Dauerhaft zu viel Schlaf kann unser Leben nachhaltig verkürzen

Fabian Peters
Mehr als neun Stunden Schlaf pro Nacht verkürzen die Lebenserwartung
Wenn Menschen wenig schlafen, sind sie müde, reagieren oft gereizt und haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Dass zu wenig Schlaf nicht gesund für uns ist, wissen die Meisten, aber wussten Sie auch, dass zu viel Schlaf schlecht für Sie sein kann? Bei Menschen, die am Wochenende gerne etwas länger ausschlafen, könnten genau diese zusätzlichen Stunden Schlaf einen negativen Effekt auf die Gesundheit haben.

Zuviel Schlaf könnte ungesund sein, denn Menschen, die mehr als neun Stunden pro Nacht schlafen, neigen dazu früher zu versterben. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher von der „University of Sydney“. Das gleiche Risiko gilt beispielsweise auch für Personen, die weniger als 150 Minuten in der Woche mit körperlicher Ertüchtigung verbringen. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten die Wissenschaftler in dem Fachjournal „PLOS ONE“.

Young man comfortably sleeping in his bed
Langes Ausschlafen hat eher einen negativen Effekt auf die Gesundheit und wird mit der erhöhten Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Todes in Zusammenhang gebracht. (Bild: Phase4Photography/fotolia.com)

Risikofaktoren von zu viel Schlaf sollten nicht unterschätzt werden
Sollte zu den beiden oben genannten Faktoren noch ein Mangel an Bewegung hinzukommen, entsteht eine Art dreifach Effekt. Die aktuelle Studie beweist, dass die Auswirkungen solcher Verhaltensweisen äußerst ernst genommen werden sollten. Die Risiken sind laut Aussage der Forscher keinesfalls zu unterschätzen. Die Gefahr, die von den Risikofaktoren ausgehe, sei in etwa mit Alkoholkonsum oder ungesunden Essgewohnheiten zu vergleichen, erklärte Studienautorin Dr. Melody Ding gegenüber der britischen Zeitung „The Daily Mail“.

Große australische Studie bringt neue Erkenntnisse
In der aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftler den Lebensstil von Menschen in Australien. An der Untersuchung nahmen 231.048 Australier teil. Die Probanden waren 45 Jahre oder älter. Alle Teilnehmer wurden aufgefordert, ein Lifestyle-Umfrage zu beantworten. Die erhobenen Werte wurden als sogenannte Basislinien-Daten verwendet. Danach betrachteten die Wissenschaftler alle ungesunden Angewohnheiten der Probanden, die das Gesundheitsrisiko erhöhen könnten. Zu diesen zählten beispielsweise Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung und körperliche Inaktivität.

Viele ungesunde Lebensweisen verkürzen unsere Lebenszeit
Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigten, dass ungesunde Schlafgewohnheiten (bispielsweise Schlafzeiten von weniger als sieben Stunden oder mehr als neun Stunden), langes Sitzen und wenig bis gar keine Sport das Risiko erhöhen, frühzeitig zu versterben. Wenn ein Mensch durchschnittlich weniger als sieben Stunden pro Nacht schläft, viel raucht und oft Alkohol trinkt, steigt das Risiko für einen frühzeitigen Tod um das Vierfache an. Andere ungesunde Kombinationen seien beispielsweise zu wenig Bewegung und zu viel Schlaf oder auch zu wenig Bewegung, viel Sitzen, Rauchen und Alkoholkonsum, erläuterten die Mediziner. Es ist klar zu erkennen, dass sowohl Menschen die zu viel- oder zu wenig schlafen, eine geringere Lebenserwartung haben.

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Kombinierte Risikofaktoren verstehen
Wenn in Zukunft Programme für die öffentliche Gesundheit geschaffen werden sollen, die dazu beitragen, dass die massive Belastung und die Kosten von Erkrankungen durch einen ungesunden Lebenswandel vermindert werden, muss die Kombination von Risikofaktoren untersucht werden. Es mache keinen Sinn alle Faktoren nur einzeln zu betrachten, erklärt der Co-Autor der Studie, Professor Adrian Bauman in einer Pressemitteilung zu den aktuellen Studienergebnissen. Mehr als 38 Millionen Menschen auf der ganzen Welt versterben an nicht übertragbaren Krankheiten. Zu diesen gehören beispielsweise Herzerkrankungen, Diabetes und Krebs. Diese Anzahl übersteigt sogar die Todesfälle durch Infektionskrankheiten. Ein allgemein besseres Verständnis für die Kombination aus Risikofaktoren und ihren Auswirkungen könnte uns helfen, das Problem zielgerichteter zu bekämpfen, so Prof. Bauman. (as)