Milzkrebs

milzkrebs
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Krebserkrankungen im Bereich der Milz können in Form von Sarkomen, Malignen Lymphomen und Milzmetastasen auftreten. Die Prognose bei entsprechenden Krebsleiden ist eher schlecht, doch sind längst nicht alle Tumore im Bereich der Milz bösartig. Die Milztumore (Splenomegalien) können zum Beispiel auch Folge von Infektionskrankheiten, rheumatischen Erkrankungen, Leberzirrhosen oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen sein.

Inhaltsverzeichnis

Definition
Symptomatik
Krebserkrankungen im Bereich der Milz
Diagnose
Behandlung

Definition

„Milzkrebs“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für maligne Tumorerkrankungen im Bereich der Milz, wobei die Fachwelt hier von Sarkomen, malignen Lymphomen und Milz-Metastasen spricht. Diese Krebserkrankungen können theoretisch überall im Körper an entsprechenden Gewebestrukturen auftreten, so dass der Begriff Milzkrebs hier genaugenommen nicht korrekt ist. Denn dieser suggeriert, dass es sich um eine originäre Erkrankung der Milz handelt. Zur Vereinfachung wird im folgenden Text dennoch an verschiedenen Stellen die Bezeichnung „Milzkrebs“ verwendet.

transparenter Krper mit markierter Milz
Bei verschiedenen Krebserkrankungen können Milz-Metastasen entstehen. Bild: Sebastian Kaulitzki/fotolia.com

Symptomatik

Kennzeichnend für Milzkrebs-Erkrankungen ist eine auffällige Vergrößerung des Organs, die jedoch zunächst auch mehr oder weniger symptomlos verlaufen kann. Mögliche ursächliche Krebserkrankungen (Lymphdrüsenkrebs, Sarkome, Krebserkrankungen mit Metastasierung) verursachen ihrerseits jedoch durchaus auffällige Beschwerden. Beispielweise gehen bösartige Lymphome oftmals mit einer Lymphknotenschwellung, chronischer Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Nachtschweiß und allgemein erhöhter Infektionsanfälligkeit einher. Allerdings eignet sich keines dieser Symptome als verlässlicher Indikator, da sie auch im Zusammenhang mit zahlreichen anderen Erkrankungen auftreten können. Im weiteren Krankheitsverlauf leiden die Betroffenen aufgrund der tumorösen Vergrößerung der Milz häufig an Beschwerden, die durch den Druck auf die umliegenden Gewebestrukturen und Organe verursacht werden. Hier sind zum Beispiel Bauchschmerzen, ein Druckgefühl im Bauchraum, Übelkeit oder auch ausstrahlende Schmerzen in der linken Schulter als mögliche Symptome zu nennen.

Krebserkrankungen im Bereich der Milz

Krebserkrankungen im Milzbereich können in Form von malignen Lymphomen, Sarkomen und als Metastasen anderer Krebserkrankungen auftreten. Das Beschwerdebild und die Heilungschancen sind bei den verschiedenen Formen des Milzkrebs äußerst unterschiedlich, so dass hier eine differenziert Betrachtung angebracht ist.

Maligne Lymphome / Lymphdrüsenkrebs
Eine häufige Form der Krebserkrankungen im Milzbereich bilden maligne Lymphome, welche in die Hodgkin-Lyphome und Non-Hodgkin-Lymphome unterteilt werden. Diese auch als Lymphdrüsenkrebs bezeichneten Erkrankungen gehen von bösartigen Veränderungen im lymphatischen System aus, zu dem neben den Lymphknoten, Lymphbahnen und Tonsillen (Mandeln) auch die Milz gehört. Hier findet eine unkontrollierte Vermehrung der Lymphozyten und verwandter Zellformen statt. Zwar befällt der Lymphdrüsenkrebs oftmals zunächst lediglich lokal begrenzte Strukturen, theoretisch können jedoch Gewebestrukturen im gesamten Körper betroffen sein, da sich die Lymphozyten gegebenenfalls über das Blut- und das Lymphsystem ausbreiten. Es handelt sich demnach um eine systemische Erkrankung, auch wenn sich der Lymphdrüsenkrebs möglicherweise in der Milz lokalisiert.

Sarkome
Diese vom Bindegewebe ausgehenden bösartigen Tumorerkrankungen können in seltenen Fällen auch den Bereich der Milz befallen. Es existieren zahlreiche unterschiedliche Formen von Sarkomen, wobei für Milzkrebserkrankungen vor allem die Angiosarkome verantwortlich gemacht werden. Sie gehen vom Endothel der Blut- oder Lymphgefäße aus, wobei entsprechend in Hämangiosarkome und Lymphangiosarkome unterschieden wird. Als auffälliges Symptom der Sarkome im Milzbereich ist oftmals ein aufgeblähter Bauch zu beobachten, doch können diese speziellen Krebserkrankungen auch lange Zeit ohne erkennbare Beschwerden verlaufen.

Metastasen
Theoretisch kann jeder metastasierende Krebs das lymphatische System und damit die Milz befallen. Im Unterschied zum Lymphdrüsenkrebs ist dabei nicht die unkontrolliert Vermehrung der Lymphozyten Ursache der Beschwerden, sondern die Einwanderung von Krebszellen aus metastasierenden Tumoren.

Diagnose

Die Palpation (Abtasten) bildet bei Auftreten verdächtiger Symptome einen guten Einstieg in die Diagnostik von Milztumoren, da Vergrößerungen der Milz sich hierbei oftmals ertasten lassen. Normalerweise sollte die Milz beim Abtasten des Bauches nicht fühlbar sein. Größere Milztumore können jedoch beim Einatmen unterhalb des linken Rippenbogens ertastet werden. Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie werden die Veränderung der Milz genauer eingegrenzt. Bei Verdacht auf ein Sarkom, ein Malignes Lymphom oder Metastasen dient die anschließende Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) zur Sicherung der Diagnose.

Behandlung

Die Behandlung des Milzkrebs richtet sich vor allem nach der zugrundeliegenden Krebsform und dem Stadium der Erkrankung. Die Heilungsaussichten sind dabei äußerst unterschiedlich. So lassen sich beispielsweise viele Non-Hodgkin-Lymphome mit Hilfe einer Chemotherapie vollständig beseitigen, während bei metastasierenden Krebsarten oftmals nur noch eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs erreicht werden kann. Bei den Milz-Metastasen erfolgt unter Umständen im Vorfeld der Chemotherapie zudem eine sogenannte Splenektomie (chirurgische Entfernung des Organs), um eine maximalen Reduktion des Tumorgewebes zu erreichen und so die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung zu erhöhen. Zwar können die Betroffenen anschließend auch ohne Milz weiterleben, doch unterliegen sie gewissen Risiken, wie beispielsweise einer erhöhten Infektionsanfälligkeit gegenüber bestimmten Bakterien, die Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen, Mittelohrentzündungen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen auslösen können. Des Weiteren steigt nach einer Splenektomie das Risiko einer Thrombose.

Die radikale chirurgische Entfernung des Tumorgewebes ist auch bei den Angiosarkomen geboten, wobei durch eine anschließende Chemo- und/oder Strahlentherapie die Behandlungsaussichten zusätzlich erhöht werden können. Allerdings ist die Prognose bei den Angiosarkomen insgesamt eher schlecht. Die 5-Jahres-Überlebensrate wird beispielsweise von Kardiologen des Universitätsklinikums Regensburg mit 12 bis 24 Prozent angegeben. Wesentlichen Einfluss auf die Behandlungsaussichten haben allerdings auch das Alter und die allgemeine Konstitution der Betroffenen sowie der Zeitpunkt der Diagnose, so dass die individuelle Prognose deutlich besser ausfallen kann. Zudem lassen sich Krebserkrankungen im frühen Stadium generell eher erfolgreich behandeln, als weit fortgeschrittene Erkrankungen. (fp)