Aktuelle Studie: Wasserspender an Schulen senken stark das Übergewicht bei Kindern

Durch die Aufstellung von Wasserspendern an öffentlichen Schulen in den USA ist das Gewicht der Kinder signifikant zurückgegangen. (Bild: Maksim Kostenko/fotolia.com)
Fabian Peters
Wasserspender an Schulen könnten helfen, Fettleibigkeit und Übergewicht zu bekämpfen
Viele Kinder in der heutigen Zeit leiden unter Übergewicht. Das liegt oft an der Ernährung. Kinder trinken gerne Limonade und essen viele Süßigkeiten. Der Konsum von mehr Wasser könnte Kindern helfen, ihr Übergewicht abzubauen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie.

Wasser trinken soll bekanntlich gesund sein. Nun wurde wissenschaftlich belegt, dass Wasser Kindern sogar helfen kann, Gewicht zu verlieren. Schulen sollten viel mehr Wasserspender aufstellen, um das Übergewicht bei Kindern zu reduzieren, schlugen US-Forscher auf Basis der aktuellen Studie vor. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichten die Wissenschaftler in dem Fachjournal „JAMA Pediatrics“.

Durch die Aufstellung von Wasserspendern an öffentlichen Schulen in den USA ist das Gewicht der Kinder signifikant zurückgegangen. (Bild: Maksim Kostenko/fotolia.com)
Durch die Aufstellung von Wasserspendern an öffentlichen Schulen in den USA ist das Gewicht der Kinder signifikant zurückgegangen. (Bild: Maksim Kostenko/fotolia.com)

Installation von Wasserspendern verringert BMI und Übergewicht bei Kindern
Die Installation von Wasserspendern in Grund- und Mittelschulen führt laut Aussage der US-Wissenschaftler zu einem kleinen, aber statistisch signifikanten Rückgang des Body Mass Index (BMI). Der BMI war bei Jungen um 0,025 Punkte verringert und ist 0,022 Punkten bei Mädchen gesunken, wenn in den Schulen Wasserspender installiert waren, erklärt Dr. Amy Ellen Schwartz von der Universität Syracuse. Das Risiko für Übergewicht sank um 0,9 Prozent bei Jungen und um 0,6 Prozent bei Mädchen. Die Auswirkung der Wasserspender auf das Gewicht der Schüler ist eine kleine, aber durchaus sinnvolle Verbesserung, fügte die Mediziner hinzu. Etwa vierzig Prozent der Kinder an öffentlichen Schulen in den USA sind übergewichtig, betont der Co-Autor Dr. Brian Elbel von der „New York University School of Medicine“.

Schulen sollten Wasserspender in der Cafeteria aufstellen
Die Wasserspender scheinen sogar die Milchverkäufe in der Cafeteria zu beeinflussen. Es sei eine signifikante Abnahme für Produkte mit Schokoladengeschmack zu erkennen zu gewesen, berichten die Forscher. Diese Verringerung der Milchverkäufe könnte die Auswirkungen auf den BMI erklären, vermuteten einige der Mediziner. Ich war nicht überrascht, dass der BMI sich durch erhöhte Wasseraufnahme reduzierte, als ich feststellte, dass dadurch der Verkauf von Schokoladenmilch zurückging, erklärt Skylar Griggs vom Kinderkrankenhaus Boston. Schokoladenmilch sei zwar Milch, enthalte aber trotzdem sehr große Mengen Zucker. Trinkwasserspender in der Cafeteria seien ein guter Ansatz, um das Übergewicht bei Kindern zu bekämpfen. Auch wenn ein Wasserspender nur etwa 1.000 Dollar kostet, sei dieser Betrag allerdings eine starke Belastung für das Budget von einigen Schulbezirken. Trotz des Preises für die Wasserspender ist diese Methode jedoch relativ preiswert, verglichen mit anderen intensiveren Adipositas-Strategien, erläutern die Wissenschaftler in ihrer Studie.

Begrenzte Haushaltsmittel erschweren Aufstellung von Wasserspendern
Die Kosten der Wasserspender können nach Einschätzung der Wissenschaftler eine Barriere für einen nachhaltigen Zugang zu Wasser in den Schulen darstellen. Insbesondere angesichts der vielen konkurrierenden Anforderungen für die begrenzten Haushaltsmittel in vielen Bildungseinrichtungen. Die Studie untersucht die Daten aus 1.227 öffentlichen Grund- und Mittelschulen in New York. Letztlich wurden die Daten von mehr als einer Million Kindern erfasst. Das Wasserspender Programm begann an fünf Schulkantinen und bis zum Ende des Untersuchungszeitraumes errichteten zwei Drittel der untersuchten Schulen Wasserspender. Es sei aber nicht klar zu erkennen gewesen, welche Mengen Wasser und welche Getränke die Schüler genau zu sich nahmen, nachdem die Wasserspender errichtet waren, sagten die Mediziner. Die Beseitigung von stark zuckerhaltigen Getränken in den Schulen sei wirklich ein großer Schritt bei der Bekämpfung von Übergewicht. Die Stadt New York hatte damit schon angefangen, bevor die Studie mit den Wasserspendern begann. Es wäre somit sehr interessant zu sehen, wie sich das Wasserspender-Programm an Schulen auswirken würde, die bislang weiterhin stark zuckerhaltige Getränke verkaufen, erläuterten die Forscher.(as)

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