DRK-Blutspendenlager sind aufgebraucht

Alfred Domke

Leere DRK-Blutspendenlager: Rotes Kreuz wirbt um Blutspenden

31.08.2013

Gerade während und nach den Sommerferien bittet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) vermehrt um Blutspenden, denn nach der Sommerzeit sind die Lager leer.

Engpässe in der Sommerzei
Schlagzeilen wie „Blutspende: Engpässe in der Sommerzeit“ tragen jedes Jahr dazu bei, die Aufmerksamkeit auf ein drängendes Problem zu richten. Denn gerade in der Sommerurlaubszeit kommt es Jahr für Jahr zu Engpässen bei der Versorgung mit Blutkonserven in den Krankenhäusern. Die Anzahl der Blutspenden nehmen signifikant ab. Im Sommer stellt sich das Jahrestief ein. Der Verbrauch bei Operationen und Therapien passt sich jedoch nicht an und bleibt unverändert hoch. Und deshalb ruft das Rote Kreuz verstärkt zu Blutspenden auf, um im Notfall Leben retten zu können.

Bestimmte Personengruppen ausgeschlossen
Für Erstspender gilt, dass sie zwischen 18 und 65 Jahre alt und gesund sein sollten. Die Spender werden vor der Blutentnahme von einem Arzt untersucht. Geprüft werden Blutdruck, Puls und Atmung. Außerdem würden bei der Blutentnahme verschiedene Parameter geprüft und falls noch nicht bekannt, kostenlos die Blutgruppe bestimmt. In der Regel seien vor Blutspenden auch persönliche Fragen zum Thema Sexualität zu beantworten. So sind nach den Richtlinien der Bundesärztekammer bestimmte Personengruppen dauerhaft als Blutspender ausgeschlossen. Dazu zählen unter anderem Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, männliche und weibliche Prostituierte, Homosexuelle, Gefängnisinsassen sowie Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängige. Krankheiten wie Hepatitis, HIV oder Syphilis sind weitere dauerhafte Ausschlusskriterien.

Vertraulicher Spender-Selbstausschluss
Daneben gibt es auch noch zeitweilige Kriterien, die eine Blutspende nicht erlauben. So muss etwa eine zahnärztliche Behandlung mehrere Tage zurückliegen und eine Tätowierung sogar mindestens vier Monate. Der Spender muss außerdem mindestens 50 Kilogramm wiegen. Laut dem stellvertretenden Pressesprecher des DRK-Blutspendedienst West, Heinz Kapschak, gibt es auch die Möglichkeit des vertraulichen Spender-Selbstausschlusses. Dabei könne man entscheiden, ob die eigene Spende verwendet werden soll oder nicht. „Er könnte zu einer Personengruppe gehören, die dauerhaft vom Blutspenden ausgeschlossen ist, und hat an dieser Stelle die Möglichkeit, die Verwendbarkeit seiner Spende auszuschließen“, erklärt Kapschak. Er erläuterte außerdem, warum diese Personen überhaupt eine Blutspende in Erwägung ziehen: „Gerade in ländlicheren Gegenden herrscht oft eine Art Gruppenzwang. Dort geht man mit dem Verein oder Kegelclub zur Blutspende“ und meint weiter: „Auf diese Weise können wir den Menschen ermöglichen ihr Gesicht zu wahren. Sie müssen sich nicht vor anderen entblößen.“

Eine Stunde um Leben zu retten
Nach den Fragen sowie dem Ärzte- und Blut-Check kann es dann zur Blutentnahme gehen. Dem Blutspender würden beim DRK in 15 Minuten 500 Milliliter Vollblut abgezapft. Und nach einer Ruhepause gibt es in der Regel einen kleinen Imbiss als Belohnung. Dauerspender dürften sogar bis zu ihrem 71. Geburtstag Blut spenden. Mit ärztlicher Untersuchung und Erholungspause dauert eine Blutspende etwa eine Stunde. Das DRK erklärte, dass man soviel Zeit mitbringen müsse, um Menschen in Not zu helfen. Und um damit vielleicht Leben zu retten. (ad)

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Bild: Bernardo Peters-Velasquez / pixelio.de