Jugendliche rauchen weniger aber dampfen öfter E-Zigaretten

Sebastian
Weltnichtrauchertag: Jugendliche rauchen weniger Tabak, aber mehr E-Zigaretten
Anlässlich des bevorstehenden Weltnichtrauchertages am kommenden Sonntag stellte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln am Donnerstag eine neue Studie vor. Demnach greifen immer weniger Jugendliche zur herkömmlichen Zigarette. Jedoch erfreuen sich E-Shishas und E-Zigaretten immer größerer Beliebtheit.

Tabak ist bei Jugendlichen out, E-Zigaretten und E-Shishas sind in
Der Studie zufolge sind E-Zigaretten neun von zehn Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren ein Begriff. 15 Prozent der Mädchen und Jungen in dieser Altersgruppe haben sie bereits ausprobiert. Auch die bunt bedruckten E-Shishas, die wie E-Zigaretten in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, beispielsweise Mango, Erdbeere oder Vanille, erhältlich sind, kennen 73 Prozent. 21 Prozent haben sie mindestens einmal ausprobiert. „Seit dem Jahr 2012 sind sowohl die Bekanntheit als auch das Ausprobieren von E-Zigaretten unter Jugendlichen gestiegen. Die Verbreitung von E-Shishas ist in der aktuellen Befragung zum ersten Mal erhoben worden, deshalb liegen hier keine Vergleichswerte vor“, teilt die BZgA mit.

Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 7.000 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 25 Jahren zwischen Mai und Oktober 2014 befragt. Demnach rauchen 9,7 Prozent der 12- bis 17-Jährigen tabakhaltige Zigaretten. Im Jahr 2001 waren es noch 27,5 Prozent. Mehr als 75 Prozent haben noch nie geraucht.

E-Zigaretten und E-Shishas können Einstieg zum Rauchen von Tabak sein
„Diese Zahlen sind ein Beleg für nachhaltige Präventionserfolge bei Jugendlichen. Der Trend zum Nichtrauchen ist ungebrochen“, erläutert Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. „Trotz dieser erfreulichen Entwicklung ist das zunehmende Ausprobieren von E-Shishas und E-Zigaretten bei den Jüngeren für uns Anlass zur Besorgnis. In Deutschland gibt es rund 500.000 Jugendliche, die noch nie eine Tabakzigarette geraucht, aber bereits E-Produkte konsumiert haben. Das Ausprobieren der elektrischen Produkte birgt die Gefahr des Einstiegs zum Rauchen von Tabak. Auch aus diesem Grund gehören diese Produkte nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen.“

Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, sieht den Trend zu E-Zigaretten und E-Shishas kritisch. „Rauchen ist mehr und mehr out. Die aktuellen Daten der BZgA-Studie zeigen jedoch auch, dass bunte, peppige E-Shishas und E-Zigaretten eine große Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche ausüben und diesen positiven Trend umkehren können“, so Mortler. „E-Zigaretten und E-Shishas sind alles andere als harmlos. Gerade die zum Teil kaum bekannten inhaltlichen Zusatzstoffe bergen große gesundheitliche Gefahren. Selbst krebserregende Inhaltsstoffe wurden in entsprechenden Produkten nachgewiesen.“ (ag)

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: Dirk Kruse / pixelio.de