Ministerin will mehr barrierefreie Arztpraxen

Heilpraxisnet

Gesundheitsministerin fordert mehr behindertengerechte Arztpraxen

13.04.2015

Seit Jahren beklagen Behindertenverbände, dass zahlreiche Arzpraxen in Deutschland nicht behindertengerecht sind. So würden oft nicht einmal Mindeststandards eingehalten und Barrierefreiheit herrscht nur selten. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml will daran nun etwas ändern.

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Mehr behindertengerechte Arztpraxen
Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) fordert laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa mehr behindertengerechte Arztpraxen im Freistaat. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte die Politikerin, dass zwar Sondereinrichtungen wie die gynäkologischen Spezialambulanzen für Rollstuhlfahrerinnen in Dachau und Erlangen eine Versorgungslücke schlössen. „Ich würde mir aber wünschen, dass im Lichte eines Paradigmenwechsels hin zur Inklusion noch mehr „ganz normale“ Angebote im Gesundheitsbereich barrierefrei nutzbar werden und auf die besonderen Bedürfnisse behinderter Menschen ausgerichtet sind.“

Behindertenverbände beklagen Missstände seit langem
Seit langem beklagen Behindertenverbände, dass viele Praxen für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich sind. Bereits eine einzige Stufe vor der Eingangstür könne ein unüberwindbares Hindernis sein. Aber auch Sehbehinderte oder kognitiv eingeschränkte Menschen stoßen vielerorts auf Barrieren. Häufig müssen Betroffene lange nach geeigneten Ärzten suchen: So waren etwa bei den Frauenärzten nach Angaben des Gesundheitsministeriums nur 266 von bayernweit 1.826 Fachmedizinern in Praxen, die nach ihrer eigenen Einschätzung barrierefrei sind. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns ist für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung Behinderter zuständig.

Wünschenswerte Standards werden oft nicht erreicht
Die Barrierefreiheit ist generell nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels beziehungsweise der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft auch im alltäglichen Leben ein zunehmend wichtiges Thema. Daher ist es umso bedauerlicher, dass selbst in Arztpraxen die wünschenswerten Standards oftmals nicht erreicht werden. Und das nicht nur in Bayern, sondern im ganzen Bundesgebiet. Experten rechnen damit, dass sich das Problem noch weiter verschärfen könnte. (ad)

Bild: Ligamenta Wirbelsäulenzentrum / pixelio.de