Hormon-Therapie zur Behandlung von Prostatakrebs erhöht Wahrscheinlichkeit für Depressionen

Bei Prostatakrebs wird oft eine sogenannte Hormon-Therapie eingesetzt, diese Form der Behandlung scheint aber das Risiko für die Entstehung von Depressionen zu erhöhen. (Bild: Korta/fotolia.com)
Alexander Stindt
Studie stellt fest, dass Behandlung zur Testosteron-Unterdrückung negative Nebenwirkungen hat
Eine Hormon-Therapie wird normalerweise eingesetzt, um Prostatakrebs zu behandeln. Wissenschaftler stellten jetzt fest, dass eine solche Behandlung aber auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Betroffene Depressionen entwickeln.

Forscher vom Brigham and Womens Hospital (BWH) stellten bei einer Untersuchung fest, dass eine Hormon-Therapie zur Behandlung von Prostatakrebs ernsthafte Folgen für unsere Gesundheit haben kann. Diese Art der Behandlung erhöht die Wahrscheinlichkeit für das Entstehen von Depressionen. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Oncology“.

Bei Prostatakrebs wird oft eine sogenannte Hormon-Therapie eingesetzt, diese Form der Behandlung scheint aber das Risiko für die Entstehung von Depressionen zu erhöhen. (Bild: Korta/fotolia.com)
Bei Prostatakrebs wird oft eine sogenannte Hormon-Therapie eingesetzt, diese Form der Behandlung scheint aber das Risiko für die Entstehung von Depressionen zu erhöhen. (Bild: Korta/fotolia.com)

Studie untersucht 78.000 Menschen mit früherer Prostatakrebs-Erkrankung auf Depressionen
Für ihre Untersuchung analysierten die Wissenschaftler die Daten von mehr als 78.000 Menschen in den Vereinigten Staaten. Diese hatten sich einer Behandlung für Prostatakrebs im Frühstadium unterzogen. Dabei entdeckten sie, dass etwa sieben Prozent der Patienten, die an einer Testosteron-Therapie teilgenommen hatten, innerhalb der nächsten Jahre eine klinische Depression entwickeln. Bei den Personen, die keine solche Behandlung durchgemacht hatten, entwickelten nur etwa fünf Prozent später eine Depression, fügen die Forscher hinzu.

Forscher finden Verbindung zwischen Hormonbehandlung und dem mentalen Zustand
Die Ergebnisse liefern zwar keine hundertprozentigen Beweise, dass eine Hormon-Therapie verantwortlich dafür ist, wenn Menschen Depressionen entwickeln. Aber die vorhandenen Beweise reichen aus, um dies zu vermuten, erläutert Dr. Paul Nguyen vom BWH. Die Studie berücksichtigte die Wahrscheinlichkeit der Patienten, dass Faktoren wie beispielsweise das Alter, der Bildungsstand und die Schwere des Prostataleidens das Risiko beeinflussen, ob Betroffene klinische Depressionen entwickeln, sagen die Forscher. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass es eine Verbindung zwischen der Hormonbehandlung und dem mentalen Zustand zu geben scheint. Das Risiko für Depressionen scheint sich zu erhöhen, um so länger Betroffene an einer Behandlung mit Testosteron-Unterdrückung teilnehmen, fügt Dr. Nguyen hinzu.

Umso länger die Behandlung, umso höher das Risiko an Depressionen zu erkranken
Etwa sechs Prozent der Patienten, die eine Hormontherapie über einen Zeitraum von sechs Monaten erhalten hatten, entwickelten in den nächsten drei Jahren Depressionen. Wenn Probanden an dieser Art der Therapie für mindestens ein Jahr teilgenommen hatten, stieg der Wert sogar auf acht Prozent an, erläutert Dr. Nguyen. Die neue Studie entdeckte etliche Nebenwirkungen, die mit einer Hormonbehandlung verbunden sind. Allerdings sehen einige Betroffene die Therapie immer noch als potenziellen Lebensretter, besonders wenn bei ihnen eine schwere Erkrankung festgestellt wurde, fügt Dr. Nguyen hinzu. Weitere Studie seien nun nötig, um die Auswirkungen von Hormon-Behandlungen besser zu verstehen. (as)

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