Diabetes Typ2: Blutzuckertest am Finger kann unzuverlässig sein

Alexander Stindt
Wie genau sind Blutzuckertests am Finger?
Viele Menschen auf der ganzen Welt sind an Typ-2-Diabetes erkrankt. Im Jahr 2015 gab bereits es mehr als 400 Millionen Menschen Diabetiker weltweit – Tendenz steigend. In den USA macht Typ-2-Diabetes etwa 90 bis 95 Prozent aller diagnostizierten Fälle von Diabetes bei Erwachsenen aus. Ein Bluttest durch einen Stick für den Finger ist ein schneller und bequemer Weg zur Messung des Blutzuckerspiegels für Menschen mit der Erkrankung. Forscher fanden jetzt heraus, dass dies Art von Test nicht wirklich zuverlässig ist.

Die Wissenschaftler der University of North Carolina at Chapel Hill stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass Messungen des Blutzuckerspiegels am Finger mit einem Stick bei Diabetes-Patienten nicht sehr zuverlässig sind. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „JAMA Internal Medicine“.

Blutzuckermessungen am Finger sind bei Typ-2-Diabetes weitverbreitet. Mediziner stellten fest, dass dieses Art zur Messung des Blutzuckerspiegels allerdings bei einigen Betroffenen unzuverlässig ist. (Bild: tunedin/fotolia.com)

Typ-2-Diabetes-Patienten ohne Insulinaufnahme sollten den Test nicht verwenden
Das Management von Diabetes erfordert die Messung des Glukosespiegels zu verschiedenen Zeiten des Tages. Dies führte zu der Entwicklung eines Messgerätes, welches durch eine Blutprobe vom Finger den Blutzuckerspiegel feststellen kann, sagen die Autoren. Bisher wurde angenommen, dass solche Tests äußerst genau und zuverlässig sind. Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen jetzt allerdings, dass Blutzuckertests am Finger nicht so zuverlässig sind, wie bisher vermutet. Die Messung am Finger ist nicht sinnvoll für Patienten mit Typ-2-Diabetes, welche kein Insulin einnehmen, sagen die Mediziner. Bei diesen Menschen sind die Ergebnisse der Tests nicht zuverlässig.

Was bewirkt Typ-2-Diabetes?
Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ist der Zuckerspiegel im Blut erhöht. Die Körperzellen der Betroffenen sprechen generell schlechter auf Insulin an. Normalerweise soll dieses Hormon bewirken, dass die Zuckermoleküle aus dem Blut in die Zellen weitergeleitet werden.

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EInfache Maßnahmen können bei der Verwaltung der Erkrankung helfen
Die Weltgesundheitsorganisation WHO gab bekannt, dass bis zum Jahr 2030 Typ-2-Diabetes die siebthäufigste Todesursache auf der Welt sein wird. Bereits einfache Maßnahmen können jedoch dabei helfen, die Erkrankung erfolgreich zu verwalten. Zu diesen gehören beispielsweise eine gesunde Ernährung, regelmäßiges Essen und regelmäßige Bewegung, erläutern die Wissenschaftler. Die aktuelle Studie deute darauf hin, dass die Selbstüberwachung der Blutglukose-Werte indes bei nicht mit Insulin behandeltem Typ-2-Diabetikern nur einen sehr begrenzten Nutzen hat.

Mediziner untersuchten für ihre Studie 450 Teilnehmer
Die aktuelle Untersuchung umfasste 450 Probanden. Die Forscher raten Patienten mit Diabetes dazu, die Notwendigkeit einer Blutzuckerüberwachung mit ihren Gesundheitsdienstleistern genau zu besprechen. Wenn diese Gesundheitsexperten der Meinung sind, dass ein Patient kein Insulin benötigt und er seinen Blutzuckerspiegel nicht so häufig überwachen muss, brauche dieser auch keinen Fingertest zur Blutzuckermessung für zu Hause. So können Betroffene Geld für den Kauf eines Glukose-Messgerätes und tägliche Teststreifen sparen, fügen die Autoren hinzu.

Sollten Patienten Blutzuckertests durchführen?
Einige Gesundheitsexperten vermuten, dass tägliche Blutzuckertests den Patienten ihre Erkrankung bewusster machen und so dabei helfen können, ihre Ernährung und ihren Lebensstil besser in Übereinstimmung mit ihrer Erkrankung zu bringen. Andere Experten sind der Meinung, dass die tägliche Routine der Prüfung, wenn sie nicht wirklich erforderlich ist, eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellt und Betroffene ängstlicher gegenüber der Krankheit werden lässt. (as)