Medizinische Hilfe für „illegale“ Migranten

Fabian Peters

Malteser Migranten Medizin: Anonyme Hilfe im Notfall

05.11.2012

Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis stehen bei Bedarf nach einer medizinischen Versorgung in Deutschland vor einem erheblichen Problemen. Dies betreffe „Schätzungen zufolge bis zu einer halben Million Menschen in Deutschland“, die in der Illegalität leben, so die aktuelle Mitteilung des Malteser Hilfsdienstes in Fulda. Mit der nun eröffneten Malteser Migranten Medizin am Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda soll den Betroffenen geholfen werden.

„In der Malteser Migranten Medizin finden Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus und Menschen ohne Krankenversicherung einen Arzt, der die Erstuntersuchung und Notfallversorgung bei plötzlicher Erkrankung, Verletzung oder einer Schwangerschaft übernimmt“, so die Mitteilung des Malteser Hilfsdienstes. Hier werde den bedürftigen Patienten geholfen, ohne vorab die formalen Fragen nach Papieren und der Krankenversicherung zu stellen, erläuterte die Sprecherin der Malteser in Fulda, Stefanie Bode.

Medizinische Versorgung unter Wahrung der Anonymität
Laut Aussage der Malteser-Sprecherin zählt, „wenn ein Mensch es vor Schmerzen nicht mehr aushält oder eine Erkrankung sein Leben bedroht, nur noch die Frage, wie dieser Mensch wieder gesund werden kann.“ Die Aufenthaltserlaubnis oder die Krankenversicherung interessieren daher in der Malteser Migranten Medizin nicht. Hier werde den Patienten unter Wahrung der Anonymität geholfen, berichtet der Malteser Hilfsdienst. Das Angebot richte sich dabei an eine gar nicht so kleine Personengruppe. Denn rund 500.000 Migranten leben nach Schätzung der Experten in Deutschland ohne Aufenthaltserlaubnis. Außerdem werde auch die wachsende Anzahl von Deutschen, die aus der Krankenversicherung herausgefallen sind, in der Malteser Migranten Medizin versorgt.

Durchschnittlich elf bedürftige Patienten pro Sprechstunde
Die in Fulda eröffnete Malteser Migranten Medizin ist die dritte Einrichtung ihrer Art in Hessen und steht alle zwei Wochen dienstags von 14 bis 18 Uhr im Herz-Jesu-Krankenhaus zur Verfügung. Vergleichbare Einrichtungen existieren in Hessen bereits in Frankfurt und in Darmstadt. Rund 1.200 Patienten wurden laut Angaben des Malteser Hilfsdienstes an diesen beiden Standorten bereits im vergangenen Jahr versorgt. Durchschnittlich würden elf Patienten pro Sprechstunde und Standort behandelt.

Malteser Migranten Medizin deutschlandweit an zwölf Standorten
Deutschlandweit betreibt die Hilfsorganisation mittlerweile an zwölf Standorten die Malteser Migranten Medizin. Seit deren Gründung vor elf Jahren seien deutschlandweit mehr als 40 000 Patienten im Rahmen dieses Angebotes behandelt worden, berichtet der Malteser Hilfsdienst. Zu den häufigsten Behandlungsursachen zählten laut Angaben der Malteser Infektionskrankheiten, Schwangerschaften, Tumore, Unfallfolgen und Zahnschmerzen. Vielen Patienten konnte mit dem Angebot geholfen werden. (fp)

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Bild: Andrea Damm / pixelio.de