Neue Studie: Schlafstörungen erhöhen deutlich das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle

Alexander Stindt
Probleme beim Schlafen können ernsthafte gesundheitliche Folgen haben
Viele Menschen auf der ganzen Welt leiden unter Schlafproblemen. Schlaflosigkeit beeinflusst nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen, sondern kann auch zu schweren gesundheitlichen Problemen führen. Forscher fanden jetzt heraus, dass durch Schlaflosigkeit das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erheblich erhöht wird.

Die Wissenschaftler der China Medical University in Shenyang stellten bei einer Untersuchung fest, dass Schlaflosigkeit zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „European Journal of Preventive Cardiology“.

Viele Menschen in Deutschland leiden unter Schlafproblemen. Mediziner untersuchten jetzt die negativen Auswirkungen eines gestörten Schlafs auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle. (Bild: Sven Vietense/fotolia.com)

Experten analysieren die Daten von knapp 161.000 Probanden
Für ihre Untersuchung analysierten die chinesischen Forscher 15 prospektive Kohortenstudien mit einer mindestens zweijährigen Nachfolgeuntersuchung. An diesen Studien hatten insgesamt 160.867 Probanden teilgenommen.

Mediziner suchen nach Verbindung zwischen gestörtem Schlaf und Herzerkrankungen
Bisherige Forschung hatte bereits ergeben, dass es eine Verbindung zwischen Schlaflosigkeit und verschlechterter Gesundheit gibt. Eine Verbindung zwischen Schlaflosigkeit und Herzerkrankungen oder Schlaganfällen galt bisher als inkonsistent, sagen die Forscher. Für die neue Studie betrachtete das Team die Assoziation zwischen verschiedenen Symptomen der Schlaflosigkeit (einschließlich Schwierigkeiten beim Eintreten des Schlafes, Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung des Schlafes und Schwierigkeiten beim nicht-restaurativen Schlaf) und der Inzidenz oder den Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen (akuter Myokardinfarkt, koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz) oder durch einen Schlaganfall (oder eine Kombination aus beiden Ereignissen).

Festgestellte Auswirkungen von Schlafproblemen
Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung zeigten, dass Schwierigkeiten beim Einschlafen mit einem um 27 Prozent erhöhten Risiko, Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung des Schlafes mit einem um 11 Prozent erhöhten Risiko und Schwierigkeiten mit nicht-restaurativem Schlaf mit 18 Prozent höheren Risiken der Entstehung von Herzerkrankungen und Schlaganfällen verbunden sind. Es gab allerdings keine Assoziation zwischen dem Erwachen am frühen Morgen und einem erhöhten Risiko für diese Ereignisse, fügen die Wissenschaftler hinzu.

Ein Drittel aller Deutschen leidet unter Schlaflosigkeit
Schlaf ist wichtig für die sogenannte biologische Erholung. Etwa ein Drittel unseres Lebens verbringen Menschen mit Schlafen. Trotzdem gibt es immer mehr Menschen in unserer modernen Gesellschaft, welche sich über Schlaflosigkeit beschweren, erklärt der Autor Dr. Qiao He von der China Medical University in Shenyang. Es wird beispielsweise geschätzt, dass etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung in Deutschland unter Symptomen der Schlaflosigkeit leidet.

Auswirkungen der Schlaflosigkeit auf unseren Körper
Bisherige Studien hatten ergeben, dass Schlaflosigkeit den Stoffwechsel und die endokrine Funktion verändern kann, sagen die Forscher. Außerdem kann Schlaflosigkeit die sympathische Aktivierung, den Blutdruck und die entzündlichen Zytokine erhöhen. Alle diese Faktoren verstärken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle, fügt der Autor hinzu.

Menschen mit Schlafproblemen sollten sich professionelle Hilfe suchen
Frauen sind im Allgemeinen anfälliger für Schlaflosigkeit. Dies liegt an Unterschieden in der Genetik, den Sexualhormonen und den Auswirkungen von Stress, erklären die Mediziner. Die Gesundheit von Frauen mit Schlafproblemen sollte daher in Zukunft genauer betrachtet werde, und Menschen mit Schlafproblemen sollten generell dazu ermutigt werden, sich professionelle Hilfe zu suchen, so das Fazit der Forscher. (as)

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