Babys fördern mit interaktiven Gesprächen der Eltern

Eltern, die auf ihr Baby und seine Laute reagieren, fördern die Lernprozesse des Nachwuchses. Dieses interaktive Engagement ist für die geistige Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)
Alfred Domke
Gespräche mit Babys bedeutend für die geistige Entwicklung
Babys können schon im Mutterleib „mithören“. Die Bedeutung der Sprache erkennen sie jedoch erst, wenn sie einige Monate auf der Welt sind. Trotzdem ist es wichtig, von Anfang an mit den Säuglingen zu reden und ihnen Aufmerksamkeit zu widmen. Die Kleinen profitieren enorm vom interaktiven Engagement ihrer Eltern.

Mit dem Nachwuchs reden und interagieren
Die meisten Paare, die erstmals Eltern geworden sind, wollen sich vor allem in den ersten Wochen voll auf das Baby konzentrieren und möglichst nichts falsch machen. Bekannt ist in der Regel, dass der Nachwuchs besser nicht ständig mit „Dutzi Dutzi“ oder Ähnlichem angesprochen werden soll. Denn Babys verdummen durch Babysprache. Zudem ist das sehr frühe Interagieren mit den Kleinen wichtig.

Eltern, die auf ihr Baby und seine Laute reagieren, fördern die Lernprozesse des Nachwuchses. Dieses interaktive Engagement ist für die geistige Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)
Eltern, die auf ihr Baby und seine Laute reagieren, fördern die Lernprozesse des Nachwuchses. Dieses interaktive Engagement ist für die geistige Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)

Besonders sensible Lernphase
Wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) auf seiner Webseite „kinderaerzte-im-netz.de“ schreibt, ist bis zum Alter von drei Jahren eine besonders sensible Lernphase. Die Kleinen saugen alles wie ein „Schwamm“ auf. Eltern, die auf ihr Baby und seine Laute reagieren, fördern die Lernprozesse des Nachwuchses. Laut den Experten ist dieses interaktive Engagement wie Nahrung für seine geistige Entwicklung, für den Spracherwerb und sogar eine wichtige Grundlage für die spätere Schulreife und für das soziale und emotionale Wohlbefinden des Kindes.

Viele Kinder enthalten entsprechende Aufmerksamkeit nicht
Allerdings kamen US-amerikanische Wissenschaftler in einer aktuellen Studie zu dem Ergebnis, dass viele Kinder diese Aufmerksamkeit nicht erhalten. Im Fachmagazin „JAMA Pediatrics“ berichteten die Forscher über ihre Untersuchung. Wie es auf dem Internetportal „MedicalXpress“ dazu heißt, hören Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen durchschnittlich 30 Millionen weniger Worte und erreichen als Dreijährige weniger als die Hälfte des Wortschatzes, den Gleichaltrige aus Familien mit hohen Einkommen bis dahin erworben haben.

Tipps für Eltern
Laut den Wissenschaftlern beeinflusst aber nicht allein die Anzahl der Worte die Entwicklung, sondern auch der Qualität der Interaktionen kommt große Bedeutung zu. Die Experten geben Eltern Tipps, wie sie ihren Nachwuchs entsprechend seiner Entwicklungsphase in den ersten drei Jahren fördern können:

Überdeutliche Laute und übertriebene Mimik
Bis zum Alter von einem halben Jahr besteht effektive Kommunikation aus einer aufmerksamen Zuwendung, die aus überdeutlichen Lauten und übertriebener Mimik besteht. Eltern, die erfreut auf das Brabbeln ihres Kindes reagieren, schaffen die Basis für den Spracherwerb, für eine verlässliche Bindung, die Kindern auch im weiteren Leben Sicherheit vermittelt.

Die Anzahl der Wörter, die Kinder verstehen, nimmt rasant zu. Beispielsweise können einige mit sechs Monaten auf ihre Nase zeigen, bevor sie das Wort aussprechen können. Am besten lernen Babys aus sozialen Interaktionen mit ihren Bezugspersonen, die sich auf Alltägliches konzentrieren. Zeigen und Gesten unterstützen das Verständnis in dieser Lernphase von sechs bis 18 Monaten.

18 bis 36 Monate
Im Alter von eineinhalb bis drei Jahren mit zunehmenden verbalen und kognitiven Fähigkeiten können Eltern beginnen Fragen zu stellen: „Was-“ und „Wo-“ Fragen, für Abwechslung im Gespräch sorgen und mehr sowie verschiedene Wörter verwenden.

Klare Antworten mit Erläuterungen
Wenn die Kinder 36 Monate und älter sind, lernen sie am meisten von Gesprächen über die Vergangenheit und die Zukunft. Dann beginnen sich die erzählerischen Fähigkeiten eines Kindes zu entfalten. Eltern können ihren Nachwuchs fragen, was passiert ist, und was zuerst geschah, was später. Außerdem können sie die Kleinen in diesem Alter mit „Warum“- und „Wie“-Fragen herausfordern. Stellen Kinder ihnen solche Fragen, sollten sie stets versuchen, klare Antworten mit Erläuterungen zu geben. (ad)

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