Mehr Spätdiagnosen: Frauen unterschätzen oft HIV

Heilpraxisnet

Deutsche Aids-Hilfe warnt: Frauen unterschätzen HIV

07.03.2015

Anlässlich des internationalen Frauentages am 8. März warnt die Deutsche Aids-Hilfe, dass viele Frauen hierzulande HIV unterschätzen. Auch Ärzte denken trotz deutlicher Symptome häufig nicht an die Immunschwäche. Durch eine Spätdiagnose wird die Behandlung viel schwerer.

HIV-Infektion bei Frauen oft erst spät erkannt
Nach Angaben der Deutschen Aids-Hilfe denken viele Frauen in Deutschland zu selten an die Möglichkeit einer HIV-Infektion. Wie die Deutsche Aids-Hilfe in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, legten auch viele Ärzte Frauen trotz deutlicher Symptome nicht häufig genug einen HIV-Test nahe. Die Krankheit werde dadurch bei Frauen oft erst spät erkannt und manche von ihnen litten deshalb bei der Diagnose bereits unter dem Vollbild Aids. Die Infektion sei in diesem Stadium weitaus schwerer zu behandeln als kurz nach einer Ansteckung.

Test auf HIV meist nur während Schwangerschaft
Den Experten zufolge kommen Frauen bei unspezifischen gesundheitlichen Problemen wie Fieber, Müdigkeitund Unwohlsein oft nicht auf den Gedanken, dass sie sich mit dem HI-Virus angesteckt haben könnten. Frauen würden normalerweise nur während einer Schwangerschaft auf HIV getestet, kritisierte Armin Schafberger, Referent für Medizin und Gesundheitspolitik bei der Aids-Hilfe. Er vermutet, dass es Ärzten schwerer falle, das Thema bei Frauen anzusprechen, als beispielsweise bei Drogensüchtigen und homosexuellen Männern, die zu den Gruppen mit erhöhtem Risiko gehören.

Ärzte sollten sich fortbilden
Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen Aids-Hilfe betonte: „Frauen, die ein HIV-Risiko gehabt haben könnten, sollten sich testen lassen. Der Test ermöglicht im Fall einer HIV-Infektion eine rechtzeitige Therapie und damit ein langes und weitgehend normales Leben!“ An Mediziner gerichtet kam ihr Appell: „Ärzte sollten sich zu den Symptomen von HIV fortbilden und in Erwägung ziehen, dass ihre Patientinnen infiziert sein könnten, auch wenn die Frauen nicht zu den klassischen Betroffenengruppen gehören.“

Viele wissen nichts von ihrer Infektion
Bei den HIV-Neuinfektionen in Deutschland ist die am stärksten betroffene Gruppe die der Männer, die Sex mit Männern haben. Dies teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) im vorvergangenen Jahr mit. Demnach seien damals von den 78.000 HIV-Infizierten hierzulande schätzungsweise etwa 51.000 Männer gewesen, die Sex mit Männern haben. Ende 2013 haben nach Schätzungen des RKI in Deutschland etwa 14.000 Menschen mit einer HIV-Infektion gelebt, ohne es zu wissen. (ad)

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>Bild: Paulwip / pixelio.de