Kaum Nebenwirkungen: Cannabis ist das sicherste Schmerzmittel

Sebastian
Neue Studie: Cannabis bringt Schmerzlinderung und hat kaum Nebenwirkungen
Cannabis wird von vielen Menschen weltweit nicht nur als berauschendes Mittel, sondern auch zu medizinischen Zwecken konsumiert. So nutzen manche Marihuana gegen Übelkeit oder Appetitlosigkeit. Auch Schmerzpatienten greifen oft zu der Droge. In einer Studie wurde nun – erneut – festgestellt, dass Cannabis bei diesen Patienten Linderung bringt und wenig Nebenwirkungen hat.

Cannabis lindert Schmerzen
Eine neue Studie, die von Forschern der McGill-Universität in Montreal durchgeführt wurde, zeigte, dass Cannabis gut gegen chronische Schmerzen hilft, ohne viele negative Nebenwirkungen auszulösen. Die Wissenschaftler begleiteten insgesamt 431 Patienten mit chronischen Schmerzen über ein Jahr lang. Die eine Hälfte von ihnen nahm medizinisches Cannabis zu sich, die andere Hälfte nicht. Von den Forschern wurden Nebenwirkungen sowie Auswirkungen auf die Lungen und das Gehirn untersucht. Vor Beginn der Untersuchung hatte keiner der Studienteilnehmer natürliches Cannabis zur Schmerzlinderung konsumiert.

Cannabis eignet sich sehr gut als Schmerzmittel. Nebenwirkungen sind so gut wie keine vorhanden. Bild: William Casey - fotolia
Cannabis eignet sich sehr gut als Schmerzmittel. Nebenwirkungen sind so gut wie keine vorhanden. Bild: William Casey – fotolia

Verbesserte Lebensqualität
Die Resultate der Studie wurden nun im Fachmagazin „Journal of Pain“ veröffentlicht. Den Wissenschaftlern zufolge zeigte sich bei den Cannabis-Konsumenten verglichen mit der Kontrollgruppe keine Zunahme von schwerwiegenden Nebenwirkungen. Auch Schäden am Gehirn wurden keine festgestellt. Dieses Ergebnis stelle einen Kontrast zu Studien dar, die in der Vergangenheit bei Kiffern Aufmerksamkeits- und Gedächtnisverlust festgestellt hatten. Verglichen mit der Kontrollgruppe hatten die Marihuana-Konsumenten weniger Schmerzen und eine verbesserte Lebensqualität.

Forscher empfehlen 2,5 Gramm am Tag
Allerdings wurde in der Cannabis-Gruppe eine etwas größere Zahl von nicht gravierenden Nebenwirkungen festgestellt. Dazu gehörten unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Atemprobleme, die aber allesamt schwach bis moderat ausfielen. Die Raucher unter den Patienten hatten zudem leichte Einschränkungen der Lungenfunktion. Die Studienautoren schlussfolgerten, dass eine Dosis von 2,5 Gramm pro Tag für die Behandlung von chronischen Schmerzen im Rahmen eines „sorgfältig geführten Schmerzprogrammes“ als sicher angesehen werden kann. Sie hoffen nun auf weitere Studien von längerer Dauer und mit mehr Teilnehmern.

Cannabis auf Rezept in Deutschland
In den vergangenen Jahren gab es schon mehrere Studien, die Marihuana eine positive Auswirkung auf die Gesundheit bescheinigten. So ist die Wirksamkeit nicht nur bei der Schmerztherapie sondern beispielsweise auch bei Multipler Sklerose (MS) nachgewiesen worden. Vor kurzem berichteten Forscher, dass Cannabis die Heilung von Knochen fördert. In zahlreichen Ländern der Welt werden Cannabis oder seine Wirkstoffe teilweise schon seit Jahren arzneilich genutzt, auch in Deutschland. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte angekündigt, Schwerkranken bald die Möglichkeit für Haschisch auf Rezept zu ermöglichen. (ad)