Experten fordern ein umfassenderes Verbot der Tabakwerbung

Bis heute raucht rund jeder dritte Erwachsene in Deutschland, trotz der weithin bekannten Gesundheitsrisiken. (Bild: underdogstudios/fotolia.com)
Fabian Peters
Tabakkonsum in Deutschland immer noch stark verbreitet
Obwohl der Tabak­konsum von der Öffentlichkeit zunehmend kritisch bewertet wird, raucht immer noch knapp jeder dritte Erwachsene in Deutsch­land regelmäßig. Rauchen ist bis heute „in den Industrienationen das bedeutendste einzelne Gesund­heits­risiko und die führende Ursache vorzeitiger Sterblichkeit“, warnt das Robert Koch-Instituts (RKI) in einer aktuellen Mitteilung anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai.

Rauchen wird mit zahlreichen Gesundheitsrisiken in Zusammenhang gebracht, doch viele Menschen nehmen diese Risiken bis heute mutwillig in Kauf. So sind den Daten der RKI-Studie zur Gesund­heit Er­wach­sener in Deutsch­land (DEGS1) zufolge, die in den Jahren 2008 bis 2011 er­ho­ben wurden, hierzulande 29,7 Prozent der 18- bis 79-jährigen Er­wach­se­nen tägliche oder ge­le­gent­liche Raucher. Zwar geht der An­teil der Rau­che­rinnen und Raucher in der Be­völ­ke­rung seit eini­gen Jahren zurück, doch der Tabakkonsum ist bis heute weit verbreitet. Der diesjährige Weltnichtrauchertag hat sich daher zum Ziel gesetzt, der Tabakwerbung deutlichere Grenzen zu setzen, auch um die Akzeptanz des Rauchens in der Bevölkerung zu verringern. „Kein Platz für giftige Botschaften – Stoppt Tabakwerbung jetzt!“ lautet das von der Deutschen Krebshilfe und dem Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. ausgegebene Motto.

Bis heute raucht rund jeder dritte Erwachsene in Deutschland, trotz der weithin bekannten Gesundheitsrisiken. (Bild: underdogstudios/fotolia.com)
Bis heute raucht rund jeder dritte Erwachsene in Deutschland, trotz der weithin bekannten Gesundheitsrisiken. (Bild: underdogstudios/fotolia.com)

Rauchen verursacht mehr als 100.000 Todesfälle pro Jahr in Deutschland
„Zu den Er­kran­kun­gen, die bei Rau­che­rinnen und Rauchern vermehrt auftreten, gehören Herz-Kreis­lauf-, Atem­wegs- und Krebs­er­kran­kungen“, berichtet das RKI. Arterienverkalkung, Raucherhusten und Lungenkrebs sind hier weit bekannte Folgen. Darüber hinaus seien nach­teilige Auswirkungen auf den Stoff­wechsel, das Skelett, den Zahn­halte­apparat, die Augen und die Frucht­bar­keit festzustellen, erläutert das RKI. Jedes Jahr sterben laut Angaben des Instituts allein in Deutsch­land zwischen 100.000 und 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens.

Tabakwerbung gezielt auf Jugendliche ausgerichtet
Ein umfassendes Verbot von Tabakwerbung könnte nach Einschätzung des Aktionsbündnisses Nichtrauchen e.V. dazu beitragen, den Anteil der Raucherinnen und Raucher in Bevölkerung deutlich zu senken. Die Tabakwerbung diene dazu, den Tabakkonsum zu erhöhen und die Akzeptanz des Rauchens in der Gesellschaft zu fördern. Die bevorzugte Zielgruppe der Werbung seien dabei Jugendliche, da die meisten Raucherinnen und Raucher im Teenageralter mit dem Tabakkonsum beginnen und dann zumeist dauerhaft rauchen.

Umfassendes Tabakwerbeverbot führt zu stärkerem Rückgang des Tabakkonsums
Länder mit umfassenden Tabakwerbeverboten zeigen eine höhere Reduzierung des Zigarettenkonsums als Länder mit weniger umfassenden Werbeverboten, begründet das Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. seine Forderung nach einem Stopp der Tabakwerbung. Ein umfassendes Werbeverbot für Tabakprodukte umfasse „neben einem Verbot der Außenwerbung auch ein Verbot von Werbefilmen für Tabakwaren im Kino, ein Verbot der Sichtbarkeit von Tabakprodukten an Verkaufsstellen und ein Verbot des nationalen Sponsorings“, berichtet das Aktionsbündnis weiter. Ein solch weitreichendes Werbeverbot stehe „im Einklang mit dem Grundgesetz (Art. 5 Abs. 1 S. 1, Art. 12 Abs. 1 und 14 Abs. 1)“ und sei somit verfassungsgemäß. (fp)

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