Kindergesundheit: Schlafzeiten von Babys werden im elterlichen Schlafzimmer beeinträchtigt

Fabian Peters
Babys schlafen wesentlich kürzer bei ihren Eltern im Schlafzimmer
Wenn Babys mit im elterlichen Schlafzimmer übernachten, leidet darunter nicht nur der Schlaf der Eltern. Auch die Kinder weisen eine deutlich kürzere Schlafzeit pro Nacht auf, verglichen mit Babys, die in ihrem eigenen Zimmer schlafen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Im Sinne aller Beteiligten ist es daher zu überprüfen, ob Kinder eventuell schon vor Vollendung des ersten Lebensjahres in ihrem eigenen Zimmer schlafen können.

Babys schlafen laut Aussage der US-Forscher bereits ab einem Alter sechs Monaten wesentlich kürzer, wenn sie in dem Zimmer ihrer Eltern übernachten. Im Alter von neun Monaten gehen den Kindern, die nicht in ihrem eigenen Zimmer schlafen, dann ganze 40 Minuten Schlafzeit pro Nacht verloren. Die bisherigen Empfehlungen der American Academy of Pediatrics, dass Kinder bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres im Zimmer ihrer Eltern schlafen sollten, ist demnach zu überdenken. Veröffentlicht wurden die Studienergebnisse in dem Fachmagazin „Pediatrics„.

Beim Übernachten im elterlichen Schalfzimmer zeigen Babys eine deutlich reduzierte Schlafzeit. (Bild: famveldman/fotolia.com)

Schafzeiten der Kindern untersucht
Für ihre aktuelle Studie nutzten die Wissenschaftler um Dr. Ian Paul vom Penn State College of Medicine (Hershey, Pennsylvania) die Daten der sogenannten INSIGHT-Studie (Intervention Nurses Start Infants Growing on Healthy Trajectories study) und untersuchten mögliche Zusammenhänge der Schlafzeiten bei Kindern mit der Übernachtung im elterlichen Schlafzimmer. Hierfür wurden die Kindern in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt: Babys, die bereits im Alter von vier Monaten in ihrem eigenen Zimmer schliefen, die nach neun Monaten in ihrem eigenen Zimmer schliefen, die nach 12 Monaten in ihrem Zimmer schliefen oder die nach 30 Monaten in ihrem eigenen Zimmer übernachteten.

Bis zu 2,5 Stunden weniger Schlaf pro Nacht
Im Alter von neun Monaten war laut Aussage der Forscher bei den Kindern, die bereits seit dem Alter von vier Monaten in ihrem eigenen Zimmer übernachteten, eine 26 Minuten längere Schlafphase festzustellen, als bei den Kindern, die zwischen dem vierten und neunten Monat mit dem Übernachten im eigenen Zimmer begannen. Im Vergleich mit den Kindern, die noch bei ihren Eltern schliefen, lag die Schlafzeit sogar durchschnittlich 40 Minuten höher. Mit zunehmendem Alter werden diese Abweichung größer. Die größten Unterschiede waren in der Studie bei den Kindern im Alter von 30 Monaten festzustellen. Wenn diese noch in ihrem eignen Zimmer schliefen, erhielten sie rund zweieinhalb Stunden weniger Schlaf pro Nacht, als Babys, die schon mit vier Monaten in ihrem eigenen Zimmer übernachteten.

Reduzierte Schlafzeiten bei Kindern kritisch
Eine mögliche Erklärung für die verkürzte Schlafzeit der Babys im elterlichen Schlafzimmer ist nach Ansicht der Forscher die Intervention der Eltern, sobald das Baby einen Laut von sich gibt. So sei in der Studie auch deutlich geworden, dass die Kindern von den Eltern wesentlich häufiger hochgenommen werden, wenn sie im elterlichen Bett liegen. Dies führe wiederum dazu, dass die Kinder es erwarten, auf den Arm genommen zu werden, sobald sich wach werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie einfach wieder einschlafen, geht damit deutlich zurück. Die reduzierten Schlafzeiten sind laut Aussage der Wissenschaftler kritisch zu bewerten, da diese unter anderem mit einem erhöhten Risiko für psychische Probleme und für Übergewicht im späteren Lebensverlauf einhergehen. (fp)