Aufwärmen und Dehnen auch im Hochsommer

Heilpraxisnet

Muskeln sollten auch im Hochsommer vor dem Sport gedehnt werden

17.07.2014

Im Hochsommer sind bei sportlichen Aktivitäten einige Besonderheiten zu beachten, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) hat in einer aktuellen Pressemitteilung daher zwölf Tipps zum Training bei hochsommerlichen Außentemperaturen zusammengestellt. Hier korrigiert das DGK auch eine durchaus verbreitete Fehleinschätzung. „Wer denkt, wenn es heiß ist, müsse man sich nicht aufwärmen und dehnen, liegt falsch“, so die Mitteilung des DGK in Marburg.

Den Angaben der Experten zufolge hat „die Außentemperatur keinen Einfluss auf die Muskeln“, weshalb vor dem Sport immer Aufwärmen und Dehnen angebracht sei, da sonst die Gefahr einer Zerrung bestehe. Des Weiteren gelte es zu beachten, dass bei hohen Temperaturen die Leistungsfähigkeit zunächst generell herabgesetzt ist. „Damit Sie dem Körper nicht schaden, sollten Sie Ihr Trainingspensum so weit reduzieren, dass Sie auch danach noch Kraftreserven verspüren“, erläutert das DGK. Die Hitzeverträglichkeit sei jedoch „hauptsächlich eine Gewöhnungssache und die Anpassung in der Regel ein relativ schneller Prozess.“

Sport bei hochsommerlichen Temperaturen
Der DGK-Mitteilung zufolge ist davon auszugehen, dass nach rund zehn Tagen Aufenthalt in der Wärme ungefähr 90 Prozent der maximal möglichen Steigerung der Hitzetoleranz erreicht sind. Durch das vergrößerte Blutvolumen und die verstärkte Schweißproduktion (bei gleichzeitig geringerem Elektrolytgehalt des Schweißes) „gelingt es besser, die Körperkerntemperatur auf einem niedrigen Niveau zu halten“, berichtet das Deutsche Grüne Kreuz. Allerdings reagiere „jeder Sportler auf körperliche Leistungen bei Hitze anders, manche vertragen die Hitze besser, andere weniger.“ Zum Beispiel sei bei Läufern festzustellen, dass kleine und leichte Personen die Belastungen durch starke Hitze offenbar besser wegstecken, als große und schwere. „Zudem scheinen Menschen mit geringem Körperfettgehalt, niedrigem Alter und einem guten Trainingszustand besser mit Hitze klarzukommen“, erläutert das DGK.

Sonnenschutz auch beim Sport beachten
Die Experten berichten weiter, dass vor dem Training in jedem Fall ausreichend getrunken werden sollte und zudem auf leichte, luftige und helle Kleidung sowie einen angemessenen Sonnenschutz zu achten ist. Hier seien „fetthaltige Cremes für Sportler allerdings ungeeignet“, da diese „die Poren verstopfen und das Schwitzen behindern“ können, erläutert das DGK. Besser seien daher Sonnenschutzmittel in Form leichter Lotionen oder fettfreier Gele. Bei Außentemperatur von 25 Grad Celsius ist das Training bereits eine hohe Anforderung für den Körper und ab 30 Grad sollte Ausdauersport nur noch im Schatten betrieben werden (beispielsweise Joggen im Wald), so die Mitteilung des DGK weiter. Deutlich erhöhte Ozonwerte seien ein Grund, um ganz auf den Sport im Freien zu verzichten, wobei die tagesaktuellen Werte auf der Internetseite des Umweltbundesamts abgerufen werden können.

Keine eiskalte Dusche nach dem Sport
Da im Hochsommer die Temperaturen meist in den frühen Morgenstunden am niedrigsten sind, empfiehlt das DGK diesen Zeitraum für die körperlichen Aktivitäten zu nutzen. „Wer abends joggen gehen will, sollte so spät wie möglich loslegen“, berichtet das DGK weiter. Obwohl die Versuchung groß ist, sollte den Experten zufolge direkt nach dem Sport keine eiskalte Dusche genommen werden, denn dies könne zu Herzrhythmusstörungen führen. Hier rät das DGK dem Körper eine „Nachschwitzphase von etwa fünfzehn Minuten“ zu gönnen und anschließend „mit einer als angenehm empfundenen Wassertemperatur zu duschen.“ (fp)


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