Bei Sodbrennen und Aufstoßen Ernährungsumstellung

Astrid Goldmayer

Ernährungsumstellung kann Sodbrennen lindern

21.07.2012

Sodbrennen und Aufstoßen noch Stunden nach der Mahlzeit sind unangenehm und schränken die Lebensqualität von Betroffenen deutlich ein. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) rät zu einer Ernährungsumstellung. Wer auf Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke, fettes Essen und saures Obst verzichtet, kann die Beschwerde häufig lindern.

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Operation ist das letzte Mittel bei Sodbrennen
Wenn vermehrt Mageninhalt aufgrund eines defekten Verschlusses zwischen Magen und Speiseröhre in diese gelangt, kommt es zu häufigerem Aufstoßen und Sodbrennen. In vielen Fällen löst die zurückfließende Magensäure eine Entzündung der Schleimhaut (Speiseröhrenentzündung) in der Speiseröhre, die sogenannte Refluxkrankheit, aus.

„Wird eine Refluxkrankheit festgestellt, machen sich viele Menschen wegen Folgeerkrankungen wie Speiseröhrenkrebs Sorgen", berichtet Andreas Waltering, stellvertretender Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation beim IQWiG. Die Speiseröhren-Schleimhaut könne sich im Laufe der Zeit zu einem sogenannten Barrett-Ösophagus verändern und daraus im schlimmsten Fall zu Speiseröhrenkrebs entwickeln. „Aber auch bei Menschen mit Barrett-Ösophagus ist Speiseröhrenkrebs selten: Etwa eine von 100 Personen erkrankt innerhalb von zehn Jahren daran", so Waltering.

Sodbrennen wird von Betroffenen häufig als sehr unangenehm empfunden. „Diese Beschwerden können enorm belastend sein“, erklärt Waltering und fügt hinzu, dass die Symptome zudem „den Schlaf und das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen“. Das IQWiG rät Betroffenen auf seinen Internetportal Gesundheitsinformation.de dazu, ihre Ernährungsgewohnheiten umzustellen. Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke, saures Obst und fettreiches Essen sollten demnach gemieden werden. Ebenso begünstige Tabakkonsum und Alkohol die Erkrankung und solle deshalb stark reduziert werden. Gewichtsreduktion könne ebenfalls helfen, die Symptome zu lindern. Häufig benötigten Betroffene aber viel Geduld, bis sie die richtige Behandlung gefunden hätten, so das IQWiG.

Verschaffen die sanfteren Methoden keine Linderung, gibt es diverse Medikamente. Laut IQWiG wirken sogenannte Protonenpumpenhemmer bei etwa der hälfte der Betroffenen so gut, dass sie kaum noch Sodbrennen haben. Das gehe aus verschiedenen Studien hervor. Das letzte Mittel ist eine Operation, die jedoch immer mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden ist.

Bei Sodbrennen hilft Naturheilkunde
In der Naturheilkunde gilt Kamille als besonders wirksam gegen Sodbrennen. Sie wirkt entzündungshemmend, wundheilend und krampflösend. Im akuten Fall von Sodbrennen beruhigt und entspannt eine Tasse Kamillentee den Magen. Bei wiederkehrendem Sodbrennen empfehlen Heilpraktiker häufig eine Rollkur mit Kamillentee, die täglich mindestens eine Woche lang wiederholt wird. Sinn und Zweck der Rollkur ist es, möglichst viel Magenschleimhaut mit Kamillentee zu benetzen, um die heilen Wirkung zu verstärken. (ag)