Lungenkrebs-Todesfälle bei Frauen nehmen dramatisch zu

Die Anzahl der Todesfälle durch Lungenkrebs hat bei Frauen in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. Grund ist der Tabakkonsum. (Bild: photo 5000/fotolia.com)
Fabian Peters
Drastischer Anstieg der Todesfälle durch Lungen- und Bronchialkrebs bei Frauen
Immer mehr Frauen sterben laut dem aktuellen Statistischen Jahrbuch an Lungen- und Bronchialkrebs. In den letzten zehn Jahren ist de Anzahl der Todesfälle durch entsprechende Krebserkrankungen bei Frauen um ganze 41 Prozent gestiegen. Zwar sterben bis heute mehr Männer an Lungenkrebs als Frauen, doch ist die Zunahme der Erkrankungen bei den Frauen weitaus bedenklicher. Als maßgebliche Ursache nennt das Statistische Bundesamt den Tabakkonsum.

Männer erkranken und sterben weiterhin deutlich häufiger Lungen- und Bronchialkrebs, doch die Frauen holen in dieser unerfreulichen Statistik schnell auf. Gegenüber dem Jahr 2004 sind in dem aktuellen Statistischen Jahrbuch bei Frauen 41 Prozent mehr Todesfälle durch die beiden Krebsarten zu verzeichnen. Wichtigste Ursache für den Anstieg ist der Tabakkonsum der Frauen. Und auch bei anderen Krebserkrankungen, die mit dem Rauchen in Zusammenhang gebracht werden, ist eine Erhöhung der Neuerkrankungen festzustellen.

Die Anzahl der Todesfälle durch Lungenkrebs hat bei Frauen in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. Grund ist der Tabakkonsum. (Bild: photo 5000/fotolia.com)
Die Anzahl der Todesfälle durch Lungenkrebs hat bei Frauen in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. Grund ist der Tabakkonsum. (Bild: photo 5000/fotolia.com)

45.000 Todesfälle durch Lungen- und Bronchialkrebs
Laut Mitteilung des Statistischen Bundesamtes sind im Jahr insgesamt 45.000 Menschen in Deutschland an Lungen- und Bronchialkrebs verstorben. Bei Männern bilden diese Krebserkrankungen mit 29.500 Todesfällen die zweithäufigste Todesursache, berichtet das Statische Bundesamt. Bei Frauen war Lungen- und Bronchialkrebs für 15.500 Todesfälle verantwortlich. Bezogen auf 100.000 Einwohner habe sich die Anzahl der Sterbefälle in den letzten zehn Jahren bei bei Frauen massiv erhöht – von 26 auf 38. Bei Männern war – bezogen auf 100.000 Einwohner – ein Anstieg von 71 auf 74 festzustellen. Insgesamt „ist die Zahl der an Lungen- und Bronchialkrebs verstorbenen Frauen in den letzten zehn Jahren um 41 % angestiegen“, wobei die „Hauptursache für diese Krankheiten das Rauchen“ ist, so der Präsident des Statistischen Bundesamtes Dieter Sarreither bei Vorstellung des aktuellen Jahrbuchs in Berlin.

Ältere Frauen rauchen heute häufiger
Im Jahr 2013 waren in Deutschland noch 21 % der Bevölkerung nach eigenen Angaben regelmäßige Raucher, was einem geringen Rückgang gegenüber dem Jahr 1999 entspricht. Vor 15 Jahren hatten 25 Prozent der Bevölkerung angegeben, regelmäßige Raucher zu sein. Insbesondere bei den jüngeren Altersgruppen, also bei den 15- bis unter 20-Jährigen, haben sich die Anteile der regelmäßigen Raucherinnen und Raucher jedoch deutlich reduziert, so die Mitteilung des Statistischen Bundesamtes. Bei den Frauen im Alter von 50 bis unter 75 Jahren sei allerdings ein gestiegener Anteil von Raucherinnen festzustellen, der auch im Zusammenhang mit den steigenden Krebstodesfällen gebracht werden kann.

Viele Krebserkrankungen durch Tabak ausgelöst
Ein Zusammenhang mit dem Tabakkonsum ist nicht nur bei Lungen- und Bronchialkrebserkrankungen, sondern auch bei bösartigen Tumoren des Kehlkopfes oder der Luftröhre gegeben. Insgesamt seien im Jahr 2014 mehr als 210.000 Patientinnen und Patienten wegen der Neubildung von Krebserkrankungen, die sich vorrangig auf den Konsum von Tabakwaren zurückführen lassen, vollstationär in Behandlung gewesen, berichtet das Statische Bundesamt. Männer (66 %) deutlich häufiger als Frauen (34 %).

BMI bei vielen zu hoch
Weiterhin wird in dem aktuellen Statistische Jahrbuch deutlich, dass die „Zivilisationskrankheiten“ starkes Übergewicht (Adipositas) immer mehr Menschen betrifft. So wiesen im Jahr 2013 fast 16 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland einen Body-Mass-Index (BMI) von 30 und mehr auf. „Männer waren mit 17 % häufiger adipös als Frauen mit 14 %“, berichtet das Statistische Bundesamt. Der Anteil der stark Übergewichtigen nehme weiter zu. So waren im Jahr 1999 noch 12 Prozent der Männer und 11 Prozent der Frauen betroffen.

Bewegungsarme Tätigkeiten ein beliebter Zeitvertreib
„Ein wirksames Mittel gegen starkes Übergewicht ist Bewegung“, so der Hinweis des Statischen Bundesamtes. Zwar ist die Zeit, die wir pro Tag mit Bewegung verbringen, seit Jahren relativ konstant. Doch bewegungsarmen Tätigkeiten wird heute sehr viel mehr Zeit gewidmet. „Durchschnittlich 27 Minuten täglich hat jeder Einwohner und jede Einwohnerin in Deutschland 2012/2013 mit Sport und körperlicher Bewegung verbracht“, so die Mitteilung des Statistischen Bundesamtes. Der Zeitaufwand sei in den letzten elf Jahren nahezu unverändert geblieben. Doch beispielsweise „fürs Fernsehen (einschließlich Videos und DVDs) nahmen wir uns mit 124 Minuten etwa 4,5 Mal so viel Zeit“ und der Zeitanteil ist seit 2001/2002 weiter gestiegen, berichtet das Bundesamt.

Kein Geld für gesunde Ernährung
Nicht zuletzt ist Übergewicht auch im Zusammenhang mit der Ernährung zu sehen und für eine gesunde Lebensweise spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Im Jahr 2014 war es allerdings „rund 8 % der Bevölkerung nach eigenen Aussagen aus finanziellen Gründen nicht möglich, jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit (vegetarisch beziehungs- weise mit Fleisch, Geflügel oder Fisch) zu sich zu nehmen“, berichtet das Statistische Bundesamt. Insbesondere Alleinlebende und Personen in Alleinerziehenden-Haushalten seien hier betroffen. (fp)

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