch und Fisch in Marinaden.

Reduzieren Sie blähende Lebensmittel: Dazu gehören Zwiebeln , Rettich, Kohl, Oliven, Bohnen, fettes Fleisch, Weizen- und dunkles Bier, fettige Eierspeisen, Nüsse und Schokolade. (Dr. Utz Anhalt) 

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