Blähungen: Wieviele Pupse am Tag sind normal? Was hilft gegen Krämpfe

Sebastian
Heute schon gepupst? Wie viel pupsen ist normal?
Jeder Mensch muss pupsen. Blähungen sind vollkommen normal und sinnvoll. Doch manchmal leiden Betroffene sehr unter den Blähungen, weil diese ein Maß annehmen, das nicht mehr normal ist. Doch wie viel Pupsen ist normal. Ein Tabuthema, über das viele Menschen nicht sprechen. Aber: Wer viel pupst, sollte sich untersuchen lassen, denn es könnte eine Erkrankung dahinterstecken.

Warum stinken einige Blähungen so überaus unangenehm?
Es kann schon extrem peinlich sein, wenn wir in der Öffentlichkeit pupsen müssen. Gerade wenn andere Personen anwesend sind, lässt sich ein stark stinkender Furz schwer verheimlichen. In solchen Situationen schämen wir uns natürlich. Doch gibt es Möglichkeiten zur Reduzierung des starken Geruchs. Forscher fanden heraus, warum einige Winde so stark stinken.

Wer viel pupst, leidet vielleicht an einer Krankheit. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Ernährung beeinflusst stark den Geruch
Wissenschaftler fanden bei ihrer Untersuchung heraus, dass unsere Ernährung für die verschiedenen Arten von Gerüchen beim Winde lassen verantwortlich ist. Einige Nahrungsmittel führen zu stark stinkenden Flatulenzen, andere Lebensmittel reduzieren schlechte Gerüche. Fürze sind eine Mischung aus 59 Prozent Stickstoff, 21 Prozent Wasserstoff, 9 Prozent Kohlendioxid, 7 Prozent Methan und 4 Prozent Sauerstoff. Der Sauerstoff entstehe dabei entweder durch verschluckte Luft oder durch chemische Reaktionen im Darm. Forscher der Monash University in Melbourne konnten feststellen, dass ein Produkt mit der Bezeichnung Cysteine der Hauptgrund für übel riechende Fürze ist. Cysteine ist vor allem in Milchprodukten, Fleisch und Eiern enthalten.

Was bewirkt stärkehaltige Nahrung im Magen?
Der Konsum von stärkehaltiger Nahrung zwingt den menschlichen Magen dazu, dass zuerst die Stärke verarbeitet wird. So wird der Fokus weg von dem Protein verschoben, was die Produktion des Schwefelwasserstoffs schließlich verringert. „Im Prinzip sind Blähungen ein Zeichen dafür, dass der Darm arbeitet“, sagt Dagmar Mainz, Sprecherin des Berufsverbands Niedergelassener Gastroenterologen. Im Schnitt müssen wir acht bis zehn Mal pro Tag Winde von uns lassen. Warum ist Pupsen oft laut? Je größer der Druck auf den Schließmuskel ist, je lauter ist auch der Pups.

Leise, Laut, Stinkend oder Neutral
Ob leise, laut, stinkend oder neutral, das hängt davon ab, was wir gegessen haben. „Rohkost in Form von Obst und Gemüse, Müsli und Milchprodukte können Blähungen begünstigen“, erklärt Mainz. Blähungen bedingen auch Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Kohl, frisches Brot und Zwiebeln. „Große Mengen kohlensäurehaltiger Getränke können ebenfalls für einen gesteigerten Gasgehalt im Darm sorgen“, sagt Ursula Hilpert-Mühlig vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker. Auch ob wir Stress haben, zu hastig essen oder uns zu wenig Bewegen- das alles kann ebenfalls häufiges Auftreten von Winden begünstigen.






Wie viel Pupse sind (noch) normal?
Nicht wenige Menschen leiden unter einem regelrechten Blähbauch. Sie denken, sie seien ständig aufgebläht und müssen ständig viele Pupse lassen. Wer mehr als 20 mal pupst, und dabei auch Bauchschmerzen hat, sollte einen Arzt aufsuchen. Bei Manchen kann das Aufgebläht sein so stark ausgeprägt sein, dass sie Herzschmerzen bekommen. Mediziner bezeichnen dieses Phänomen: „Roemheld-Syndrom“. Nicht selten denken die Betroffenen, sie erleiden einen Herzinfarkt. Dabei ist es die Luft, die auf das Zwerchfell drückt und so die Beschwerden verursacht.

Es kann aber auch eine Unverträglichkeit vorliegen. „Es kann auch an einer Unverträglichkeit etwa von Milchzucker oder Fruchtzucker liegen“, erläutert Mainz. Milchzucker findet sich in Sahne, Quark oder Eis. Fruchtzucker in Obst.

Reizdarm oder Unverträglichkeiten manchmal Ursache
Eine weitere Möglichkeit ist der sogenannte Reizdarm. Rund 30 Prozent der Deutschen leiden an den unterschiedlichen Formen des Reizdarmsyndroms. Bislang helfen Medikamente wenig bis gar nicht. Auf Dauer müssen Patienten ihre Ernährung umstellen und herausfinden, welche Lebensmittel verantwortlich sind. Die Patienten leiden in der Regel Blähungen, Durchfall – manchmal auch Verstopfung – und krampfartige Schmerzen im Darmbereich. Doch auch im Magen und Speiseröhre können Symptome wie Völlegefühl nach dem Essen, Magenschmerzen, Sodbrennen sowie Übelkeit und Erbrechen auftreten. In vielen Fällen sind Lebensmittel der Auslöser für die Beschwerden. Betroffenen kann dann eine individuelle Diät helfen.

Möglich ist aber auch, dass die Darmflora gestört ist. In diesem Fall sind die Billionen von Bakterien im Darm aus ihrem natürlichen Gleichgewicht geraten. Symptome sind dann Verstopfungen, Durchfall, Blähbauch. Dann hilft nur auf Lebensmittel zu verzichten, die blähen. Sport kann den Darm wieder in Schwung bringen und dafür sorgen, dass festsitzende Winde abgehen. Liegt eine Milchzuckerunverträglichkeit vor, kann das schnell mit einem Test beim Arzt festgestellt werden. Betroffene merken es auch, wenn die Blähungen verstärkt nach dem Essen von Quark oder anderen Milchspeisen auftritt. Heilbar ist eine Laktoseintoleranz leider nicht. Allerdings können die Beschwerden durch Verzicht und die Einnahme von Laktat vermindert werden. Sinnvoll ist, Nahrung mit Milchzucker zu meiden. „Das macht man aber am besten nicht auf eigene Faust, sondern erst nach der ärztlichen Abklärung, ob die Diagnose tatsächlich stimmt“, erläutert Bettina Sauer von der Stiftung Warentest in Berlin. Da Gleiche gilt auch für Fructoseintoleranz.

Einfache Hausmittel gegen Blähungen können helfen, die Beschwerden durch den geblähten Bauch zu mindern. Als hilfreich haben sich feucht-warme-Umschläge erwiesen. Diese werden auf den Bauch gelegt, damit sich der Darm beruhigen kann. Es lenkt auch vom Bauchweh ab. Hilpert-Mühlig empfiehlt bei Blähungen den Vier-Winde-Tee. Enthalten sind Kümmel- und Fenchelsamen, Pfefferminzblätter sowie Kamillenblüten. In Reformhäusern sind die Tees zu beziehen. Der Tee sollte 10 Minuten ziehen, danach durch ein Sieb gegossen werden. „Davon sollten vier Tassen täglich getrunken werden, bis Besserung eintritt“, sagt Hilpert-Mühlig. Zum sollten Lebensmittel gut gekaut und nicht hastig gegessen werden. Weniger Stress und viel Ruhe sowie Entspannung helfen ebenfalls.

Um störende Winde und Bauchkneifen zu vermeiden, kann Bewegung viel nützen. Wer sich regelmäßig aktiv oder gar sportlich bewegt, hat weniger Probleme mit dem Darm.