Fußpilzgefahr: So schützten Sie sich vor lästigem Fußpilz im Freibad

Im Freibad kann man sich schnell mit Fußpilz anstecken. Daher sollte immer an Badeschuhe gedacht werden. (Bild: hetwig/fotolia.com)
Nina Reese
Risiko für Fußpilz ist im Freibad besonders hoch
Viele Menschen gehen im Sommer gerne ins Freibad, um etwas Abkühlung an heißen Tagen zu finden. Durch das Barfußlaufen und die Ansammlung vieler Leute ist dort jedoch die Ansteckungsgefahr für einen Fußpilz besonders groß. Dieser ist bei ansonsten gesunden Menschen zwar harmlos, verschwindet aber normalerweise nicht von selbst. Daher ist es wichtig, die Infektion entsprechend zu behandeln, um eine Ausbreitung auf weitere Hautstellen und die Ansteckung anderer zu vermeiden. Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollten zudem einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, wobei die wichtigste Regel lautet: „Nicht barfuß laufen!“

Pilze gelangen über kleine Risse in die Haut
Fußpilz ist weit verbreitetes Phänomen, von dem bis zu 30 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Verursacher des Fußpilzes (medizinisch: „Tinea Pedis“) sind in den meisten Fällen Hautpilze (Dermatophyten), die über kleine Risse oder Verletzungen in die Haut eindringen. Ältere Menschen sowie Personen mit einem geschwächten Immunsystem, Diabetes, Neurodermitis oder Durchblutungsstörungen sind dabei eher gefährdet, so die Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Ebenso besteht ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung z.B. bei familiärer Veranlagung und der Neigung zu Schweißfüßen.

Im Freibad kann man sich schnell mit Fußpilz anstecken. Daher sollte immer an Badeschuhe gedacht werden. (Bild: hetwig/fotolia.com)
Im Freibad kann man sich schnell mit Fußpilz anstecken. Daher sollte immer an Badeschuhe gedacht werden. (Bild: hetwig/fotolia.com)

Juckreiz und Rötungen zwischen den Zehen
Der Pilz tritt vor allem zwischen dem kleinen Zeh und dem Nachbarzeh auf. Erste Anzeichen sind meist juckender Hautausschlag, Rötungen, kleine Risse und schuppenartige Veränderungen der betroffenen Hautstelle. Auch Bläschen und leichtes Brennen sind möglich, bei manchen Betroffene ist die Haut auch weißlich, verdickt und etwas aufgequollen. Tritt der Fußpilz großflächig auf der Fußsohle auf, wird dem (IQWiG) zufolge von einer „Mokassin-Mykose“ (Mykose = Pilzinfektion) gesprochen. In diesem Fall ist die Haut an Fußsohlen, Fersen und Fußrändern trocken und schuppig und juckt.

Bei ansonsten gesunden Menschen ist die Pilzerkrankung in der Regel harmlos. Doch entgegen dem weit verbreiteten Irrglauben, verschwindet sie im Normalfall nicht von alleine. Wird der Pilz nicht behandelt, kann er sich ausbreiten und zu einem Nagelpilz führen, seltener befällt er auch andere Hautstellen wie z.B. die Hände. Daher gilt es, den Pilz schnellstmöglich und effektiv zu behandeln. Hier helfen meist schon Anti-Pilzmittel in Form von Cremes, Gels oder Sprays, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Diese so genannten „Antimykotika“ können Pilze in ihrem Wachstum hemmen oder auch abtöten.

Wirksame Hausmittel zur Bekämpfung des Pilzes
Hilfe können auch verschiedene Hausmittel bieten. Bewährt haben sich beispielsweise ätherische Öle wie Lavendel, Myrrhe und Teebaum, da diese pilztötend, desinfizierend und antiseptisch wirken. Hier sollte allerdings darauf geachtet werden, nicht zu viel zu verwenden, sondern die betroffenen Stellen lediglich zu betupfen. Zudem empfiehlt sich zur Vermeidung einer Austrocknung die Mischung mit einem hochwertigen, kalt gepressten Trägeröl wie z.B. Oliven- oder Mandelöl. Auch Waschungen mit Apfelessig gelten als leicht anwendbares und effektives Hausmittel gegen Fußpilz, ebenso kann ein Fußbad mit schwarzem Tee bei Juckreiz und Schmerzen helfen.

Bei Fußpilz können auch einfache Hausmittel wie Fußbäder und Waschungen mit Tee oder Essig helfen. (Bild: Wieselpixx/fotolia.com)
Bei Fußpilz können auch einfache Hausmittel wie Fußbäder und Waschungen mit Tee oder Essig helfen. (Bild: Wieselpixx/fotolia.com)

Übertragung durch Hautschuppen
Pilze lauern überall dort, wo es angenehm warm und feucht ist, denn dort finden sie optimale Wachstumsbedingungen. Daher ist im Sommer gerade das Freibad ein Ort, an dem man sich besonders schnell mit Fußpilz anstecken kann. Denn dieser wird meist durch direkten Hautkontakt oder Hautschuppen übertragen, was beispielsweise passieren kann, wenn die nackten Füße in der Dusche oder am Beckenrand mit infizierten Hautschuppen in Kontakt kommen. Dabei ist es ganz egal, ob die Füße sauber oder schmutzig sind, denn ein Fußpilz steht in keinem Zusammenhang mit mangelnder Hygiene, so die Information IQWiG.

Zur Sicherheit immer Badelatschen tragen
Generell sollten also gerade Personen mit einem erhöhtem Risiko im Freibad besonders vorsichtig sein. Die wichtigste Empfehlung lautet hier: Niemals barfuß laufen! Denn die Pilze können über Monate hinweg z.B. auf Bodenbelägen, Saunabänken, Badematten oder Liegen überleben. Im Schwimmbad, der Gemeinschaftsdusche und Umkleidekabine sollten also immer Badeschuhe getragen werden, zudem ist es wichtig, dass die Füße nach dem Schwimmen und Duschen gut abtrocknet bzw. am besten trocken geföhnt werden, so die Angaben des IQWiG.

Auch wer bereits an Nagelpilz erkrankt ist, muss nicht unbedingt auf einen Freibad-Besuch verzichten. Unerlässlich ist es aber, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten, um andere Besucher nicht anzustecken. Wichtig ist hier natürlich vor allem die richtige Behandlung. Zudem sollten Betroffen die eigenen Handtücher nicht von anderen nutzen lassen und ein extra Handtuch für die erkrankten Stellen mitnehmen, um sich selbst vor einer Übertragung auf andere Hautbereiche zu schützen. Nach dem Schwimmbad-Besuch ist es ratsam, die Handtücher bei mindestens 60 Grad zu waschen, um die Erreger vollständig abzutöten. Ebenso sollten auf eine regelmäßige Desinfektion der Badelatschen geachtet werden. (nr)

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