Krankenkassen lassen Zusatzbeiträge eintreiben

Sebastian

Krankenkassen lassen Zusatzbeiträge eintreiben

15.08.2011

Die gesetzlichen Krankenkasse sind nun dazu übergegangen, säumigen Zahlern auf die Pelle zu rücken. Laut einer Umfrage des Magazins „Der Spiegel“ bei 22 Hauptzollämtern in Deutschland haben über 150.000 Versicherte ihre Zusatzbeiträge im letzten Halbjahr 2011 nicht bezahlt. Die Kassen sind daher seit geraumer Zeit dazu übergegangen, die fehlenden Zusatzbeiträge mittels Zoll einzutreiben. Wer Lohnpfändungen vermeiden will, sollte deshalb möglichst schnell die fehlenden Beträge begleichen.

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Nur wenige Krankenkassen fordern von den Versicherten Zusatzbeiträge. Doch viele Versicherte weigern sich aus unterschiedlichen Gründen die zusätzlichen Kosten zu überweisen. Denn die zusätzlichen Beträge werden nicht automatisch vom Lohnzettel abgezogen, sondern müssen meist monatlich extra überwiesen werden. Nach Angaben der Krankenkassen zahlten gut 150.000 Versicherte im ersten Halbjahr ihre Beiträge nicht. Das sind bei einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von acht Euro rund 1,2 Millionen Euro pro Monat, die in den Kassen der gesetzlichen Krankenversicherungen fehlen.

Um die fehlenden Beträge einzutreiben, wurden Hauptzollämter bemüht, die nun die Gelder mittels Gehalts- oder Rentenpfändungen versuchen einzutreiben. Im Magazin „Der Spiegel“ war zu lesen, dass es in vielen Fällen ausreiche, den Schuldner per Warnschreiben zu informieren. Mit der Zuhilfenahme der Zöllner umgehen die Krankenkassen enorme Verwaltungsausgaben, die durch das Mahnwesen entstehen. Zwar erheben derzeit nur 11 von 150 Krankenkassen einen Zusatzbeitrag. Allerdings dürfte die Zahl der betroffenen Versicherten in den nächsten Jahren rasant ansteigen. Damit rechnet auch das Bundesgesundheitsministerium, dass eigens für Geringverdiener einen Sozialausgleich in Milliardenhöhe bereit hält. Derzeit wird dieser nicht ausgeschöpft, weil nur der durchschnittliche Zusatzbeitrag aller Krankenkassen gilt. Und der liegt momentan bei Null Euro. (sb)