Forscher: Körperliche Fitness hält Herz und Gehirn jung

Fitness hält das Gehirn jung und fit. Bild: Kzenon - fotolia
Sebastian
Studienergebnisse: Körperliche Fitness hält Herz und Hirn gesund
Dass körperliche Fitness gut für das Herz ist, haben schon zahlreiche Untersuchungen gezeigt. Doch offenbar bleibt dadurch auch das Gehirn jung. Darauf deuten die Ergebnisse einer neuen Studie österreichischer Wissenschaftler hin. „Regelmäßige Bewegung sollte daher unbedingt angestrebt werden“, sagte die Studienleiterin Helena Schmidt.
Senioren sind heute fitter
Im Durchschnitt sind Senioren heute so fit wie noch nie zuvor. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass es auch bei älteren Menschen populär geworden ist, sich regelmäßig zu bewegen. Durch Sport kann man bis ins hohe Alter fit und gesund bleiben. Dass körperliche Fitness gut fürs Herz ist, haben schon verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Doch auch das Gehirn bleibt dadurch jung, wie Forscher der Medizinischen Universität Graz (Österreich) nun berichten.

Fitness hält das Gehirn jung und fit. Bild: Kzenon - fotolia
Fitness hält das Gehirn jung und fit. Bild: Kzenon – fotolia

Körperliche Fitness hält offenbar das Gehirn jung
Wie die Nachrichtenagentur APA berichtet, haben die Wissenschaftler in ihrer jüngsten Studie deutliche Hinweise darauf gefunden, dass körperliche Fitness das Hirn jung hält. Fitte Studienteilnehmer erzielten demnach bessere Resultate bei ihrer Gedächtnisleistung, bei der Fähigkeit zu planen und Entscheidungen zu treffen sowie bei der Motorik. Bereits seit 1991 gehen Grazer Wissenschaftler im Rahmen der „Austrian Stroke Prevention Study“ der Frage nach, wie Schlaganfall verhindert werden kann.

Zuletzt hatte ein Team um Univ.-Prof.in DDr.in Helena Schmidt vom Institut für Molekularbiologie und Biochemie Daten dieser Kohortenstudie neu ausgewertet. Dabei ging es um Zusammenhänge zwischen der Herzfunktion, der Gehirnfunktion und dem Verlauf von Denk- und Gedächtnisprozessen im Alter. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse nun in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift „Neurology“, dem wissenschaftlichen Journal der American Academy of Neurology.

Ältere Menschen mit hohem Fitness-Niveau
„Insgesamt haben wir uns die Daten von 877 Grazerinnen und Grazer mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren angesehen“, erläuterte die Grazer Forscherin im Gespräch mit der APA. Die Studienteilnehmer mussten einen Fitness-Test absolvieren, ihr Körpergewicht und die maximale Ruheherzfrequenz wurden gemessen, sowie Tests zur Gedächtnisleistung, den motorischen Fähigkeiten und der zielgerichteten Handlungssteuerung durchgeführt. Des Weiteren sollten MRT-Scans bereits vorhandene Gehirnschädigungen und -veränderungen aufzeigen. Den Wissenschaftlern zufolge zeigte sich dabei, dass ältere Menschen mit einem hohen Fitness-Niveau ein „jüngeres“ Gehirn im Vergleich zu jenen Teilnehmern hatten, die weniger fit sind.

Geringere Gehirnleistung bei niedrigerer Fitnessleistung
„Jene Teilnehmer, die im Rahmen der Untersuchung das höchste Fitness-Level auswiesen, befinden sich in Hinblick auf kognitive Funktionen des Gehirns in einem Zustand, der dem von bis zu sieben Jahre jüngeren Personen gleicht“, erläuterte Schmidt. Zudem habe sich gezeigt, dass – über mehrere Leistungsstufen hinweg – bei reduzierter Fitnessleistung auch die Gehirnleistung entsprechend reduziertere Werte aufwies. „Das ist ein schöner Hinweis auf die Kausalität“, so die Expertin. Darüber hinaus sei der positive Effekt von Fitness auf die kognitiven Funktionen des Gehirns „unabhängig vom Alter“ sichtbar gewesen.

„Regelmäßige Bewegung kann sicherlich nicht schaden“
Allerdings konnten die österreichischen Forscher nicht erheben, welche Art von Training die besten Fitnesswerte hervorgerufen hat: „Ihre klinischen Daten zeigten, dass sie fit sind, damals wurde aber nicht erhoben, wie sie die Fitness erworben haben. Es könnte lebenslange Bewegung ebenso dahinter stecken wie genetische Faktoren“, sagte die Professorin. Es wäre auch noch zu klären, über welche Mechanismen die Fitness die kognitiven Fähigkeiten im Alter konkret beeinflusst.

Die Studienautoren nehmen an, dass die kortikalen und subkortikalen Strukturen durch hohe maximale Sauerstoffaufnahme besser geschützt sind. „Regelmäßige Bewegung kann sicherlich nicht schaden und sollte unbedingt angestrebt werden“, meinte Schmidt abschließend. Dass Sport das Gehirn jung hält, hatten im vergangenen Jahr auch Forscher der Georg-August-Universität Göttingen berichtet. Die Wissenschaftler gewannen ihre Erkenntnis damals aus Versuchen mit Mäusen.(ad)

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