Kränkliche und schwache Igel nur mit Handschuhen berühren

Kranke oder schwache Igel sollten grundsätzlich nicht mit den bloßen Händen, sondern stets mit Handschuhen, angefasst werden. Dann kümmert sich am besten ein Experte um die Wildtiere. (Bild: kwasny221/fotolia.com)
Alfred Domke
Nie mit bloßen Händen: Hilfsbedürftige Igel nur mit Handschuhen berühren
Im Herbst sind Igel besonders aktiv. Die Tiere sind auf der Suche nach Nahrung für den nötigen Winterspeck und einen geeigneten Unterschlupf für den Winterschlaf. Gesunde Igel überleben den Winter in der Regel ohne Probleme. Tierschützer warnen davor, die Tiere aus falsch verstandener Fürsorge der Natur zu entnehmen.

Gesunde Igel überleben den Winter meist problemlos
Gerade jetzt in der Herbstzeit sind Igel besonders aktiv. Die kleinen Stacheltiere suchen Nahrung für den nötigen Winterspeck und einen geeigneten Winterschlafplatz. Gesunde, kräftige Igel überleben den Winter in der freien Natur normalerweise ohne Probleme – wenn sie nicht gestört werden. Tierschützer warnen daher immer wieder vor falscher Hilfe für Igel zum Überwintern.

Kranke oder schwache Igel sollten grundsätzlich nicht mit den bloßen Händen, sondern stets mit Handschuhen, angefasst werden. Dann kümmert sich am besten ein Experte um die Wildtiere. (Bild: kwasny221/fotolia.com)
Kranke oder schwache Igel sollten grundsätzlich nicht mit den bloßen Händen, sondern stets mit Handschuhen, angefasst werden. Dann kümmert sich am besten ein Experte um die Wildtiere. (Bild: kwasny221/fotolia.com)

Wildtiere nicht der Natur entnehmen
Wie die Tierschutzstiftung Vier Pfoten in einer aktuellen Mitteilung schreibt, sollten Igel nicht aus falsch verstandener Fürsorge der Natur entnommen werden. Das Wildtier gehört demnach nur im absoluten Notfall in menschliche Obhut. „Ab einem Gewicht von 400 Gramm sind Igel in der Regel ausreichend gewappnet, um im Spätherbst in den Winterschlaf zu gehen“, schreiben die Experten.

Kranke Tiere nur mit Handschuhen anfassen
Wenn man aber einen kranken oder schwachen Igel findet, sollte man ihn grundsätzlich nur mit Handschuhen berühren und einfangen.

Diese Tiere werden dann am besten sehr behutsam hochgenommen und beispielsweise in einen Katzentransportkorb gesetzt und anschließend direkt zu einem Experten – etwa zu einer Wildtierauffangstation – gebracht.

Die Tiere sollten nie, auch nicht übergangsweise, mit ins Haus genommen werden, da die warmen Temperaturen zu einem rapiden Anstieg der ungewünschten Parasiten, wie Flöhe oder Lungenwürmer, führen würden.

Igel sind normalerweise nachtaktiv
Besonders wichtig ist aber, Igel wirklich nur an sich zu nehmen, wenn sie offensichtlich Hilfe brauchen: „Schwache, verletzte, kranke oder elternlose Igel, die zum Überleben Unterstützung brauchen, sind häufig daran zu erkennen, dass sie sich am Tage zeigen. Normalerweise sind Igel nachtaktiv.“ (ad)

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