Große Studie: Vitamin-D-Mangel lässt aggressiven Prostatakrebs entstehen

Ein Mangel an Vitamin-D begünstigt das Auftreten von aggressivem Prostatakrebs. (Bild: Henrie/fotolia.com)
Fabian Peters
Prostatakrebs-Tumore wachsen schneller bei Vitamin-D-Mangel
Prostatakrebs ist eine sehr weitverbreitete Form von Krebs unter Männern. Wird die Erkrankung zu spät erkannt, kann sie lebensgefährlich oder sogar tödlich verlaufen. Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt festgestellt, dass sich Prostatakrebs bei Männern aggressiver verhält, wenn diese unter Vitamin-D-Mangel leiden.

An Prostatakrebs sterben jedes Jahr weltweit viele Männer. Die Erkrankung ist für etwa zehn Prozent der Todesfälle durch Krebs verantwortlich und stellt damit die dritthäufigste tödliche Krebserkrankung beim Mann dar. Seit langem suchen Mediziner nach besseren Behandlungsmethoden oder Mitteln zu Vorbeugung. Forscher konnten jetzt durch ein große Untersuchung feststellen, dass Vitamin-D-Mangel Prostatakrebs aggressiver macht und Tumore schneller wachsen. Die Experten vom der Northwestern University in Chicago veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem Fachzeitschrift „Journal of Clinical Oncology“.

Ein Mangel an Vitamin-D begünstigt das Auftreten von aggressivem Prostatakrebs. (Bild: Henrie/fotolia.com)
Ein Mangel an Vitamin-D begünstigt das Auftreten von aggressivem Prostatakrebs. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Männer mit Prostatakrebs sollten Vitamin-D Präparate einnehmen
In einer Studie mit fast 200 Männern, deren Prostata entfernt wurde, konnte festgestellt werden, dass Menschen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, schnell wachsende Tumore zu entwickeln. Wenn Männer Vitamin-D-Mangel zum Zeitpunkt der Prostata-Operation einer fortgeschrittenen Krebserkrankung aufweisen, dann sollten ihnen vielleicht Vitamin-D Präparate verschrieben werden, sagt Forscher Dr. Adam Murphy von der Northwestern University. Die Mediziner suchen schon seit einiger Zeit nach einer Verbindung zwischen Prostatakrebs und Vitamin-D.

Dunkelhäutige Menschen besonders gefährdet
In der Studie konnte außerdem festgestellt werden, dass schwarze Männer öfter aggressive Tumore in sich trugen und einen geringeren Vitamin-D-Spiegel hatten als weiße Männer, berichtet Dr. Murphy. Diese Ergebnisse legen nahe, dass dunkelhäutige Männer eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, Prostatakrebs zu entwickeln und an der Erkrankung zu versterben. Das könnte nach Ansicht der Forscher an verschiedenen Faktoren liegen. Solche Personen hätten zum Beispiel oft eine höhere Neigung für den Mangel an Vitamin-D. Diese entstehe durch die blockierende Wirkung von Melanin auf das Sonnenlicht. Außerdem könnte es vielleicht auch Unterschiede bei der Nahrungsaufnahme geben, erläutert Dr. Murphy. Es gebe allerdings noch keine Beweise für diese Theorien. Der menschliche Körper erhält Vitamin-D nur begrenzt aus Lebensmitteln. Der Körper kann das Vitamin allerdings auch aufbauen, wenn unsere Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt wird, erläutern die Mediziner. Dunkelhäutige Menschen tragen mehr Melanin in sich, das Sonnenbrände verhindern soll.

46 Prozent der Männer mit aggressiven Krebs, haben einen niedrigeren Vitamin-D-Spiegel
Männer mit dunkler Haut, die wenig Vitamin-D aufnehmen oder nur selten der Sonne ausgesetzt sind, sollten auf Vitamin-D-Mangel getestet werden, wenn bei ihnen Prostatakrebs oder ein PSA (Prostata-spezifisches Antigen) diagnostiziert wird, sagen die Experten. Für solche Menschen ist eine Ergänzung zur Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels gerechtfertigt, erläutert Dr. Murphy. Die Studie umfasste 190 Männer. Die Forscher fanden heraus, dass fast 46 Prozent der Männer, die aggressiven Krebs hatten, einen um sechzehn Prozent niedrigeren Vitamin-D-Spiegel aufwiesen. Wenn der Vitamin-D-Spiegel unter 30 Nanogramm pro Milliliter (ng / ml) Blut liegt, kann dies mit einer höheren Quote von aggressiven Prostatakrebs verbunden werden, erklären die Wissenschaftler. (as)

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