Viele Chemikalien erhöhen das Brustkrebs-Risiko

Heilpraxisnet

Studie benennt 17 Chemikalien die Brustkrebs verursachen könnten

13.05.2014

Brustkrebs ist die am häufigsten bei Frauen auftretende Krebsart in Deutschland. US-amerikanische Wissenschaftler haben nun erstmals in einer Studie 17 Chemikalien aufgelistet, die Brustkrebs auslösen könnten. Viele dieser Stoffe ließen sich im Alltag gut vermeiden.

17 Chemikalien die Brustkrebs auslösen könnten
Brustkrebs ist in Deutschland die am häufigsten auftretende Krebsart bei Frauen, etwa jede achte erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. In einer am Montag in der Fachzeitschrift „Environmental Health Perspectives“ veröffentlichten Studie listen die Autoren um Ruthann Rudel vom „Silent Spring Institute“ in Newtown (US-Bundesstaat Massachusetts) nun 17 Chemikalien auf, die bei Versuchsratten Brustkrebs auslösten und auch bei Frauen entsprechend wirken könnten. Dafür wurden unter anderem 44 vorhandene Arbeiten mit Daten von über dreieinhalb Millionen Brustkrebspatientinnen zu einer Metastudie zusammengefasst. Im Alltag ließen sich diese Chemikalien mit einfachen Mitteln gut vermeiden, schreiben die Wissenschaftler.

Einfache Vorsorgemaßnahmen befolgen
Demnach kommen die potenziell gefährlichen Chemikalien in Autoabgasen, in Tabakrauch oder verkohltem Essen, in Lösungs-, Abbeiz- und Feuerschutzmitteln, fleckenabweisenden Textilien sowie im Trinkwasser vor. Frauen sollten sich deshalb als Vorsichtsmaßnahme so wenig wie möglich Autoabgasen aussetzen, elektrisch betriebene Rasenmäher benutzen, beim Kochen die Abzugshaube einschalten und Essen vom Grill einschränken. Der Studie zufolge sollte zudem beim Kauf von Sofas und Sesseln darauf geachtet werden, dass diese keinen Polyurethanschaum enthalten und nicht mit Brennschutzmitteln behandelt wurden. Des Weiteren sollte komplett auf fleckenabweisende Teppiche oder Stoffe verzichtet und eine Reinigung gesucht werden, die kein Perchlorethylen oder andere Lösungsmittel benutzt. Außerdem rät die Studie zum Kauf von Kohlefiltern für Trinkwasser und HEPA-Filtern für Staubsauger und dazu, zu Hause stets die Straßenschuhe auszuziehen.

Zusammenhang wurde lange Zeit ignoriert
Ihre Studie sei ein „Fahrplan für die Vermeidung von Brustkrebs“, wie Rudel laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP meinte. Den Angaben ihrer Co-Autorin Julia Brody zufolge ist es das erste Mal, dass eine Studie umfassend potenziell brustkrebserregende Chemikalien auflistet und Experten detaillierte Informationen gibt, wie diese sich im Blut und Urin von Frauen messen lassen. „Unglücklicherweise wurde der Zusammenhang zwischen schädlichen Chemikalien und Brustkrebs lange Zeit ignoriert“, so Brody. Wenn sie diesen Chemikalien seltener ausgesetzt seien, könnte das Leben von vielen Frauen gerettet werden. In Deutschland sterben laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) jährlich etwa 17.000 Frauen an den Folgen von Brustkrebs. Bei mehr als 70.000 Frauen wird hierzulande jedes Jahr ein Brusttumor festgestellt. (sb)

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