Brustkrebsdiagnosen nehmen zu

Astrid Goldmayer

Immer mehr Frauen in Deutschland bekommen Brustkrebs

02.12.2011

Die häufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen ist Brustkrebs. Während die Zahl der Brustkrebsdiagnosen nach Angaben der Techniker Krankenkasse steigen, sinkt gleichzeitig die Zahl der Todesfälle durch bösartige Tumore in der Brust.

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Zahl der Sterbefälle sinkt
Die Techniker Krankenkasse (TK) berichtet, dass 1998 in Thüringen 24 Sterbefälle je 100.000 Frauen auftraten, während 2009 nur noch 20 Todesfälle je 100.000 Frauen wegen Brustkrebs (Mammakarzinom) registriert wurden. Bundesweit sank die Zahl der brustkrebsbedingten Sterbefälle von 29 auf 24 je 100.000 Frauen. Die Techniker Krankenkasse beruft sich dabei auf Angaben der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (gekid).

Verbesserte Früherkennung Ursache für Anstieg der Brustkrebsdiagnosen?
Wie die Techniker Krankenkasse weiter berichtet, nahm die Zahl der Brustkrebsdiagnosen in den letzten fünf Jahren um 21 Prozent zu. Laut Experten könnte dies an der deutlich verbesserten Früherkennung liegen. Dazu gehört die Mammografie, bei der auch Tumore entdeckt werden können, die nicht unbedingt lebensbedrohlich sind. TK-Gesundheitsexpertin Steffani Gassner berichtet: „Die Mammografie ist ohne Zweifel eine sehr gute Früherkennungsmethode für Brustkrebs. Doch das Wissen um eventuell krankhafte Veränderungen belastet häufig nicht nur die Psyche, sondern zieht unter Umständen auch weitere Untersuchungen und Operationen nach sich. Daher sollte jede Frau für sich selbst entscheiden, ob sie die Möglichkeit einer Früherkennungsmammografie in Anspruch nehmen möchte.“

Die Strahlenbelastung bei Mammografien kann nicht genau abgeschätzt werden. Besonders junge Frauen sind bei dieser Untersuchung einer hohen Strahlendosis ausgesetzt, da ihr Brustgewebe sehr dicht ist und deshalb eine höhere Strahlendosis erfordert, um entsprechende Aufnahmen zu erhalten.

Brustkrebs-Screening
Frauen im Alter von 50 bis 69 haben alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Brustkrebs-Screening. Wie das Gesundheitsnetzwerk „Betrifft Brust“ kürzlich mitteilte, nutzt bisher jedoch nur etwa jede zweite Frau diese Möglichkeit zur Vorsorge. Viele Frauen holen erst bei auftretenden Beschwerden oder einem selbstertasteten Tumor ärztlichen Rat ein. Da die Tumore dann häufig schon sehr groß sind, ist die Prognose entsprechend schlecht. Beim Brustkrebs-Screening werden auch sehr kleine, nicht ertastbare Veränderung im Brustgewebe entdeckt, so dass diese Untersuchung maßgeblich für lebensrettende Therapien sein kann. Denn je früher die Diagnose gestellt wird, umso größer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung des Brustkrebs. (ag)