Naturtherapien: Mutterkraut verhindert Migräne-Ausbruch

Studie: Mutterkraut wirkt gegen Migräne. Bild: babsi_w - fotolia
Sebastian
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um eine Migräne zu therapieren. Neben Medikamente können nicht-medikamentöse Methoden wie z.B. Sport oder Entspannungstechniken die Behandlung ergänzen. Doch das ist nicht alles, denn offenbar bietet auch die Pflanzenheilkunde ein Mittel gegen die starken Kopfschmerzen. Wie auf einer Pressekonferenz in Wien erläutert wurde, handelt es sich dabei um das so genannte „Mutterkraut“, dessen Wirksamkeit den Experten zufolge in Studien belegt wurde.
Jeder Zehnte leidet an Kopfschmerz-Attacken
In Österreich leidet etwa jeder Zehnte an Migräne, wobei Frauen dreimal häufiger betroffen sind als Männer. Kennzeichnend für die Erkrankung sind immer wiederkehrende, anfallsartige, halbseitige Kopfschmerzen, die von Übelkeit, Sehstörungen, Taubheitsgefühlen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet werden können. Besonders tückisch an Migräne ist, dass die Ursachen bis heute nicht vollständig geklärt sind und eine vollständige Heilung nicht möglich ist – daher geht es bei der Behandlung vor allem darum, die Symptome zu lindern und weitere Schmerzattacken zu vermeiden.

Studie: Mutterkraut wirkt gegen Migräne. Bild: babsi_w - fotolia
Studie: Mutterkraut wirkt gegen Migräne. Bild: babsi_w – fotolia

Es gibt jedoch nicht „die“ Therapie, die bei allen Patienten gleich gut wirkt, wird der Leiter der Kopfschmerzambulanz am Wiener AKH, Christian Wöber, von der Nachrichtenagentur „APA“ zitiert. Wie die Agentur berichtet, hatte der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie am Donnerstag in Wien im Rahmen eines Pressefrühstücks der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (ÖGPhyt) zum Thema „Neue pflanzliche Therapieoption bei Migräne“ referiert.

Mutterkraut hemmt überschießende Ausschüttung von Serotonin
Nun steht Migräne-Patienten mit dem so genannten „Mutterkraut“ offenbar auch ein pflanzliches Arzneimittel zur Linderung bzw. Prävention der Beschwerden zur Verfügung. Wie die Experten auf der Pressekonferenz erläuterten, hemme der darin enthaltene Wirkstoff Parthenolid die überschießende Ausschüttung des Neurotransmitters Serotonin, welcher bei der Entstehung einer Kopfschmerz-Attacke eine entscheidende Rolle spielt. Demnach sei zwar schon seit Jahrhunderten bekannt, dass das Kraut als Hausmittel gegen Kopfschmerzen und Fieber helfe, doch erst in den vergangenen Jahren sei die Wirksamkeit durch Studien an Patienten belegt worden.

Kapseln können nur vorbeugend helfen
Das Mutterkraut (lat.: Tanacetum parthenium) zählt zur Familie der Korbblütler und erinnert optisch an die Blüten der Kamille. Migräne-Patienten können das Heilmittel rezeptfrei in Kapselform in der Apotheke oder Drogerie erwerben, vor der Anwendung sollte jedoch unbedingt die Packungsbeilage gelesen oder der Arzt bzw. Apotheker befragt werden. Denn Mutterkraut sei zwar generell gut verträglich, für Schwangere und Menschen mit Allergien gegen Korbblütler jedoch ungeeignet, erklärten Wöber und Rudolf Bauer, Leiter des Instituts für Pharmazeutische Wissenschaften an der Uni Graz. Um den Beschwerden vorzubeugen, sollte den Experten nach eine Kapsel mit 100 Milligramm pulverisiertem Kraut am Tag über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten eingenommen werden – im Akutfall könne das pflanzliche Hausmittel gegen Migräne hingegen nichts bewirken. (nr)

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