Bellender Husten – Pseudokrupp: Wenn Kindern plötzlich die Luft zum Atmen fehlt

Wenn Kleinkinder nachts plötzlich mit starkem, bellendem Husten und Atemnot aufwachen, handelt es wahrscheinlich um Pseudokrupp. Das Kind sollte dann beruhigt und auf den Arm genommen werden. Auch Zäpfchen oder Inhalieren können helfen. (Bild: Alex Ishchenko/fotolia.com)
Alfred Domke
Starker bellender Husten und Atemnot bei Kindern – Hilfe bei Pseudokrupp
Wachen Babys oder kleine Kinder nachts plötzlich mit starkem, bellenden Husten auf, handelt es sich wahrscheinlich um Pseudokrupp (Krupphusten). Die Kleinen leiden dabei zudem unter Atemnot und werden unruhig. Experten erklären, was Eltern dann beachten müssen.

Wenn das Kind mit bellendem Husten aufwacht
Bellender Husten, starke Atemnot und ein pfeifendes Geräusch bei der Einatmung: Pseudokrupp gehört zu den häufigsten Erkrankungen bei kleinen Kindern und tritt bevorzugt im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren auf. Das Universitätsklinikum Freiburg erklärt in einer Mitteilung: „Pseudokrupp ist eine Entzündung der Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfs und der Stimmbänder. Hervorgerufen wird die Erkrankung meist durch Viren.“ Dann sind die Schleimhäute im Bereich des Kehlkopfs und der Stimmbänder so stark angeschwollen, dass die Atemwege fast verschlossen sind. Bei jedem Atemzug entsteht ein pfeifendes und fauchendes Geräusch.

Wenn Kleinkinder nachts plötzlich mit starkem, bellendem Husten und Atemnot aufwachen, handelt es wahrscheinlich um Pseudokrupp. Das Kind sollte dann beruhigt und auf den Arm genommen werden. Auch Zäpfchen oder Inhalieren können helfen. (Bild: Alex Ishchenko/fotolia.com)
Wenn Kleinkinder nachts plötzlich mit starkem, bellendem Husten und Atemnot aufwachen, handelt es wahrscheinlich um Pseudokrupp. Das Kind sollte dann beruhigt und auf den Arm genommen werden. Auch Zäpfchen oder Inhalieren können helfen. (Bild: Alex Ishchenko/fotolia.com)

Jungen erkranken häufiger als Mädchen
Wie die Stiftung Kindergesundheit in einem älteren Newsletter berichtete, erkranken laut dem Robert Koch-Institut (RKI) Jungen zweimal häufiger an Pseudokrupp als Mädchen. Nach Angaben des Klinikums husten die Kinder besonders stark am Abend. Wird das bellende Hustengeräusch immer stärker, kann ein Anfall auftreten. „Trotz der bedrohlichen und Angst erregenden Hustengeräusche verläuft der Krupp-Anfall normalerweise gutartig. Am nächsten Morgen kann alles vorbei sein. Manche Kinder können sich allerdings in einen lebensbedrohlichen Zustand hineinsteigern“, schreiben die Experten der Stiftung.

Bei schwerer Atemnot sofort einen Arzt rufen
Professor Dr. Andrea Heinzmann, Oberärztin am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Freiburg erklärt, wie Kleinkindern schnell geholfen werden kann. Laut der Expertin ist es wichtig, „dass das Kind beruhigt wird und vom Husten abgelenkt wird. Somit kommt das Kind auch wieder zur Ruhe“. Es sei vorteilhaft, den Oberkörper des Kindes hochzulagern. Bei akuter Luftnot sollte jedoch sofort der Notarzt gerufen werden. Das sehen auch die Experten des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte so. Professor Hans-Jürgen Nentwich vom BVKJ warnte in einer Meldung: „Bei jeder schweren Atemnot sollte sofort ein Arzt gerufen werden. Wenn sich Lippen und/oder Nägel des Kindes blau verfärben, handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall, bei dem Eltern sofort den Notarzt rufen sollten.“

Ruhe bewahren und Kind auf den Arm nehmen
Das Atmen wird durch kühlfeuchte Nachtluft erleichtert. „Dazu sollte das Kind aufrecht hingesetzt oder auf den Arm genommen werden. Wenn sich der Husten gebessert hat, kann durch das Trinken kühler Getränke zusätzlich eine Abschwellung und damit Linderung der Beschwerden erreicht werden“, so Professor Heinzmann. Auch wenn der Husten bei Pseudokrupp schlimm klingt, ist es wichtig, stets Ruhe zu bewahren und am Abend zur Linderung des Hustens mit dem Kind nach draußen auf den Balkon oder auf die Terrasse zu gehen.

Medikamentöse Therapie mit Kortison oder Adrenalin
Für eine medikamentöse Therapie gibt es laut dem Universitätsklinikum Freiburg zwei Optionen: Zum einen die Gabe von Kortison und zum anderen eine Inhalation mit Epinephrin oder L-Adrenalin. Kortison kann als Zäpfchen oder als Saft gegeben werden. „Da bei Zäpfchen die Menge an Kortison, die letztlich vom Körper aufgenommen wird, sehr stark schwankt, sollte der Saft bevorzugt werden“, erläutert Professor Heinzmann. Wichtig zu wissen ist, dass die Wirkung des Kortisons erst nach einiger Zeit einsetzt. Wird das Atmen für das Kind innerhalb einer Stunde nicht leichter, sollten weitere Schritte eingeleitet werden. „Eine rasche Wirkung zeigt die Inhalation mit Epinephrin oder L-Adrenalin. Die sollte aber aufgrund möglicher Nebenwirkungen, wie zum Beispiel eine Erhöhung des Pulses, beim Kinderarzt oder in der Klinik geschehen“, empfiehlt Professor Heinzmann. Wie es heißt, führt der Wirkstoff zu einer Verengung der Blutgefäße und damit zu einer Abschwellung der Schleimhaut in den Luftwegen. (ad)

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