Häufig fehlende Herkunftsangaben bei Obst & Gemüse

Fabian Peters

Häufig fehlende Herkunftsangaben bei Obst und Gemüse: Verbraucherzentrale kritisiert fehlende Herkunftskennzeichnung

31.01.2011

Wer sich als Kunde beim Obst- und Gemüsekauf über die Herkunft der Artikel informieren möchte, steht oft vor erheblichen Hürden. Denn häufig sind die Produkte ohne Herkunftsangabe im Handel.

Die Verbraucherzentrale NRW hat bei einer Stichprobenuntersuchung festgestellt, dass viele Obst- und Gemüsehändler in Nordrhein-Westfalen die Herkunftsländer ihrer Ware verschweigen. Im Rahmen ihrer Untersuchung hätten acht von zehn Händlern die vorgeschriebene Kennzeichnung des Ursprungslandes nicht eingehalten. Wer auf Produkte aus bestimmten Ländern aufgrund möglicher Schadstoffbelastungen oder unbefriedigender Arbeitsbedingungen vor Ort lieber verzichten möchte, hat oft keine Möglichkeit sich zuverlässig zu informieren.

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Herkunftskennzeichnung von Obst und Gemüse häufig unzureichend
Den Angaben der Verbraucherzentrale zufolge haben bei der Stichprobe Acht von zehn Händler gegen die Vorgaben zur Herkunftskennzeichnung verstoßen. Die Verbraucherschützer hatten im Rahmen ihrer Stichprobenuntersuchung 88 Obst- und Gemüsestände auf Wochenmärkte, in Supermärkten, bei Discountern, Einzelhändlern und in Bioläden genauer überprüft. Die Experten stellten bei 284 Obst- und Gemüseangeboten fest, dass weder auf dem Preisschild noch auf der Ware direkt die Herkunftskennzeichnung vorhanden war. Außerdem hätten sich in 62 Fällen widersprüchliche Angaben auf dem Schild und auf der Ware befunden. In 26 Fällen seien auf den Etiketten sogar mehrere Exportländer angegeben worden, so die Mitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen am Montag in Düsseldorf. Darüber hinaus war die Länderkennzeichnungen bei 15 Produkten in fremder Sprache und bei vier Artikeln mit unbekannten Abkürzungen versehen. Im Schnitt seien fünf Mängel pro Händler festgestellt worden, erklärten die Verbraucherschützer.

Verbraucher haben eine Recht auf Information
„Verbraucher haben ein Recht auf eine exakte Angabe der Herkunft“, denn „nur so können sie eine für sie richtige Kaufentscheidung treffen?“, betonte der Chef der Verbraucherzentralen NRW, Klaus Müller. Außerdem sei bis auf wenige Ausnahmen „bei Obst- und Gemüsesorten (…) die Herkunftsangabe (…) vorgeschrieben“ erklärte Müller angesichts der vorliegenden Ergebnisse der Stichprobenuntersuchung. Der Experte mahnte die Händler dazu, ihr Personal besser zu schulen und für eine einwandfreie Kennzeichnung des Sortiments zu sorgen. „Verbraucher dürfen mit Blick auf das muntere Herkunfts- und Kennzeichnungs-Allerlei (…) während ihres Einkaufs nicht Rätselraten“, betonte Müller. Wer nicht aus den Herkunftsangaben an den Gemüse- und Obstständen schlau wird, kann allerdings auch auf das regionale Angebot umsteigen. Neben dem Einkauf beim Produzenten direkt vor Ort besteht in immer mehr Städten mittlerweile auch die Option, sich über die sogenannten Gemüsekiste wöchentlich mit Obst und Gemüse von Produzenten aus der Region beliefern zu lassen. Allerdings werden hier nur der Jahreszeit und den Anbaumöglichkeiten entsprechende Produkte angeboten. Bananen, Orangen, Zitronen, Kiwis oder ähnliche Südfrüchte lassen sich hier nicht erstehen. (fp)