Großstadtluft: Luftverschmutzung krebserregend

Fabian Peters

Weltgesundheitsorganisation WHO stuft Luftverschmutzung als Gruppe-1-Karzinogen ein

18.10.2013

Krebserregende Luftverschmutzung! Das eine erhöhte Luftverschmutzung für die Gesundheit massive Nachteile mit sich bringen kann, ist den meisten Menschen bewusst. Wie weitreichend diese sind, macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun mit ihrer grundsätzlichen Einstufung der Luftverschmutzung als Gruppe-1-Karzinogen deutlich. Basierend auf einer Ausarbeitung der International Agency for Research on Cancer (IARC) kommt die WHO zu dem Schluss, dass ausreichend Belege für die krebserregende Wirkung der Luftverschmutzung vorliegen. Auch Feinstaub wurde in einer separaten Analyse als Gruppe-1-Karzinogen eingestuft.

Die im französischen Lyon sitzende IARC hat als Einrichtung der WHO eine Bewertung der Luftverschmutzung vorgelegt, die insbesondere den Bewohnern großer, stark Smog-belasteter Metropolen zu denken geben dürfte. Die Experten kommen zu dem Ergebnis, dass die Exposition mit Feinstaub und Luftschadstoffen eine deutliche Erhöhung des Lungenkrebsrisikos bedingt. Dies gilt laut Angaben der WHO grundsätzlich für alle Regionen der Erde, auch wenn geographisch erhebliche Unterschiede feststellbar seien und der Einfluss der Jahreszeiten auf die Luftverschmutzung hier eine maßgebliche Rolle spiele.

Krebserregende Luftverschmutzung auch in europäischen Städten
Den Angaben der WHO zufolge erkranken jährlich weltweit 223.000 Menschen infolge der Luftverschmutzung an Lungenkrebs. Dies hätten die Wissenschaftler der IARC auf Basis der Daten der sogenannten „Global Burden of Disease Study“ aus dem Jahr 2010 bestätigt. Zwar seien rund die Hälfte dieser Todesfälle in China und Ostasien zu verzeichnen, doch ein aktueller Report der Europäischen Umweltagentur hat gezeigt, dass neuen von zehn Stadtbewohnern in der Europäischen Union ebenfalls Luftschadstoffen in Konzentrationen ausgesetzt sind, die von der WHO als gesundheitsschädlich eingestuft werden. Hierdurch wird laut der Europäischen Umweltagentur auch die vorgeburtliche Entwicklung von Kindern beeinträchtigt. Selbst in westeuropäischen Städten liege die Feinstaub- und/oder Ozonkonzentration – trotz Umweltzonen – häufig im gesundheitsschädigenden Bereich. Das die Luftverschmutzung nun als offiziell krebserregend eingestuft wird, ist allerdings neu. Die krebserregende Wirkung der Luftverschmutzung führen die Wissenschaftler auf die enthaltene Mischung von einzelnen Karzinogenen zurück. Hier werden unter anderem polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, Ruß, Titandioxid, Talk, Diesel- und andere Fahrzeugabgase sowie Nitroarene genannt. (fp)

Advertising

Bild: Günter Havlena / pixelio.de