Kein Stress mit dem weiblichen Orgasmus!

Heilpraxisnet

Männer macht Schluss mit dem Orgasmus-Stress

17.03.2015

Der weibliche Orgasmus ist für Männer beim Sex häufig wichtiger, als für die Frauen selbst, berichtet die Autorin Henriette Hell in ihrem aktuellen Werk. Erlebt die Frau keinen Orgasmus, haben viele Männer das Gefühl, schlechte Liebhaber zu sein und der hiermit verbundene Stress kann zu einer ernsthaften Belastung für die Beziehung werden. Die Botschaft der Autorin: „Liebe Männer entspannt euch – es muss nicht immer ein Orgasmus sein!“

Anlass ihrer Auseinandersetzung mit dem „Orgasmus-Stress“ war laut Aussage von Henriette Hell ihr Freund Jaro, weil er im Jahr 2011 zu Beginn der Beziehung einfach nicht aufhören wollte zu nerven, berichtet „Welt Online“. Seine ständigen Beschwerden wie „So macht Sex doch keinen Spaß!“ oder „Ich will, dass du kommst!“ seien zu einer zunehmenden Belastung geworden. Dabei war es für Henriette normal, nicht jedes Mal einen Orgasmus zu erleben. Denn wie 70 bis 80 Prozent aller Frauen reiche bei ihr die Penetration allein nicht aus, sondern sie brauche dazu die Stimulation der Klitoris. Auf diese Weise erfahre sie meistens einen Höhepunkt – doch auch nicht immer, berichtet Henriette Hell. Für die Autorin kein Problem, doch ihr Freund habe den Orgasmus als Bestätigung gebraucht, da ihm sonst der Sex „auf Dauer keinen Spaß“ mache.

Weltreise der Orgasmen
So entstand um die vermeintlich zu geringe Orgasmus-Häufigkeit der damals 26-Jährigen eine Diskussion mit ihrem Partner, bei der letzterer nach Wegen suchten, um irgendwas zu tun, damit sie „da unten richtig funktioniere“, zitiert „Welt Online“ die Autorin. Sie entschied sich daraufhin einen Schlussstrich zu ziehen und auf eine Weltreise zu gehen, um sich intensiver mit der Einstellung der Männer weltweit zu dem Thema des weiblichen Orgasmus auseinanderzusetzen. Unter dem Pseudonym Henriette Hell hat sie ihre Erlebnisse in dem Buch „Achtung, ich komme! In 80 Orgasmen um die Welt" (Blanvalet) zusammengefasst. Sie beschreibt detailliert das Leistungsdenken der Männer beim Thema Orgasmus und sieht hierin auch einen Grund dafür, dass 90 Prozent der Frauen diesen regelmäßig vortäuschen. „Hört mal auf damit, Mädels, das ist doof“, zitiert „Welt Online“ die Aussage der Autorin bei ihrer Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse in einer Table-Dance-Bar.

Viele Frauen täuschen Orgasmen vor
Für das Vortäuschen eines Orgasmus geben die Frauen laut Aussage der jungen Autorin zum Großteil fragwürdige Gründe an. So wollten 41 Prozent der Frauen ihrem Partner auf diese Weise seine Qualitäten als Liebhaber bestätigen, 25 Prozent würden versuchen den Partner durch den vorgespielten Orgasmus schneller zum Höhepunkt zu bringen und 16 Prozent glauben, ihrem Partner den Orgasmus schuldig zu sein, berichtet Hell. Darüber hinaus würden sich 15 Prozent schlichtweg nicht trauen, dem Mann einzugestehen, dass er sie nicht zum Höhepunkt gebracht habe. „Die meisten Männer glauben ja, dass der Sex nur dann gut ist, wenn die Frau dabei einen Höhepunkt erlebt. Sie vom Gegenteil zu überzeugen ist ungefähr so schwer, wie auf seiner eigenen Geburtstagsparty nüchtern zu bleiben“, wird Hell von „Welt Online“ zitiert.

Nur wenige Frauen haben immer einen Orgasmus beim Sex
Der Leistungsdruck beim Thema des weiblichen Orgasmus ist laut Aussage der Autorin vollständig kontraproduktiv. „Ich habe von so vielen Freundinnen die Reaktion erfahren, dass sie total erleichtert waren, dass das endlich mal jemand sagt. Dass es uns wirklich auch ohne Orgasmus Spaß macht“, zitiert „Welt Online“ die junge Autorin. Auch seien sich viele Frauen erleichtert zu sehen, „dass sie nicht damit alleine sind, dass sie eben nicht immer kommen.“ Lediglich 14 Prozent der Frauen hätten in einer Studie der Zeitschrift „New Scientist“ angegeben beim Sex „immer“ einen Höhepunkt zu erfahren. Bei 32 Prozent geschehe dies nicht häufiger als jedes vierte Mal und auch Frauen, die in der Studie angaben, „leicht“ zum Orgasmus zu kommen, erfahren diesen nur in etwa 70 bis 80 Prozent der Fälle, so Hell.

Leistungsdenken in Bezug auf den weiblichen Orgasmus
Rückschlüsse auf die Beziehungsqualität sind auf Basis der Orgasmus-Häufigkeit der Frauen nicht möglich, berichtet „Welt Online“ weiter. Verschiedene Untersuchungen hätten hier keine signifikanten Zusammenhänge ergeben. Auch wenn die Frauen beim Sex nicht jedes Mal einen Orgasmus erfahren, sei dies kein Anlass, das gesamte Liebesleben infrage zu stellen. Hier rate auch die Sextherapeutin Goedele Liekens: „Einfach mal machen.“ Denn das Ziel von Sex sollte Spaß sein, nicht der Orgasmus. „Der ist eher ein Nebeneffekt des Vergnügens“, wird Liekens von „Welt Online“ zitiert. Zu einem ähnlichen Fazit kommt die Autorin Henriette Hell nach ihrer zweijährigen Weltreise. Sie hatte den Plan, in jedem Land auf ihrer Reise mit einem Einheimischen Sex zu haben, „in der Hoffnung, dass die Männer in anderen Kulturkreisen lässiger und liebevoller mit dem weiblichen Orgasmus umgingen und ich endlich einen Mann finden würde, der mich nicht aus rein egoistischen Gründen zum Orgasmus bringen wollte – sondern einen, der es mir quasi per Zufall mal so richtig schön besorgen würde“, berichtet „Welt Online“.

In welchem Lande leben die besten Liebhaber?
Fündig wurde die Autorin nach eigenen Angaben in Indien, wo das Konzept des weiblichen Höhepunkts für die Männerwelt weitgehend unbekannt sei und Hell möglicherweise gerade deshalb besonders intensive Erlebnisse verzeichnete. „Weil man einfach mal macht und Spaß hat und schaut, wo es hinführt“, war der Sex hier laut Aussage der Autorin besonders gut. In Bezug auf die Frage, wie viele Länder, Männer und Orgasmen sie am Ende wirklich erlebte, wird Hell von “Welt Online“ mit der Aussage zitiert, dass sie „in den zwei Jahren in zehn Ländern Sex mit etwa 20 Männern“ hatte, wobei die 80 Orgasmen ungefähr hinkommen würden. (fp)

Advertising