Blutversorgung: Kliniken fürchten Engpässe

Heilpraxisnet

Blutversorgung: Kliniken befürchten Engpässe

13.07.2014

Kliniken und Hilfsorganisationen haben vor dem Beginn der Feriensaison in Baden-Württemberg zum Blutspenden aufgerufen. In der Urlaubszeit drohten Engpässe in der Blutversorgung, weil es zu wenig Spender gebe. Mit Hilfe von Hip-Hop und blutroten Cocktails wird um Spender geworben.

Höhere Spendenbereitschaft in den Sommermonaten nötig
In Baden-Württemberg haben Kliniken und Hilfsorganisationen vor dem Beginn der Feriensaison zum Blutspenden aufgerufen. Ein Sprecher der Universitätsklinik Freiburg sagte, dass in der Urlaubszeit Engpässe in der Blutversorgung drohten, da es zu wenig Spender gebe. Die Spenden gingen vor allem in den Ferienwochen deutlich zurück, was zu Problemen in der Notfall- und Krankenversorgung führe. Alle Klinken im Land seien davon betroffen. Vor allem in den Sommermonaten sei eine höhere Spendenbereitschaft nötig.

Fußball-Weltmeisterschaft führt zu Rückgang der Spenden
Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa erklärte der Leiter der Blutspendenzentrale in Freiburg, Markus Umhau: „Nur wenn die Kliniken genügend Spenderblut haben, können sie Leben retten.“ Doch die Krankenhäuser stießen im Sommer an ihre Grenzen, es stehe nicht ausreichend Blut zur Verfügung. Daher müssten die Kliniken gezielt um Spender werben. Umhau erklärte, dass bereits die Fußball-Weltmeisterschaft zu einem Rückgang der Spenden geführt habe: „Wenn die Menschen Fußball gucken oder ins Freibad können, dann gehen sie nicht Blutspenden.“

Mitternachtsspenden mit blutroten Cocktails
Die Krankenhäuser setzen verstärkt auf Aktionen, um Blutspender anzulocken. Freiburg etwa organisierte in der Nacht zum Samstag ein Mitternachtsspenden mit blutroten Cocktails und einem Hip-Hop-Konzert. „Wir brauchen regelmäßige Spenden, weil Blut nicht auf Dauer haltbar ist“, erklärte die Sprecherin des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Baden-Württemberg, Stefanie Fritzsche. Ein Rückgang der Spenden werde auch beim DRK verzeichnet. Um dem entgegenzusteuern, werde die Werbung verstärkt. So ist beispielsweise am 4. August zum Start der Sommerferien ein Aktionstag im Freizeitpark Tripsdrill in Cleebronn (Kreis Heilbronn) geplant, bei dem jeder Blutspender freien Eintritt in den Park erhalte.

Kreislauf erholt sich schnell nach dem Spenden
In der Regel gilt für Erstspender, dass sie zwischen 18 und 65 Jahre alt und gesund sein sollten. Vor der Blutentnahme werden die Spender von einem Arzt untersucht und befragt, beispielsweise nach möglichen vorangegangenen Aufenthalten in den Tropen. Nach diesem schnellen Gesundheitscheck kann die eigentliche Spende erfolgen. Unerfahrene müssen sich keine Sorgen machen: Das Spenderblut wird vom Organismus wieder ersetzt, da es nur einem sehr geringen Anteil des gesamten Körpervolumens entspricht. Weiße Blutkörperchen sind schon nach einem Tag wieder regeneriert, bei den roten Blutkörperchen dauert es ein paar Tage länger. Der Kreislauf des Spenders hat sich aber bereits nach rund einer halben Stunde erholt. Blutspender werden an den Kliniken mit einem geringen Geldbetrag entlohnt. Vom DRK erhalten Spender prinzipiell kein Geld. (ad)

Bild: Herbert Käfer / pixelio.de