Gesunde Geburt – Es lag an der Sonne, nicht am Mond und nicht an den Sternen

Nicht die Sternzeichen, sondern die Sonne beeinflusst die Kinder (Martinan/fotolia.com)
Dr. Utz Anhalt
Fische sind tief wie der Ozean, Stiere erdverbunden, Zwillinge flatterhaft wie der Wind und Widder preschen voran wie ein Steppenbrand. Die Wissenschaft weiß zwar längst, dass die Sterne nicht unser Schicksal bestimmen, doch Horoskope boomen wie in vormodernen Zeiten.

„Gute“ Horoskop-Deuter verstehen oft besonders, ihre Kunden durch psychologische Manipulation:Gehirnwäsche zu beeinflussen.

Nicht die Sternzeichen, sondern die Sonne beeinflusst die Kinder (Martinan/fotolia.com)
Nicht die Sternzeichen, sondern die Sonne beeinflusst die Kinder (Martinan/fotolia.com)

Wissenschaft erklärt magisches Denken
Die moderne Wissenschaft fand für viele als übernatürlich angesehene Phänomene wie Hexentiere und Zauberpflanzen natürliche Erklärungen: So heult der Wolf nicht, um dem Mond zu huldigen, sondern um sich mit seinen Artgenossen zu verständigen, ein „Hexenflug“ lässt sich mit LSD herbei führen und Nostradamos sah zwar nicht in die Zukunft, lieferte aber aus seiner Kenntnis der Gesellschaft profunde Prognosen ab.

Der Geburtsmonat prägt die Gesundheit
Eine Studie der Columbia University kam zu einem verblüffenden Ergebnis: Der Monat, in dem wir zur Welt kommen, beeinflusst wirklich unsere Gesellschaft.

Das liegt aber weder am Mars im fünften Haus noch an Jupiter in Konjunktion zur Sonne, und auch nicht am Aszendenten Skorpion oder dem Merkur in der Waage, sondern am Wetter.

Die Studie
Die Forscher untersuchten 1,5 Millionen Menschen, die zwischen 1990 und 2000 zur Welt kamen. 55 Krankheiten häuften sich bei einem bestimmten Geburtsdatum.

Steinböcke mit Blutdruck, Fische mit Herzproblem
Die im Januar-Geborenen hatten demnach ein höheres Risiko für Bluthochdruck und Lungenkrebs, insgesamt aber eine hohe Lebenserwartung.

Im März Geborene zeigten, laut Studie, eine Tendenz zu Herzerkrankungen, Vorhofflimmern und Gefäßverkalkungen, Prostata-Erkrankungen und Pollenallergien.

Im April Geborene leiden häufig an Halsschmerzen, Maikinder sind selten krank, Augustkinder an Asthma, haben aber wenig Probleme mit Schlaganfall und Herzanfall.

Woran liegen die Unterschiede?
Wissenschaftler der Universität Cambridge hatten in einer älteren Studie die Sonne verantwortlich gemacht für die generell bessere Kondition und frühere Pubertät der im Sommer geborenen Kinder.

Sommerkinder bekommen mehr Sonne
Sind die schwangeren Mütter nämlich einer höheren Sonnenstrahlung ausgesetzt, dann produziert der Körper auch mehr Vitamin-D.

Vitamin-D-Mangel
Der wiederum stärkt das Immunsystem, während ein Vitamin-D-Mangel empfänglich macht für Erkältung, Muskelschwäche, Atemwegserkrankungen, Nierenbeschwerden, Parodontose und auch psychische Krankheiten wie Schizophrenie und Depressionen.

Konkrete Krankheiten nicht erklärbar
So bestätigen die Forscher aus Cambridge zwar das Ergebnis der Wissenschaftler der Columbia Universität: Im Mai, Juni und Juli Geborene sind insgesamt am gesündesten von allen.

Die genauen Krankheiten, die vermehrt „Fische“, „Steinböcke“ oder „Schützen“ betreffen, erklärt der Einfluss der Sonne aber nicht. (Dr. Utz Anhalt)

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