Antibakteriell Produkte immer überflüssig

Heilpraxisnet
Ökotest: Antibakterielle Produkte nicht zu empfehlen

27.02.2015

Antibakterielle Produkte sind heute nahezu in jedem Supermarkt erhältlich, doch ist keines der Produkte zu empfehlen, berichtet die Zeitschrift „Ökotest„. Zwar Versprechen die antimikrobiellen Mittel bis zu 99 Prozent aller Bakterien und Viren wegzuputzen, doch können sie dieses Versprechen laut „Ökotest“ nicht halten. Von den 24 getesteten antibakteriellen Produkten wie Flüssigseifen, Desinfektionsgelen, Hygienetüchern oder Sprays für Oberflächen wurde keines den Ansprüchen der Tester gerecht. Schlimmstenfalls könnten die Mittel sogar zur vermehrten Entwicklung von Resistenzen führen., warnt „Ökotest“ unter Berufung auf das Umweltbundesamt.

Die antibakteriellen Produkte sind bei Verbraucherinnen und Verbrauchern durchaus beliebt, zum Beispiel um unterwegs schnell die Hände zu desinfizieren, den heruntergefallenen Schnuller des Kindes abzuwischen oder die Toilettensitzfläche sauber zu machen. In jedem Supermarkt- oder Drogerieregal seien die antibakteriellen Produkte heute zu finden, berichtet „Ökotest“. Die Produzenten würden hier nicht ohne Erfolg auf das Schutzbedürfnis der Verbraucher vor Viren und Bakterien setzen. Doch überzeugen konnte keines der getesteten antibakteriellen Produkte. „Bei einer durchschnittlichen Hygiene im Haushalt ist der Einsatz antimikrobieller Mittel überflüssig“, so die Mitteilung der Zeitschrift.

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Antibakterielle Mittel im Test
Beworben werden die antibakteriellen Mittel mit Versprechen wie: „Beseitigt 99,99 Prozent aller Keime.“ Die Tester haben daher bei den Herstellern nachgefragt, mit welchen Substanzen die versprochenen Effekte erreicht werden sollen, und um die Vorlage von Belegen für die antibakterielle Wirksamkeit sowie für den hygienischen Nutzen gebeten. Des Weiteren wurden die Produkte laut Angaben der Zeitschrift im Labor auf potenziell schädliche Inhaltsstoffe wie DEP (zur Vergällung von Alkohol eingesetzter Weichmacher), biozid wirkende quartäre Ammoniumverbindungen, Formaldehyd/-abspalter, halogenorganische Verbindungen und Isothiazolinone untersucht. Besser als „befriedigend“ konnte in dem aktuellen Test jedoch keines der antibakteriellen Produkte abschneiden. Wobei dies laut Angaben von „Ökotest“ bedeutet, dass „die Produkte dem Verbraucher keinen hygienischen Vorteil bieten, der über das regelmäßige Waschen mit Wasser und Seife hinausgeht.“

Korrekte Anwendung antibakterieller Mittel nicht sicherzustellen
Generell sei festzuhalten, dass jeder Wirkstoff, der in einem Desinfektionsmittel verwendet wird, nur gegen bestimmte Mikroorganismen wirkt, berichtet „Ökotest“ unter Berufung auf das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Daher können die Produkte nicht universell eingesetzt werden, sondern die Verbraucher müssten theoretische genau überprüfen, „wogegen und vor allem in welcher Dosis die Mittel antibakteriell wirken.“ Zudem müsse die vorgeschriebene Einwirkzeit unbedingt eingehalten werden, um die Keime sicher abzutöten. Eine korrekte Anwendung der Produkte im Privathaushalt sei den Angaben des BfR zufolge kaum sicherzustellen. (fp)

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: stefane / pixelio.de