Die besten Hausmittel bei Blähungen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen ansehen

Mit diesen Hausmitteln können Sie Blähungen selbst behandeln

Hausmittel können bei Blähungen und Blähbauch helfen. Diese gehen in der Regel mit Bauchschmerzen, Aufstoßen und abgehenden Winden einher. Bei ständig starken oder anhaltenden Beschwerden sollten ein Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden, um ernste Ursachen auszuschließen bzw. therapeutische Maßnahmen zu ergreifen. In den meisten Fällen sind Blähungen jedoch unangenehmer Ausdruck einer Verdauungsstörung, die sich mit Hausmittelnn aus der Naturheilkunde lindern oder beseitigen lässt.


Schnelle Hilfe bei Blähungen: Die richtige Ernährung

Die richtige Ernährung kann Blähungen vermindern. Meiden Sie Fertigprodukte und stark blähende Nahrungsmittel wie Zwiebeln, Kohl, Hülsenfrüchte oder frisches Brot. Lebensmittel, die raffinierten Zucker enthalten oder sehr ballaststoffreich sind, können Blähungen verstärken. Ein allmählicher Übergang zur vollwertigen Ernährung eignet sich deshalb besser als eine abrupte Umstellung. Hilfreich ist zwischenzeitlich die Verwendung verdauungsfördernder Kräuter und Gewürze:

  • Kamille,
  • Melisse,
  • Pfefferminze,
  • Anis,
  • Kümmel,
  • Fenchel,
  • Koriander
  • und Kardamom können vielfältig in der Küche verarbeitet werden.

Kardamomsamen beispielsweise können direkt aus der Kapsel geschält und gekaut, mit heißem (nicht kochendem) Wasser aufgegossen oder beim Kochen verwendet werden.

Grüner und schwarzer Kardamom
Kardamomsamen helfen ebenso wie Fenchel, Kümmel, Koriander und viele weitere pflanzliche Hausmittel gegen Blähungen. (Bild: emuck/fotolia.com)

Bewusstes Essen beugt aufgeblähtem Bauch vor

Damit der Blähbauch vermieden wird, gilt es bestimmte Regeln beim Essen einzuhalten. So sollten Sie zu festen Zeiten in Ruhe essen und die Nahrung ausgiebig kauen (Fletchern). Ungefähr eine halbe Stunde vor, während und eine weitere halbe Stunde nach dem Essen sollten Sie auf Getränke jeglicher Art verzichten. Vermeiden Sie zu enge Kleidung, die den Druck auf den Bauch nur verstärkt und unterdrücken Sie weder Stuhldrang, abgehende Luft noch Aufstoßen.

Eine behutsame Massage des Bauches kann sehr wohltuend sein. Hier sollte darauf geachtet werden, dass im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel herum massiert wird. Denn so werden die Bewegungen des Darmes zur Durchmischung und Weiterbeförderung des Speisebreis (Darmmotorik) unterstützt, wodurch festsitzende Gase leichter abgehen können.

Vier-Winde-Tee gegen Blähungen

Als Teezubereitung empfiehlt sich der Vier-Winde-Tee nach dem Rezept von Rudolph Fritz Weiss. Denn die darin enthaltenen Heilkräuter wirken stark entblähend und gleichzeitig entkrampfend und sind daher bei Blähungen besonders hilfreich. Es empfiehlt sich, die Zutaten für den Tee in jeder Haus- und Küchenapotheke vorrätig zu haben.

Zu gleichen Teilen werden Kümmelsamen, Fenchelsamen, Pferfferminzblätter und Kamillenblüten vermischt und ein bis zwei Teelöffel davon mit einem Viertelliter kochendem Wasser aufgegossen. Nach fünf bis zehn Minuten hat der Tee ausreichend gezogen und kann durch ein kleines Sieb gegeben werden. Trinken Sie zwei bis drei Tassen täglich, bis Besserung eintritt.

Bitterstoffe bei Blähungen

Der Einsatz von Bitterstoffen ist bei Blähungen, denen eine Verdauungsschwäche zugrunde liegt, häufig erfolgreich. Einfach herzustellen und antiblähend wirksam sind der kleine Schwedenbitter nach Maria Treben sowie folgender Angelikalikör:

Für den Angelikalikör zerstoßen Sie 60g Angelikasamen, 8g Anissamen, 8g Fenchelsamen und 6g Koriandersamen miteinander zu einem feinen Pulver. Das Pulver wird (nach Belieben) mit 220 ml Weinbrand oder Korn für acht Tage angesetzt und danach mit einem Liter Wasser und 500 g Fruchtzucker angereichert. Nach einem weiteren Tag seihen Sie die Flüssigkeit durch ein Tuch oder feinmaschiges Sieb ab.

Schwedenbitter in einer Karaffe
Durch die Einnahme des kleinen Schwedenbitters nach dem Rezept von Maria Treben können die Beschwerden gelindert werden. (Bild: TwilightArtPictures/fotolia.com)

Schüssler Salze bei krampfartigen Blähungen

Ein weiteres wirkungsvolles Hausmittel bei Völlegefühl und Flatulenz sind Schüssler Salze. Ist es bereits zu krampfartigen Schmerzen im aufgeblähtem Bauch gekommen, kann die „Heiße Sieben“ mit ihrer krampflösenden Eigenschaft Erleichterung schaffen. Dazu werden 10 Tabletten des Salzes Nr.7, Magnesium phosphoricum, in einem Glas mit kochend heißem Wasser aufgelöst und in kleinen Schlucken möglichst heiß getrunken. Auch Schwangere können diese Mischung unbesorgt genießen. Geachtet werden sollte nur darauf, dass der Trägerstoff des Mittels (Milchzucker, Kartoffelstärke) gut vertragen wird. Sonst sollten Sie auf Tropfen oder Globuli ausweichen.

Natürliche Behandlung mit Homöopathie

Die Homöopathie bietet bei einem aufgeblähten Bauch unter anderem „Nux vomica“ (Brechnuss) an. Dieses Mittel wirkt in niedrigen Dosen harntreibend und verdauungsfördernd. In hohen Dosen ist es jedoch giftig, da die Brechnuss zu den Strychnos-Pflanzen gehört und dementsprechend Strychnin enthält. Bei der homöopathischen Anwendung werden die getrockneten Samen nur stark verdünnt eingesetzt und stellen keine Gefahr dar. Nux vomica wird vor allem empfohlen, wenn die Blähungen nach schwerem, üppigem Essen und Alkoholgenuss auftreten und von Übelkeit, Völlegefühl und Magenschmerzen begleitet werden.

Treten parallel zu den Blähungen Magendruck, häufiges Aufstoßen, ein unangenehmer Kloß im Hals, Kurzatmigkeit und starke Stimmungsschwankungen auf, kann Asa foetida helfen. Mandragora e radice (auch „Alraunen-Wurzel“ genannt) hat sich bewährt, wenn die Flatulenz mit Völlegefühl, Magenschmerzen (nach dem Essen) und nächtlichen Bauchkrämpfen einhergeht. Dies gilt vor allem, wenn der Patient fettige und süße Nahrungsmittel sowie Genussgifte nicht gut verträgt und heller Stuhlgang auftritt.

Als weitere homöopathische Mittel kommen z.B. Argentum nitricum, Carbo vegetabilis, Dioscorea villosa und Colchicum zum Einsatz. Welches Mittel in welcher Potenz im Einzelfall das richtige ist, sollte im Gespräch mit einem Heilpraktiker oder naturheilkundlich ausgerichteten Arzt geklärt werden.

Frau hält Wärmeflasche vor ihren Bauch
Wärme wirkt entkrampfend und hilft daher fast immer, die Beschwerden zu lindern. (Bild: absolutimages-fotolia)

Feuchtheiße Leibwickel bei aufgeblähtem Bauch

Bei akuten Beschwerden wirkt Wärme entkrampfend und damit schmerzlindernd. Bewährt haben sich die klassische Wärmflasche, Körnerkissen oder feuchtheiße Leibwickel, die auf den aufgeblähten Bauch gelegt werden. Sie benötigen für den dreilagigen Wickel ein Innentuch aus Leinen, ein Mitteltuch aus Leinen oder Baumwolle und ein Außentuch aus Frottee oder Wolle. Am besten lässt man sich den Wickel durch eine helfende Person anlegen.

Das Innentuch wird mit heißem Wasser getränkt, etwas ausgewrungen und von den Achseln bis zum Schambereich um den Körper des Betroffenen gewickelt. In Bauchhöhe legt man dannach eine Wärmflasche auf und wickelt Mitteltuch und Außentuch darum. Für die Füße sollte jetzt eine zweite Wärmflasche vorbereitet sein. Nach einer Stunde mit dem feuchtheißen Wickel sollte noch weitere 30 Minuten nachgeruht werden. (jvs, nr)

Aufgeblähter Bauch
In Ruhe essen kann Blähungen vorbeugen
Hausmittel gegen Durchfall
Weitere Hausmittel

Autor:
Jeanette Viñals Stein
Quellen:
  • Ben-Erik van Wyk, Coralie Wink, Michael Wink: Handbuch der Arzneipflanzen: Ein illustrierter Leitfaden, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2003
  • Pschyrembel Online: Meteorismus (Abruf: 06.09.2019), Pschyrembel
  • Dr. med. Alexander Rosendorff: Neue Erkenntnisse in der Naturheilbehandlung, Turm-Verlag, 1994
  • Chaysavanh Manichanh et al.: "Anal gas evacuation and colonic microbiota in patients with flatulence: effect of diet", in: Gut microbiota, Volume 63 Issue 3, 2014, BMJ Journal
  • Ursula Uhlemayr, Dietmar Wolz: "Wickel und Auflagen: Beratung, Auswahl und Anwendung", Deutscher Apotheker Verlag, 2015

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.