Erster Fall einer menschlichen Infektion durch gefährliche H7N4-Vogelgrippe

Alexander Stindt

Gefährliche Form der Vogelgrippe infiziert Menschen

Die Vogelgrippe hat bereits mehrfach zu einem Massensterben verschiedener Vögel geführt. Jetzt scheint eine besonders gefährliche Form der Vogelgrippe das erste Mal einen Menschen infiziert zu haben. Eine Frau aus Ostchina wurde nach Angaben der chinesischen Behörden als der erste menschliche Fall der H7N4-Vogelgrippe bestätigt.


Beamte in China rieten Bewohnern des Landes öffentliche Märkte mit Geflügel und Geflügelfarmen zu meiden. Der Grund dafür ist, dass eine 68 Jahre alte Frau aus der Provinz Jiangsu am 1. Januar zur Behandlung in ein Krankenhaus eingewiesen wurde. Die Betroffene hatte sich mit der H7N4-Vogelgrippe infiziert. Mittlerweile scheint sich die Patientin erholt zu haben und sie wurde bereits am 22. Januar wieder entlassen.

Vogelgrippe-Viren können auch Menschen infizieren und befallen dabei meist den Atemtrakt. Dies kann zu schweren Erkrankungen und sogar dem Tod führen. (Bild: psdesign1/fotlia.com)

Virus wurde bei der Betroffenen nachgewiesen

Die Frau hatte vor Beginn der Symptome Kontakt mit lebendem Geflügel, erläuterten die Forscher von Hong Kong’s centre for health protection (CHP) am Mittwochabend in einer Pressemitteilung. Nach Angaben des Chinese centre for disease control and prevention wurden die Gene des Virus bei der Analyse als aviär nachgewiesen. Die Vogelgrippe wird auch als aviäre Influenza bezeichnet.

Reisende sollten einige Hinweise beachten

Ein Sprecher des CHP sagte, die Diagnose sei Anfang der Woche bestätigt worden. Reisende auf das Festland oder in andere betroffene Gebiete sollten laut Angaben der Behörden den Besuch von Geflügelfarmen oder Geflügelmärkten vermeiden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, ob Geflügel in der Umgebung von Wohnhäusern anwesend ist, wenn Verwandte und Freunde besucht werden, fügt der Experte hinzu.

Kontakt mit Kot von Vögeln unbedingt vermeiden

Frisch geschlachtetes oder lebendes Geflügel sollte zur Zeit keinesfalls gekauft werden. Auch der Kontakt mit dem Kot von Geflügel (Vogelarten, welche als Nutztiere oder Haustiere gezüchtet werden) oder anderen Vögeln sollte unbedingt vermieden werden. Persönliche Hygiene und speziell die Handhygiene muss streng beachtet werden, wenn doch ein Ort mit lebendem Geflügel besucht wird, raten die Experten.

Suchen Sie bei Symptomen einen Arzt auf

Wenn Reisende aus den betroffenen Gebieten zurückkehren, sollten sie bei auftretenden Symptomen umgehend einen Arzt aufsuchen. Der Arzt sollte über die Reise informiert werden, um eine schnelle Diagnose und Behandlung potenzieller Krankheiten zu ermöglichen.

Welche Subtypen der Geflügelpest kommen besonders häufig vor?

Die am häufigsten identifizierte Subtypen der Geflügelpest, welche Menschen infiziert können, sind die H5, H7 und H9 Viren. Aber auch solche Übertragungen sind sehr selten, erklären die Mitarbeiter des Centre for Health Protection (CHP). Es gibt insgesamt neun bekannte Subtypen von H7-Viren, von denen H7N4 einer ist. Die am häufigsten identifizierten H7-Viren, welche mit menschlichen Infektionen assoziiert sind, stellt ein asiatischer Stamm aviärer Influenza A (H7N9)-Viren dar. Diese wurden erstmals im Jahr 2013 in China entdeckt. Infektionen beim Menschen sind zwar sehr selten, führen aber zu schweren Atemwegserkrankung und nicht selten zum Tod, erläutert die Experten in einem Ratgeber des Centre for Health Protection.

Entwicklung der Infektionen wird streng überwacht

Zusätzlich zu den H7N9-Viren der asiatischen Linie wurden auch H7N2-, H7N3-, H7N7-Virusinfektionen festgestellt. Diese Viren haben in erster Linie leichte bis mittelschwere Erkrankungen bei Menschen hervorgerufen. Die Behörden waren seit Ende 1997 besorgt über die Möglichkeit einer potenziell verheerenden Vogelgrippe-Pandemie, nachdem in Hongkong 18 Einheimische mit dem H5N1-Virus infiziert wurden, von denen insgesamt sechs verstarben. Die CHP betont, dass die Infektionen wachsam beobachtet werden und eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den zuständigen Gesundheitsbehörden zusammengearbeitet werde, um so die neuesten Entwicklungen zu überwachen. (as)