Genau 57 Gramm Nüsse je Woche halbieren das Darmkrebs-Risiko

Alexander Stindt
Der Verzehr von Nüssen kann die Rückkehr von Darmkrebs verhindern
Darmkrebs ist eine Erkrankung, welche leicht zum Tod der Betroffenen führen kann. Forscher fanden jetzt heraus, dass der Verzehr von bestimmten Nüssen zu einer Reduzierung des Risikos der Rückkehr von Darmkrebs beitragen kann.

Die Wissenschaftler des Dana-Farber Cancer Institute in Boston stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass der Konsum von mindestens 57 Gramm Baumnüssen pro Woche bei Darmkrebs-Überlebenden zu einer erheblichen Verringerung des Risikos für eine Wiederkehr von Darmkrebs führt. Die Mediziner veröffentlichen die Ergebnisse ihrer Studie beim Treffen der American Society of Clinical Oncology (ASCO).

Bestimmte Arten von Nüssen können vor der Wiederkehr von Darmkrebs schützen. Zu diesen Nüssen gehören beispielsweise Mandeln oder Cashewnüsse. Auch die Wahrscheinlichkeit durch wiederkehrenden Darmkrebs zu versterben, wird durch den Verzehr von Nüssen erheblich reduziert. (Bild: George Dolgikh/fotolia.com)

Konsum von Nüssen kann das Risiko der Wiederkehr von Darmkrebs um 42 Prozent verringern
Für ihre Untersuchung analysierten die Experten Fragebögen über die Nahrungsaufnahme aus einer klinischen Studie an 826 Patienten mit Stadium 3 Darmkrebs. In diesem Stadium breitet sich der Krebs auf nah gelegene Lymphknoten aus. Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen den gesundheitlichen Nutzen des Konsums von Nüssen bei vorherigem Darmkrebs. Wenn Darmkrebs-Überlebende mindestens 57 Gramm Baumnüsse (etwa 48 Mandeln oder 36 Cashewnüsse) in einer Woche zu sich nehmen, wird die Wahrscheinlichkeit für eine Rückkehr des Krebs um etwa 42 Prozent reduziert. Außerdem verringerte sich das Risiko an Darmkrebs zu versterben um 57 Prozent, verglichen mit Menschen, welche keine Nüsse zu sich nahmen, erklären die Wissenschaftler.

Vorteile entstehen nur bei dem Konsum von sogenannten Baumnüssen
Alle Patienten in der Studie wurden zuvor durch Chirurgie und Chemotherapie behandelt, um so ihren Darmkrebs zu besiegen. Der Vorteil bei dem erneuten Erkrankungsrisiko konnte nur durch den Verzehr von Baumnüssen erzielt werden, nicht aber durch den Konsum von Erdnüssen, sagen die Forscher. Der Grund dafür könne sein, dass Erdnüsse eigentlich Hülsenfrüchte sind. Hülsenfrüchte haben eine andere metabolische Zusammensetzung als Baumnüsse.

Die richtige Ernährung kann das Langzeitüberleben von Patienten verbessern
Diese Studie zeigt, dass etwas so einfaches wie das Essen von Nüssen einen Unterschied im Langzeitüberleben eines Patienten machen kann, sagen die Autoren. Die Auswirkungen einer gesunden Ernährung würden bei der Krebsbehandlung häufig von Ärzten und ihre Patienten übersehen.

Diabetes und Fettleibigkeit beeinflussen das Darmkrebsrisiko
Das Team aus Forschern konzentrierte sich bei ihrer Untersuchung auf den Nussverbrauch, weil frühere Studien bereits gezeigt hatten, dass der Verzehr von Nüssen das Risiko von Fettleibigkeit und Diabetes reduzieren kann. Dies sind bekannterweise Faktoren, welche auch das Risiko von Rezidiven und dem Tod bei Darmkrebs beeinflussen, erläutern die Wissenschaftler.

Weitere Forschung ist nötig
Die Ergebnisse sollten besonders interessant für Darmkrebs-Überlebende von Stadium 3 Darmkrebs sein, welche eine Wiederkehr der Erkrankung verhindern möchten, berichten die Forscher. Weitere Studien müssen jetzt untersuchen, ob Baumnüsse auch in anderen Stadien von Darmkrebs mit besseren gesundheitlichen Auswirkungen verbunden sind, sagen die Autoren. (as)