Ätherische Öle können für Kinder gefährlich sein

Heilpraxisnet

Ätherische Öle könen vor allem für kleine Kinder gesundheitlich gefährlich sein.

Die Bundesapothekerkammer in Berlin warnt Eltern davor, vor allem unverdünnte ätherische Öle bei Kleinkindern anzuwenden. In zahlreichen Erkältungsbädern und rezeptfreien Erkältungsmedikamenten sind ätherische Öle enthalten, diese können bei kleinen Kindern starke Vergiftungen auf. Eltern sollten sich deshalb vor einer Anwendung genau informieren.

Ätherische Öle haben in der Naturheilkunde einen besonderen Stellenwert. Sie enthalten pflanzliche Wirkstoffe wie Eukalyptus und Menthol und werden vor allem zur Lösung von Schleim im im Bereich des Rachens eingesetzt. Auch bei Magenkrämpfen, Bauchschmerzen und aufgeblähten Bauch können vor allem in der Kinderheilkunde heilsame Tees mit den Wirkstoff-Komplexen Fenchel, Kümmel und Anis eingesetzt werden. Bei Entzündungen im Mund und Rachen werden auch Tees mit Salbei und Kamille verwendet. Die Wirkung dieser ätherischen Öle ist allgemein anerkannt.

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Doch vor einer Anwendung sollte man sich genau informieren. Das gilt vor allem für frei verkäufliche Anwendungen wie Erkältungsbäder oder Duftölen. So warnte Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer: "Immer wieder treten bei Kindern Vergiftungen auf. Eltern sollten sich deshalb vor jeder Selbst-Medikation beim Apotheker informieren". Besonders gefährdet für Vergiftungen sind Kinder unter drei Jahren. Sie reagierten beispielsweise auf Kampfer-, Eukalyptus-, Thymian- und Pfefferminzöl. Hier wurden oftmals Symptome wie Armennot, Krämpfe und sogar Bewusstseinsveränderungen beobachtet. Beobachten Eltern solche Anzeichen von Vergiftungen, sollte Eltern sofort einen Notarzt alarmieren oder sich an die Giftnotrufzentrale wenden.

Gefährlich sind Präparate für Kleinkinder, die unverdünnt in einer hohen Dosis angeboten werden. Das ist vereinzelt bei Arzneimitteln und kosmetischen Produkten der Fall. Eine kleine Menge, die aus versehen in in den Mund oder die Nase des Kindes gelangt, kann eine lebensbedrohende Verkrampfung des Kehlkopfes auslösen. Zudem können Beschwerden wie starke Hautreaktionen wie Rötung und Brennen der Haut, Schleimhautreizungen sowie Übelkeit und Erbrechen auftreten. Vorsicht ist auf bei unterschiedlichen Duftölen geboten, die für die Anwendung von Duftlampen gedacht sind. Eltern verwechselten solche Produkte oft und verabreichen diese in den Mund des Kindes. Als erste Hilfe bei versehentlicher Einnahme sollte dem Kind viel Wasser, Tee oder Saft verabreicht werden. Bevor also pflanzliche Produkte für Kleinkinder eingesetzt werden, sollten Eltern einen Apotheker, Arzt oder Heilpraktiker konsultieren. Zudem sollte nur auf Präparate zurück gegriffen werden, die speziell für Kinder konzipiert wurden.

Vorsichtig sollten Kinder und Erwachsene auch bei Hautpflegeprodukten sein, denn diese können bei empfindlichen Menschen Asthma- Anfälle auslösen. Die Betroffenen reagieren auf einzelne natürliche Substanzen wie Menthol allergisch. Bei einer Unverträglichkeit gegen über einzelnen Pflanzen- und Pflanzenwirkstoffen sollte zunächst eine Verträglichkeit getestet werden. Auch hier kann ein Naturheilexperte befragt werden. (sb, 25.09.2010)