Magersüchtige bittet in einem Video um Unterstützung für eine Therapie

Sebastian
Magersüchtige bittet um Unterstützung für eine Therapie
Rachael Farrokh leidet an einer extremen Form der Magersucht. Mittlerweile wiegt die 37-Jährige nur noch etwa 18 Kilo. Nachdem sie von keinem Krankenhaus aufgenommen wurde und die Kosten für eine Therapie sehr hoch sind, stellte sie ein Video mit einem Hilferuf ins Netz, in dem sie um Unterstützung bittet.

Magersucht kann tödlich enden
Nach der repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) sind in Deutschland 1,1 Prozent Frauen und 0,3 Prozent der Männer von Magersucht (Anorexia nervosa) betroffen. Die Erkrankung äußert sich durch die Weigerung, ausreichend Nahrung zu sich zu nehmen. Viele Betroffene nehmen dabei selbst nicht wahr, wie dünn und abgemagert sie aussehen. Ohne Behandlung kann Magersucht tödlich enden. Sie ist die Erkrankung mit der höchsten Sterblichkeitsrate. Ohne Therapie sterben etwa fünf von 100 Patienten – meist junge Frauen – innerhalb von zehn Jahren.

Bleibt zu hoffen, dass Rachael Farrokh, die nur rund 18 Kilo bei einer Körpergröße von 1,70 Meter wiegt, noch rechtzeitig eine Therapie erhält. Denn es drohen Organversagen und weitere Komplikationen.

Psychotherapie kann Patienten mit Magersucht nachhaltig helfen
Psychotherapie ist einer Studie aus dem Jahr 2013 zufolge in den meisten Fällen eine geeignete Behandlungsform, um Magersucht nachhaltig in den Griff zu bekommen. Wie die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) berichtet, wurden erstmals zwei neue Verfahren mit der herkömmlichen Psychotherapie im Rahmen der Untersuchung verglichen.

242 erkrankte Frauen nahmen an der Studie teil. Das Los entschied, wer an welchem der drei Psychotherapie-Verfahren teilnahm. Bei dem ersten Verfahren erhielten die Frauen eine intensive Betreuung. Der Hausarzt suchte einen Psychotherapeuten für die Patientin aus und betreute sie ergänzend zur Psychotherapie. Das zweite Verfahren beinhaltete eine kognitive Verhaltenstherapie, bei der die Frauen spezielle Techniken erlernten, um ein normales Essverhalten zu erreichen. Das dritte Verfahren basierte auf einer abgewandelten Form der Psychoanalyse. Die Frauen suchten dabei nach der Ursache für ihre Konflikte und emotionalen Auslöser der Magersucht.

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Nicht jede Magersüchtige kann durch Psychotherapie geheilt werden
Die Therapien wurden über einen Zeitraum von zehn Monaten durchgeführt. In dieser Zeit nahmen die Patientinnen, die durchschnittlich nur 46,5 Kilo wogen, langsam aber stetig zu. Für alle drei Verfahren konnte beobachtet werden, dass sich die Erholung der Frauen auch nach Therapieende fortsetzte. Jedoch profitierten nicht alle Patientinnen von den Psychotherapien. Etwa bei einem Viertel bestand auch ein Jahr nach Therapieende noch eine voll ausgeprägte Magersucht. (ag)