Naturhecke planen und richtig anlegen – Pflanzplan, Pflege und wichtige Tipps

Dr. Utz Anhalt

Ein Minireservat

Eine Naturhecke bietet Nistplätze für zahlreiche Vogelarten – von Grasmücken bis zu Zaunkönigen, von Rotkehlchen bis zu Fliegenschnäppern, von Singdrosseln bis Fitisen. Am Boden der Hecke fühlen sich Igel und Mäuse ebenso zuhause wie Berg- und Teichmolch, Erdkröte und Blindschleiche. Wildbienen finden Nahrung an den Blüten, ebenso wilde Hummeln, Käfer und Spinnen.

Eine Naturhecke bietet Lebensraum für zahlreiche Tierarten. (Bild: Sonja Birkelbach/fotolia.com)

Das Laub kann direkt unter der Hecke verrotten und sorgt so im Winter dafür, dass Molche und Mäuse einen Unterschlupf finden. Zu den Arten, die sich in einer Naturhecke tummeln gehören Spitzmäuse, Haselmäuse, Siebenschläfer und Zwergmäuse, Mauswiesel, Fledermäuse, Neuntöter, Goldammern, Buch- wie Grünfinken, Heckenbraunellen und viele andere.

Lassen sich natürliche Hecken schneiden?

Ein Vorurteil gegenüber Naturhecken im Unterschied zu Koniferen, Kirschlorbeer oder Rhododendren lautet: Sie lassen sich nicht schneiden. Das Gegenteil ist der Fall. Hecken mit einheimischen Pflanzen vertragen ohne Probleme einen jährlichen Rückschnitt, und der kann sogar radikal ausfallen. Sie lassen sich genau so exakt schneiden wie Koniferenhecken.

Aufbau einer Naturhecke

Sie sollten eine natürliche Hecke nicht gerade pflanzen, sondern die einzelnen Gewächse als Schlangenlinie anlegen und zudem die räumliche Wirkung durch ein Pflanzen in drei Ebenen verstärken: die niedrigsten Pflanzen stehen dabei vorne, die mittelgroßen in der Mitte und die höchsten hinten.

Das Verhältnis von hoch- zu niedrigwüchsigen Pflanzen sollte bei 1 zu 2 liegen, das Verhältnis von Licht zu Schatten liebenden bei 1 zu 1. Am Boden pflanzen sie Bodendecker und/oder mulchen mit Rindenmulch, Laub und Kompost.

Achten Sie darauf, nahezu ausschließlich einheimische Gehölze zu verwenden. Nahezu bedeutet: Sie können auch bestimmte Neophyten einsetzen, die Tieren Nahrung geben, aber auch nur diese. Zum Beispiel spricht nichts dagegen, eine Reihe Sonnenblumen zu integrieren.

Achten Sie auf die Bodenverhältnisse: Für feuchte Böden eignen sich zum Beispiel Erle oder Faulbaum, Sanddorn oder Felsenbirne mögen es hingegen trocken.

Bevorzugen Sie Blütensträucher, die Früchte bilden. Dazu gehören Felsenbirne, Kornelkirsche oder Berberitze, Brom-, Him- Apfel- oder Johannisbeere. Die Blüten bieten Nahrung für Insekten, die Früchte ernähren Vögel, Kleinsäuger und uns selbst.

Achten Sie darauf, dass die Blütezeiten über das Jahr verteilt sind. So sorgen Sie erstens für eine kontinuierliche Bienenweide und erfreuen sich zweitens durchgehend an der Blütenpracht.

Für eine natürliche Hecke sind Blütensträucher, wie zum Beispiel die Kornelkirsche, sehr gut geeignet. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)

Planen Sie schnellwüchsige Laubbäume in mittlerer Höhe ein. Sie sorgen dafür, dass die Hecke stabil wird und geben ihr mit kräftigen Stämmen ein Gerüst. Außerdem entwickeln sich hier robuste Nistmöglichkeiten auch für größere Vögel.

Pflanzen Sie Sträucher, die ähnlich schnell wachsen, zusammen.

Pflege

Eine Naturhecke sollten Sie ab dem vierten Jahre verjüngen. Dazu schneiden Sie alte Triebe heraus ohne junge Triebe zu verletzen. So können die jungen Triebe sich entfalten. Achten Sie darauf, dass keine Löcher in der Hecke entstehen, das sieht unschön aus und die Hecke verwächst unregelmäßig.

Haben Sie in mehreren Reihen gepflanzt? Dann schneiden Sie in einem Jahr den vorderen, im nächsten Jahr den hinteren Streifen und fangen im dritten Jahr von vorne an.

Giftpflanzen

Hier geht es um Kinder und Haustiere, weniger um Wildtiere. Wenn ihre Kinder die Früchte naschen, sollten Sie Pflanzen, die für Menschen giftig sind, entweder aus der Hecke heraus halten oder aber die Kinder frühzeitig aufklären.

Bei einer Naturhecke gilt das zum Beispiel für das Pfaffenhütchen. Für Vögel handelt es sich um wertvolle Nahrung, für Menschen sind die Beeren giftig. Auch andere Vogelnährpflanzen enthalten giftige Blätter, Blüten, Rinde, Samen oder Wurzeln, zum Beispiel Buchsbaum und Eibe.

Nähr- und Heilpflanzen

Einige Heckenpflanzen sind hingegen nicht nur essbar, sondern sogar als Heilpflanzen geeignet: Salweide enthält den Grundstoff von Aspirin, Holunder, Sanddorn und Weißdorn sind Hausmittel gegen Fieber, Infektionen, Magen-Darm-Probleme und Schmerzen.

Aus den Blättern, Blüten oder Früchten lassen sich Tees zubereiten.

Die Salweide enthält den Grundstoff von Aspirin und gilt daher als bewährte Heilpflanze gegen Schmerzen. (Bild: M. Schuppich/fotolia.com)

Der Pflanzgraben

Legen Sie die Hecke neu an? Dann heben Sie zuerst einen Pflanzengraben aus. Dieser sollte doppelt so breit und tief sein wie die Wurzelballen der Pflanzen. Die Erde können Sie mit Kompost mischen.

Die Gehölze verteilen Sie jetzt im in dem Graben, füllen die Erde hinzu und treten diese gut fest. Pflanzen Sie in der gleichen Höhe wie in der Baumschule und decken Sie die Erde um die Wurzeln mit Rindenmulch ab, damit sie nicht austrocknet.

Abstände der Pflanzen

Für die Abstände gilt: Bei einer Höhe bis 40 cm 4 bis 5 Pflanzen pro Meter, bis zu 60 cm 3 bis 4 Pflanzen, bis zu 100 cm 2 bis 3. Von 100 bis 200 cm sollten 1 bis 2 Pflanzen pro Meter gesetzt werden.

Wann schneiden?

Laubhecken schneiden Sie am besten im Herbst und Winter, auf keinen Fall zwischen Ende April und Mitte Juni, denn dann befinden sich die Vögel in der Brutzeit und im schlimmsten Fall zerstören Sie die Nester und vertreiben die Altvögel vom Nachwuchs.

Schneiden Sie besser trapezförmig mit circa 20 cm Abweichung als kerzengerade – so kommt mehr Licht in die Hecke.

Ideale Heckenpflanzen

Für eine Naturhecke können Sie erst einmal eine Wanderung in der Umgebung der zukünftigen Pflanzung machen und sich einen Überblick verschaffen, welche Gehölze hier natürlich wachsen. Die Betonung liegt auf natürlich: Um die Thujahecke ihres Nachbarn geht es nicht.

Achten Sie dabei auf die Himmelsrichtungen, auf Licht und Schatten. Wächst Weißdorn in der Nähe ihrer Sträucher auch in Richtung Norden? Dann wird er vermutlich auch in ihrer Hecke auf der Nordseite gedeihen.

Beobachten Sie, welche Tiere welche Pflanzen in der Umgebung ihrer Hecke ansteuern. Mit den entsprechenden Pflanzen werden Sie diese auch in ihr Gesträuch locken. So kann ein einzelner Wacholderstrauch darüber entscheiden, ob sich Bluthänflinge in ihrem Garten einfinden.

Sie sind kein Pflanzenexperte? Nehmen Sie ein Bestimmungsbuch zur Hand, wenn Sie die Umgebung erkunden oder machen Fotos der entsprechenden Pflanzen. Diese können Sie dann Experten vom NABU zeigen oder auf Foren von Naturgärtnern diskutieren.

Unbekannte Pflanzen können Sie fotografieren und anschließend z.B. mithilfe eines Bestimmungsbuches identifizieren. (Bild: santypan/fotolia.com)

Einheimische Gehölze mit unterschiedlicher Blüte

1) Gemeiner Schneeball
Er heißt so, weil seine großen weißen Blütenstände an einen Schneeball erinnern, blüht von Mai bis Juni und ziert den Garten im Herbst mit roten Früchten. Er wächst schnell, wird 2 bis 4 Meter hoch und lässt sich sehr gut schneiden.

2) Schlehe
Sie sollte in keinem Naturgarten fehlen. Der Strauch wird bis zu vier Meter hoch und wächst langsam. Sie versorgt uns mit Früchten, die sich zu Marmelade verarbeiten lassen.

Blüten, Rinden und Früchte senken Fieber, hemmen Entzündungen, treiben den Harn und wirken abführend. Sie lindern Beschwerden der Blase, der Nieren und des Magens. Schlehensaft beschleunigt die Genesung nach Infektionskrankheiten.

Das unreife Obst lässt sich einlegen, die reifen Früchte lassen sich für Fruchtsäfte, Obstweine und Liköre verwenden.

Für Tiere ist die Schlehe eines der wichtigsten heimischen Gewächse. Die Larven mehrerer bedrohter Schmetterlingen sind auf die Blätter der Pflanze angewiesen, und zahllose Schmetterlinge ernähren sich von den Blüten, darunter der bedrohte Segelfalter.

Die blau-schwarzen Beeren der Schlehe dienen vielen einheimischen Vogelarten als Nahrung. (Bild: Berty/fotolia.com)

Der Schlehen-Blütenstecher

Zu den Käfern, die die Schlehe aufsuchen, gehört der seltene Goldglänzende Rosenkäfer, und der Schlehen-Blütenstecher ernährt sich sogar ausschließlich von der Pflanze. Hinzu kommen circa 20 Wildbienenspezies, die die Pollen und den Nektar konsumieren. Die Früchte bieten Nahrung für fast zwei Dutzend einheimische Vogelarten, zum Beispiel verschiedene Meisen und Grasmücken. Auf den langen Dornen spießen Neuntöter und Raubwürger ihre Beute auf.

Wurzelkriechpionier

Vorsicht: Schlehe ist ein Wurzelkriechpionier. Die Wurzeln dehnen sich weit aus und treiben Schösslinge, die sich im ganzen Garten verteilen und auch weniger robuste Pflanzen verdrängen. Sie sollten für die Schlehe also am besten eine Wurzelsperre einbauen, also eine Folie, die das Wachstum der Wurzeln in Schach hält.

3. Schwarzer Holunder

Der schwarze Holunder gehört in der Naturhecke zu den Must Be‘s. Mindestens 40 Vogelarten fressen seine Beeren, darunter Raritäten wie Blaukehlchen, Braunkehlchen und Drosselrohrsänger, aber auch die typischen Gartenvögel wie Buchfink, Kohlmeise oder Rotkehlchen. Eichelhäher lieben die Früchte ebenso wie Grünspechte, Hohltauben wie Kernbeißer, Seidenschwänze wie Singdrosseln, Zaunkönige wie Waldlaubsänger.

Alle diese Vögel verbreiten die Holundersamen mit ihrem Kot, und wenn Sie in ihrem Garten noch etwas anderes wachsen sehen wollen als Holunder, dann müssen Sie regelmäßig die Sprößlinge heraus reißen.

Hollerwein und Blütensirup

Die Blüten ergeben Holunderblütensirup, der mit Wasser verdünnt, im Sommer erstklassige Erfrischung bietet, Cocktails den Pfiff gibt und sich ausgezeichnet für Eis und Dessertsaucen eignet.

Die Früchte sind für Menschen nur gekocht genießbar, sie taugen für Marmeladen, Holunderbeerensaft, Holunderwein (Hollerwein), Holunderlikör, aber auch als Zutat zu Reh, Hirsch, Wildschwein und Fasan. Getrocknete Holunderblüten ergeben einen Tee, der sich sehr gut eignet, um Erkältungen vorzubeugen.

Vitamine und Mineralstoffe

Holunder liefert Vitamine und Mineralstoffe in hohem Ausmaß: Vitamin A, B1, B2, B3, B6 und C, dazu Kalium, Phosphor, Kalzium, Natrium und Eisen, Saponine und Gerbstoffe.

Schwarzer Holunder wuchert. Im Positiven heißt das: Nach wenigen Jahren haben Sie eine dichte Hecke aus zähem Holz. Der Nachteil: Sie müssen Holunder häufiger schneiden als andere Gewächse.

Die Früchte des schwarzen Holunders enthalten jede Menge Vitamine und Mineralstoffe. (Bild: M. Schuppich/fotolia.com)

4. Kornelkirsche

Die Kornelkirsche ist das Gegenteil des Holunders – zumindest, was das Wachstum betrifft. Sie wächst langsam, erreicht aber im Lauf der Jahrzehnte bis zu acht Meter Höhe. Das Hartriegelgewächs ist ein Frühblüher: Die Bienen versorgt sie so bereits im März mit Nektar, uns Menschen erfreut sie mit einer Fülle von goldgelben Blüten inmitten des noch weitgehend kahlen Gartens.

Einmal gepflanzt ist die Pflanze erstens anspruchslos und zweitens trotzt sie Krankheiten, Schädlingen und Hitze. Allerdings liebt sie Wärme und kalkige Böden – in der Natur ist sie typisch für das Unterholz lichter Wälder, Waldlichtungen und den Waldrand. Dort teilt sie sich den Lebensraum mit Salweiden, Wildrosen, Efeu, Heckenkirsche, Hainbuche und Haselnuss, und diese stellen somit auch ideale Ko-Pflanzen in einer Kornelkirschenhecke.

Ein herber Genuss

Wie Holunder und Schlehe ist auch die Kornelkirsche ein „Allrounder“: Insekten lieben die Blüten, sie stützt die Hecke, Vögel verzehren die Früchte, und diese sind auch für Menschen lecker. Kornelkirschen sind zwar „aus der Mode gekommen“, das tut ihrem Geschmack jedoch keinen Abbruch. Die Früchte schmecken fein säuerlich, lassen sich roh essen, als Tee aufkochen, für Gelees verwerten; sie würzen Wildsaucen und Desserts. Im September sind die Früchte reif.
Die Pflanze hat ein sehr hartes Holz, deshalb gibt es keine Verbiss-Schäden durch Rehe oder Hirsche.

5. Berberitze

Berberitze eignet sich besonders, um menschliche Eindringlinge (aber auch Hunde etc.) fernzuhalten, zum Beispiel unter einem Fenster. Der Sauerdorn, so ein deutscher Name, hat nicht nur säuerliche Früchte, sondern auch schmerzhafte Dornen.

Die niedrigen bis mittelhohen Sträucher sind aus beiden Gründen ein Vogelparadies: Hier wie in Brombeere, Sanddorn, Weißdorn oder Schlehe, ziehen Vögel gerne ihre Jungen groß, da Fressfeinde wie Katzen oder Marder sich an den Dornen die Pfoten verletzen.

Das Holz des Strauches ist spröde und von weißgelbbrauner Farbe, die kleinen Blüten glänzen Geld; bei den meisten Formen der Berberitze sind die Blätter grün und färben sich im Herbst gelb und rot; einige Arten haben blutrote Blätter.

Die Blüten sind eine ausgezeichnete Insektenweide, und Vögel sind verrückt nach den Beeren. Berberitze passt optisch und von den Ansprüchen her bestens zu Feuerdorn, Weißdorn und Schlehe.

Vitamin C

Die Beeren der Berberitze lassen sich trocknen und als Tee kochen, passen als Zugabe zu Wild, Kouskous, Reis und Huhn, der Geschmack ergänzt sich mit Mandeln, Nüssen, Süßkartoffeln und Zartbitterschokolade.

Sie enthalten jede Menge Vitamin C, außerdem Apfel- wie Zitronensäure und Kalium, reinigen den Magen, wirken Schweißt treibend und helfen gegen Infektionen und Zahnschmerzen.

Die heilsamen Beeren der Berberitze können gegen Zahnschmerzen und Infektionen eingesetzt werden. (Bild: lepatriote/fotolia.com)

6. Zaubernuss

Die Zaubernuss sorgt im Winter für Blütenpracht, denn die weinroten Blüten entfalten sich im Januar und Februar. Zaubernuss braucht keinen Erhaltungsschnitt.

7. Gewöhnliche Felsenbirne

Die gewöhnliche Felsenbirne ist die einzige ihrer Art, die ursprünglich aus Europa kommt. Sie ist eine wichtige Futterpflanze für die Raupen des seltenen Trauerwidderchens und des ebenso raren Obsthain-Blütenspanners. Unter den Faltern selbst nährt sich der Grüne Zipfelfalter vom Nektar.

Für eine Hecke eignet sich die Felsenbirne vorzüglich, sowohl ökologisch wie kulinarisch und ebenso ästhetisch. Im Wechsel der Jahreszeiten bietet sie im April/Mai ein weißes Meer aus sternförmigen Blüten, im Juni süße Früchte und im Herbst schließlich bunte Blätter. Tipp: Die weißen Blüten und grünen Blätter ergänzen sich gut mit Blausternchen.

Die Höhe von 1 bis 4 m bei einem gleichzeitig sehr dichten Netzen von Zweigen macht sie zu einem idealen Heckengehölz, sogar für Vorgärten. Die Blätter sind im Sommer grün, im Herbst gelb bis orange und rot.

Von der Nahrung zum Schmuck

Heute dienen Felsenbirnen als Ziergehölze, dabei wurden sie früher ausschließlich als Obstträger angebaut. Die Früchte sind im Juni reif, Farbe und Geschmack erinnert an Heidelbeeren. Das Obst ist voll mit Vitaminen, Mineralstoffen und Gerbsäure.

Die wilde Felsenbirne wächst in Gebirgen und dort an trockenen Hängern, auf Halbtrockenrasen und lichten Eichen- oder Kiefernwäldern, auch auf Kalk und Fels. Die Gemeine Felsenbirne seit 500 Jahren eine Kulturpflanze, ihrem Ursprung als harter Brocken auf nährstoffarmen Böden verdankt sie derweil eine große Resistenz gegenüber den klassischen Gartenschädlingen.

8. Weißdorn

Weißdorn kommt in mehreren Arten natürlich in Europa vor und bevorzugt gemäßigte Klimazonen. Es handelt sich um sommergrüne Sträucher, die dicht verzweigen und sich mit einer Vielzahl Dornen schützen.

Die Rinde ist grünlich braun und schuppt, das Holz schwer und hart. Die Blätter sind buchtig, die Blüten weiß, bisweilen rosa. Im Herbst trägt der Weißdorn rote Früchte, die aber bei manchen Sorten auch blau, schwarz oder gelb sein können. Sie eignen sich kaum zum direkten Verzehr, meistens sind sie mehlig.

Der Strauch liebt zwar die Sonne, wächst aber auch im Halbschatten, in der Natur bildet er den Untergrund lichter Wälder und Waldlichtungen, ist auch eine typische Pflanze des Waldrandes. Die einzelnen Gewächse können ein Alter von 500 Jahren erreichen.

Der Weißdorn ist für eine natürliche Hecke hervorragend geeignet. (Bild: M. Schuppich/fotolia.com)

Das täglich Brot der Raupen

Weißdorn blüht im Mai und Juni. Im August erscheinen die Früchte und bleiben bis zum Frühling hängen. Sie ernähren eine Vielzahl von Vogelarten, neben der Eberesche ist der Weißdorn das wichtigste Vogelnährgehölz in Deutschland. Zudem fressen die Raupen von 54 Schmetterlingen an den Pflanzen.

Die Früchte enthalten sehr viele Vitamine und lassen sich zu Kompott, Marmelade, Saft und Sirup verarbeiten. Das getrocknete Fruchtfleisch ergibt eine Art „Mehl“, das sich gut in Brot verwerten lässt und diesem einem unverwechselbaren Geschmack gibt, den jedoch nicht alle mögen.

In der Medizin dient Weißdorntee aus Blättern, Blüten und Früchten als Mittel gegen Störungen des Herzkreislaufes.

Die Pflanze sieht schön aus, deswegen findet sie sich häufig in Gärten und Parks. Für eine Naturhecke achten Sie bitte darauf, dass es sich um den einheimischen Ein- oder Zweigriffeligen Weißdorn handelt und dabei nicht um eine Zuchtform mit gefüllten Blüten. Die sehen zwar nett aus, sind aber für Insekten ohne Nutzen.

Als Heckenpflanze hat der Strauch fast nur Vorteile. Er lässt sich ausgezeichnet schneiden, wächst schnell und nimmt auch radikalen Schnitt nicht übel. Als Lebensbasis für 150 Insekten- und 30 Singvogelarten handelt es sich um eine der ökologisch wichtigsten Pflanzen in Deutschland.

Weitere Heckenpflanzen

Weitere einheimische Pflanzen, die sich gut für natürliche Hecken eignen, sind Pfaffenhütchen (Vorsicht bei Kinder, die Früchte sind für Menschen giftig), die als Vogelbeere bekannte Eberesche mit gesunden Früchten, die Vogel- wie Heckenkirsche, die Wild- und Heckenrose und eine Anzahl von Beeren: Brombeere, Himbeere, Stachelbeere, rote und schwarze Johannisbeere.

Die Beeren schmecken nicht nur, sie sind allesamt erstklassige Nektar- und Pollenspender – die bedrohten Bienen und Hummeln werden ihnen den Anbau danken.
Vorsicht ist jedoch geboten: Himbeeren und Brombeeren sind Flachwurzler, die sich unter der Erde ausdehnen und an diversen Stellen aus dem Boden sprießen. Verwilderte Gärten bestehen oft nach wenigen Jahren zum größten Teil aus wilden Brombeeren.

Dornig-dominantes Tierparadies

Die Stacheln machen den Gang durch den Garten zur Schmerzprobe, und die Dominanz der Brombeeren senkt die Artenvielfalt rapide. Dabei sind die Beeren jedoch kein ökologisches Gift wie zum Beispiel der Kirschlorbeer, sondern für Vögel, Kleinsäuger und Insekten ein Schlaraffenland: Heckenbraunellen, Rotkehlchen und Zaunkönige legen im Schutz der Dornen ihre Nester an, Schmetterlinge, Bienen und Hummeln laben sich an den Blüten, Siebenschläfer und Haselmäuse an den Beeren.

Grenzen setzen

Um die wilden Brombeeren in Schach zu halten, empfiehlt es sich, die Wurzeln zu begrenzen. Dafür setzen sie eine Plane von circa 2 mm Dicke ungefähr 60 cm tief in die Erde und rahmen damit die Pflanze ein.

Last but not least sollte in keiner Hecke die Haselnuss fehlen. Die Eichhörnchen werden es ihnen danken, ebenso die Eichelhäher, und die seltene Haselmaus trägt sogar ihren Namen vom Nussbaum. (Dr. Utz Anhalt)

Quellen
http://www.biodivers.ch/de/index.php/Hecke/Planung?gclid=EAIaIQobChMIuaqXot312AIVswrTCh0LSQIuEAAYAiAAEgLxxPD_BwE#Pflanzplan
https://hamburg.nabu.de/tiere-und-pflanzen/garten/gartentipps/05228.html
http://www.gartendialog.de/gartengestaltung/gartenanlage/naturgarten-anlegen.html
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/naturschutz-im-garten/03581.html
http://www.naturgarten.org/
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/00841.html
http://region-hannover.bund.net/themen_und_projekte/naturgarten/