250.000 Euro für die Leukämie-Forschung

Heilpraxisnet

Leukämie-Forschungsprojekt an der Uni-Klinik Halle wird mit 250.000 Euro gefördert

14.08.2014

Die Leukämie-Forschung am Universitätsklinikum Halle wird mit 250.000 Euro aus der José-Carreras-Stiftung gefördert. „Die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Carsten Müller-Tidow (Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV) erhält von der Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. eine Forschungsförderung, um Resistenzmechanismen bei der Akuten Myeloischen Leukämie zu untersuchen“, so die Mitteilung der Uni-Klinik.

Den Angaben der Forscher zufolge sind akute Leukämien heute bei vielen Patienten gut behandelbar, doch leider komme es bei einigen zum Rückfall der Erkrankung. „Diese Rückfälle sind schwierig zu behandeln und erfordern dann oft eine Stammzelltransplantation, weil die Leukämiezellen gegen normale Therapien resistent geworden sind“, berichtet das Universitätsklinikum. „Unser Ziel ist die Entwicklung neuer Therapiestrategien, damit Resistenzen überwunden werden können – oder gar nicht erst auftreten“, erläutert Professor Müller-Tidow weiter.

Akute Myeloische Leukämie häufigste Leukämie bei Erwachsenen
Die häufigste Form der akuten Leukämien ist bei Erwachsenen die Akute Myeloische Leukämie, Hier ist es der Forschungsgruppe um Professor Müller-Tidow und Dr. Stefanie Göllner gelungen, einen neuen Mechanismus zu identifizieren, der Leukämiezellen gegenüber der Chemotherapie resistent werden lässt. „Dieser Mechanismus beruht auf Anpassungsveränderungen der Tumorzellen durch die Therapie und wird ohne genetische Änderungen fixiert und an die Tochterzellen weitergegeben“, berichtet die Uni-Klinik. Auf diese Weise würden die Leukämiezellen resistent gegen eine Vielzahl von Therapien. Allerdings biete der Effekt auch einen geeigneten Ansatzpunkt, die Resistenz zu überwinden. „Wir haben bereits mehrere Substanzen gefunden, mit denen wir die Resistenz überwinden können“, so dass die Therapie gegen die Leukämiezellen wieder wirksam wurde, erläuterte Dr. Stefanie Göllner.

Resistenzbildung verstehen und überwinden
In dem aktuellen Forschungsprojekt gehe es in den nächsten drei Jahren nun darum, den Mechanismus der Resistenzbildung besser zu verstehen und geeignete Therapieansätze zu entwickeln, um die Resistenzen zu überwinden, schreiben die Wissenschaftler. „Wir hoffen, dass wir mit dieser Forschung neue Ansätze entwickeln können, um Leukämietherapien noch wirksamer zu machen“, so Professor Müller-Tidow. Gabriele Kröner, Geschäftsführender Vorstand der José Carreras Leukämie-Stiftung, ergänzte, dass mit Projekten wie dem unter Leitung von Professor Müller-Tidow „grundlegende neue Erkenntnisse zum Verständnis der Mechanismen der Erkrankung“ gewonnen werden können und sie darum Schwerpunkt des Förderprogrammes der José Carreras Leukämie-Stiftung sind. Hier sollten langfristig erfolgversprechende und zuverlässige neue Therapieansätze entwickelt werden, „um die Überlebens- und Heilungschancen der betroffenen Patienten weiter erhöhen zu können.“

Die José Carreras Leukämie-Stiftung
Die gemeinnützige Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung wurde 1995 von José Carreras gegründet, nachdem dieser 1987 selber an Leukämie erkrankte und trotz schlechter Heilungschancen erfolgreich therapiert wurde. Seither hat die Stiftung fast 1.000 Projekte finanziert, „die den Bau von Forschungs- und Behandlungseinrichtungen, die Erforschung von Leukämie und ihrer Heilung sowie die Arbeit von Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen zum Ziel haben“, berichtet die Universitätsklinik Halle. (fp)

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de