Körperfettwaage oft ungenau

Fabian Peters

Stiftung Warentest: Viele Körperfettwaage messen falsch

06.01.2014

Körperfettwaagen sollen den Nutzern grundlegenden Informationen zum Anteil des Fettgewebes am Körper liefern und somit eine besser Beurteilung des eigenen Körpergewichts ermöglichen. Doch messen die Körperfettwaagen einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest zufolge oft falsch. Um bis zu 23 Prozent lägen die Waagen mit ihren Angaben daneben, so die Mitteilung der Stiftung Warentest.

Eine verlässliche Bestimmung des Körperfetts ist dem aktuellen Test zufolge mit den meisten untersuchten Körperfettwaagen kaum möglich. Hier seien bei der Fettanalyse gemittelte Abweichungen zwischen 14 und 23 Prozent zum tatsächlichen Körperfettanteil aufgetreten, schreiben die Warentester. Die umfassenden Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Zeitschrift „test“ veröffentlicht.

Bestimmung des Körperfetts meist ungenau
Insgesamt 19 Personenwaagen zu Preisen von 13 Euro bis 150 Euro wurden von der Stiftung Warentest überprüft. „Darunter 16 elektronische Geräte mit Körperfettanalyse, extra großem Display oder Sprachausgabe und drei mechanische Waagen“, berichtet die Stiftung. Alle Testwaagen hätten das Gewicht verlässlich angezeigt, allerdings seien bei der Bestimmung des Körperfetts die Messwerte oft deutlich vom tatsächlichen Fettgehalt abgewichen. Verglichen wurden die Angaben der Körperfettwaagen mit den Referenzwerten eines Profimessgerätes, welches „den Körperfettanteil mit einer Messung durch den ganzen Körper von Hand zu Fuß“ ermittelt, so die Pressemitteilung der Stiftung Warentest. Bei den Heimgeräten erfolgt die Feststellung des Körperfettanteils mit Hilfe von Elektroden in der Waage, die bei Kontakt mit den nackten Fußsohlen einen nicht spürbaren Strom durch den Körper schicken. Unter Berücksichtigung des vorher eingegebenen Alters, Geschlechts, der Größe und oft auch des Fitnessgrades wird anschließend auf Basis des gemessenen Stromwiderstandes der Körperfettanteil berechnet. „Da die Messung jedoch höchstens den unteren Körper bis zum Bauchnabel erfasst, kommt es zu ungenauen Ergebnissen“, berichten die Tester.

Welche Abweichungen bei den Körperfettwaagen zu verzeichnen sind, wird auch daran deutlich, dass die Geräte bei derselben Testperson oft zu äußerst unterschiedlichen Ergebnissen kamen. So habe eine Waage 17 Prozent Körperfett und die nächste 35 Prozent Körperfett bei dem gleichen Probanden angezeigt. Im Vergleich zu dem Profimessgerät seien alle Waagen im Schnitt um 14 bis 23 Prozent abgewichen. „Die größten Abweichungen lieferte eine Discounterwaage“, so die Mitteilung der Stiftung. Für den täglichen Gebrauch sind die untersuchten Geräte jedoch überwiegend durchaus geeignet. So erhielten am Ende auch zehn Produkte das Urteil „gut“ und lediglich eine Waage wurde mit „mangelhaft“ bewertet. (fp)

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