Kriminell durch Rauchen in der Schwangerschaft?

Fabian Peters

Kriminelle Kinder durch Rauchen in der Schwangerschaft?

16.11.2010
„Rauchen macht ihre Kinder kriminell“ so könnte bald ein neuer Warnhinweis auf den Zigarettenschachteln lauten. Denn amerikanische Forscher der Harvard University in Cambridge/Massachusetts haben herausgefunden, dass Rauchen in der Schwangerschaft das kriminelle Potential der Kinder erhöht.

Amerikanische Wissenschaftler der Harvard University haben das Vorstrafenregister von rund 4.000 Personen im Alter zwischen 33 und 40 Jahren gesichtet und gleichzeitig den Zigarettenkonsum der Mütter überprüft. Dabei haben sie festgestellt, dass ab einem Zigarettenkonsum von einer Schachtel pro Tag, das Risiko einer kriminellen Laufbahn für die ungeborenen Kinder um 30 Prozent steigt.

Mehr zum Thema:

Zigarettenkonsum bei Schwangeren steigert die Kriminalitätsrate
Bereits frühere Studien haben einen Zusammenhang zwischen dem Tabakkonsum der Mütter und psychisch auffälligem Verhalten der Kinder wissenschaftlich belegt. Kinder, die passiv den Rauch einatmen, sind demnach häufiger hyperaktiv, können sich schlecht konzentrieren und wirken öfter aggressiv. Aufbauend auf diese Erkenntnisse haben die Forscher der Harvard University in ihrer aktuellen Untersuchung die Auswirkungen des Zigarettenkonsums von Schwangeren auf das ungeborene Kind untersucht. Mit erstaunlichem Ergebnis: das Risiko, dass das ungeborene Kind später kriminell wird, steigt mit dem Tabakkonsum der Schwangeren deutlich an. Bei Schwangeren die mindestens eine Schachtel Zigaretten am Tag rauchen, ist das Risiko einer kriminellen Laufbahn ihrer Kinder um 30 Prozent erhöht, unabhängig davon ob die Nachfahren weiblich oder männlich sind.

Passivrauchen führt zu psychisch auffälligem Verhalten
Die Forscher betonten im Rahmen der Vorstellung ihrer Studienergebnisse, dass der Zusammenhang zwischen Zigarettenkonsum der Mutter und dem kriminellen Verhalten der Kinder auch dann bestehen bleibe, wenn andere Faktoren wie zum Beispiel psychische Krankheiten, seelische Belastungen, familiäre Probleme oder Armut, die ebenfalls Einfluss auf eine kriminelle Entwicklung haben können, ausgeschlossen wurden. So haben sich die Ansätze früherer Studien, die bereits einen Zusammenhang zwischen dem Passivrauchen und psychisch auffälligem Verhalten der Kinder festgestellt hatten, im Rahmen der aktuellen Untersuchung bestätigt. Für die Kinder und Jugendlichen eine Hiobsbotschaft, denn während unter ihnen der Tabakkonsum stetig zurückging, raucht von den Erwachsenen immer noch rund ein Drittel. Mit entsprechend negativen Wirkungen auf die Entwicklung der Kinder, wie auch die aktuelle Studie der Harvard University belegt. (fp)