Krebsstoff: Steht ein krebsauslösendes Lebensmittel in fast allen Küchenschränken?

Zucker erhöhte während einer Studie das Krebsrisiko um bis zu 60 Prozent. (Bild: JenkoAtaman - fotolia)
Sebastian
Studie: Industrieller Zucker kann Krebsrisiko stark erhöhen
Welche Lebensmittel, die alle Haushalte zuhause lagern, sind im Verdacht, Krebs auszulösen? Es gibt ein Stoff, der seit Jahren kontrovers diskutiert wird.: Zucker! Forscher haben nun nachweisen können, dass Zucker mindestens bei Mäusen das Krebsrisiko massiv ansteigen lässt.
Die meisten Menschen versuchen einen gesundes Leben zu führen. Hierzu gehört Bewegung und natürlich gesunde Ernährung. Jetzt entdeckten Forscher vom „University of Texas MD Anderson Cancer Center“, dass ein alltägliches Lebensmittel krebserregend sein könnte. Diesen Nährstoff hat fast jeder in seiner heimischen Küche stehen. Es handelt sich dabei um herkömmlichen Zucker. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten die Mediziner jetzt in dem Fachjournal „Cancer Research“.

Zucker gilt als Krebsauslöser. Bild: JenkoAtaman - fotolia)
Zucker gilt als Krebsauslöser. Bild: JenkoAtaman – fotolia)

Durch Zuckerkonsum verdoppelte sich Krebsrate bei Versuchsmäusen fast
„Ein häufig verwendeter Nahrungsinhaltsstoff kann das Risiko für Brustkrebs und Lungenmetastasen massiv erhöhen“, warnen Mediziner. Zu diesem Ergebnis kamen die amerikanische Forscher, die eine Untersuchung zu den „Auswirkungen von Zuckerkonsum“ bei Mäuse durchführten. In der Studie war zu beobachten, dass in der kontrollierten Testgruppe etwa 30 Prozent der Versuchstiere nach sechs Monaten Brustkrebs entwickelten. Gaben die Wissenschaftler den Tieren aber Zucker, stieg die Krebsrate auf maximal knapp 60 Prozent an.

Krebserkrankungen ansteigend in den nächsten Jahren
Global gesehen gehört Krebs heutzutage, laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) , nicht einmal zu den „Top 10“ der tödlichsten Erkrankungen. Leider würden wir über einige Krebsarten mit hoher Sterblichkeitsrate nur sehr wenig wissen, sagten die Forscher. Dies mache solche Erkrankungen in Zukunft möglicherweise zu den gefährlichsten aufstrebenden Krankheiten, warnten die Experten aus Texas. Die WHO schätzt, dass in den nächsten zwei Jahrzehnten die Krebsrate massiv ansteigen wird. Die Organisation vermutet, dass die jährliche Krebsdiagnose von derzeit 14 Millionen Fällen, auf etwa 22 Millionen Krebsdiagnosen jährlich ansteigen wird.

Wie sollen wir in Zukunft mit den steigenden Krebsraten umgehen? Die Behandlung von Krebs gestaltet sich meist schwierig. „Das Hauptproblem ist oft nicht der ursprüngliche Tumor, sondern die Metastasierung von Krebs auf andere Teile des Körpers“, erklärten die Mediziner. Durch diesen Faktor lässt sich die Krankheit nur extrem schwer behandeln. Das Verständnis des Auslösers hinter den Metastasen würde für Forscher eine wahre Fundgrube des Wissens darstellen. Dieses könnte dann für präventive oder therapeutische Zwecke verwendet werden.

Fructose erleichtert es Krebs sich zu entwickeln
Zucker könnte das Brustkrebsrisiko und die Krebsmetastasen in der Lunge erhöhen. Die amerikanischen Forscher testeten diese Hypothese an Mäusen. Die Ergebnisse waren eindeutig, Mäuse die mit viel Zucker ernährt wurden entwickelten viel häufiger ( bis zu knapp sechzig Prozent) Krebserkrankungen. Die Forscher folgerten, dass Fructose (die beiden Komponenten von Saccharose sind Glucose und Fructose) die Zutat war, die es dem Krebs erleichtert sich zu entwickeln. Fructose ist häufig ein Bestandteil von Haushaltszucker und kann auch in flüssigen Süßstoff enthalten sein.

Zusätzlich kamen die Forscher zu dem Schluss, dass ein hoher Verbrauch von Fructose zu einer größeren Chance für die Metastasierung von Krebs in den Lungen führt. Diese Erkenntnis sei bemerkenswert, da lokalisierter Krebs oft wesentlich einfacher zu behandeln sei als Krebs, der bereits Metastasen im gesamten Körper gebildet hätte, erklärten die Mediziner. Dies sei die erste Studie, die einen Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und der Entwicklung von Krebs / Metastasen zeige, fügten die Experten hinzu. Die amerikanischen Forscher erklärten, dass es wichtig sei weitere Folgestudien zu diesem Thema durchzuführen. Sollten weitere Untersuchungen die aktuellen Ergebnisse unterstützen, müsste die Bevölkerung über die Risiken von Zucker informiert werden.

Eine Aufklärung der Öffentlichkeit über Krebsrisikofaktoren wird nicht über Nacht geschehen, aber langfristig könnten die neuen Erkenntnisse helfen viele Leben zu retten. Es sei beispielsweise am Tabak zu erkennen, dass die Aufklärung über die Risiken des Rauchens dazu führte, dass die Raucherquote bei Erwachsenen in den vergangenen 50 Jahren stark gesunken sei, erläuterten die Wissenschaftler.

Mediziner bauen in Zukunft besonders auf Krebsimmuntherapie
Die Bekämpfung von Krebs mit Medikamenten ist häufig schwierig. Eine der größten Tricks von Krebs ist, dass er fast unentdeckt durch das Immunsystem wächst. Aus diesem Grund sehen viele Mediziner ein hohes Potenzial in der Krebsimmuntherapie. Diese könnte es unserem Immunsystem ermöglichen, die Krebszellen zu erkennen und dann zu bekämpfen. Es sei sehr erfreulich, den Fortschritt auf allen Ebenen der Forschung im Kampf gegen den Krebs beobachten zu können, fügten die Mediziner hinzu.(as)

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