Hausarbeit ist trotz Berufstätigkeit Frauensache

Nina Reese

Berufstätige Frauen leisten deutlich mehr im Haushalt als Männer

27.02.2014

Hausarbeit ist offenbar nach wie vor eher Frauensache – obwohl immer mehr Frauen heute ebenso berufstätig sind wie Männer. Zu diesem Ergebnis ist nun eine gemeinsame Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung und der Uni Wuppertal gekommen. Demnach würden Frauen weiterhin drei Viertel der Hausarbeit übernehmen und dafür am Tag durchschnittlich 2,3 Stunden aufbringen.

Anteil der berufstätigen Frauen in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegen
Der Anteil der berufstätigen Frauen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dennoch scheint das Thema „Hausarbeit“ weiterhin eher die Frauen zu betreffen. Wie das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung gemeinsam mit der Uni Wuppertal nun in einer Studie herausgefunden hat, übernehmen Frauen heute drei Viertel der anfallenden Arbeiten im Haushalt, was im Rückblick der letzten 20 Jahre kaum eine Veränderung bedeuten würde: „Demnach sank der Anteil, den berufstätige Frauen an der Hausarbeit übernehmen, zwischen 1992 und 2011 lediglich von 82 auf 75%. Unterschiedliche Arbeitszeitmodelle scheinen dabei kaum eine Rolle zu spielen: Während der Anteil bei Vollzeit arbeitenden Frauen von 78 auf 67% zurückging, nahm er bei Teilzeit arbeitenden Frauen in ähnlicher Größenordnung von 87 auf 77% ab“, so die Information des Instituts für Wirtschaftsforschung.

Je mehr Anteil am Haushaltseinkommen, desto weniger Anteil am Haushalt
Die Zeit, die Frauen in den Haushalt investieren, sei dem Institut nach allerdings insgesamt etwas geringer geworden. So hätten Frauen vor 20 Jahren noch durchschnittlich 2,5 Stunden täglich im Haushalt gearbeitet, heute hingegen „nur noch“ 2,3 Stunden. Bei den Männern stieg die durchschnittliche Hausarbeits-Zeit hingegen um knapp 10 Minuten auf 0,8 Stunden am Tag an. Wie die Studieweiter aufzeigt, reduziere sich die Zeit, die für die Hausarbeit aufgebracht werde umso stärker, je höher der Anteil am gemeinsamen Haushaltseinkommen sei – wobei es zwischen den Geschlechtern keine gravierenderen Unterschiede gäbe. Daher sei anzunehmen, dass ein steigendes Einkommen und ein größerer Anteil Vollzeitbeschäftigung unter Frauen dazu führen könne, dass der Anteil an der Hausarbeit weiter sinkt. (nr)

Bild: Benjamin Thorn / pixelio.de